
2026 feiert die Kunsthalle Emden ihr 40-jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass schenkte die Niedersächsische Sparkassenstiftung sieben Gemälde und Zeichnungen des Künstlers Otto Gleichmann an die Stiftung „Henri und Eske Nannen und Schenkung Otto van de Loo“. Die Werke, die die Stiftung zu einem Kaufpreis von über 60.000 Euro erworben und bisher als Leihgabe zur Verfügung gestellt hatte, können damit dauerhaft für die Kunsthalle Emden gesichert werden.
Die Übergabe fand im Rahmen der Ausstellungseröffnung „Rebellinnen“ statt. Dr. Johannes Janssen, Stiftungsdirektor der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, hob dabei auch die langjährige Förderpartnerschaft hervor, die gemeinsam mit den ostfriesischen Sparkassen zur Kunsthalle Emden besteht.
Otto Gleichmann (*1887 in Mainz) lebte und arbeitete seit 1919 in Hannover, wo er 1963 verstarb. Er gehörte zur späten Generation der Expressionisten. Im Zentrum seines Schaffens steht der Mensch, in dessen Erscheinung sich die Verwerfungen des Zeitgeschehens unmittelbar widerspiegeln. Selbst in Gruppenbildern wirken die Figuren häufig einsam und isoliert. Mit psychologischem Gespür lotet Gleichmann die Nähe und Distanz zwischen den Dargestellten aus. In seinen früheren Arbeiten müssen sich die Figuren in einer chaotischen Umwelt und dicht gedrängten Szenerien behaupten. Später dann werden die Kompositionen ruhiger, die Figuren treten stärker in den Vordergrund. Ihre länglichen Gesichter, die katzenhaften Augen und dunklen Nasenlöcher sind charakteristisch für Gleichmanns Schaffen – sie wirken maskenhaft, bisweilen geradezu gespenstisch.
Das Konvolut aus Zeichnungen und Gemälden aus den Jahren 1918 bis 1951 vermittelt eindrucksvoll einen Einblick in das Œuvre eines zu Unrecht vergessenen Künstlers, dessen Werk erst seit kurzer Zeit wiederentdeckt wird.
Weitere Informationen unter: https://kunsthalle-emden.de/


