Denkmalpflege

Festung Grauerort

Mit ihrem sechseckigen Grundriss, der durch einen zehn Meter hohen Erdwall gebildet wird, liegt die beeindruckende Festung Grauerort in der Nähe des Stader Ortsteils Bützfleth heute unmittelbar hinter dem Elbdeich verborgen. Die der Elbe zugewandten Seiten – insgesamt über 160 Meter – sind auf der gesamten Länge zur Bedienung der Geschütze und als Soldatenunterkünfte „kasemattiert“, also bunkerartig ausgebaut.

Die Festung Grauerort wurde in den Jahren 1869 bis 1879 von den Preußen auf einer weit an das Fahrwasser der Elbe heranragenden Landzunge errichtet, um die Unterelbe und die Stadt Hamburg vor feindlichen Angriffen zu schützen. Bereits im deutsch-französischen Krieg 1870/71 war die Festung einsatzbereit, wurde jedoch nie in Kampfhandlungen verwickelt. 1895 wurde das Fort aus der Reihe der aktiven Festungen gestrichen und nach dem Ersten Weltkrieg zu einem Minendepot umgebaut. Während des Zweiten Weltkrieges wurden hier Seeminen auf Versorgungsschiffe verladen, auf der Festung wurden zwei Flakgeschütze stationiert. Dennoch gab es keinen direkten Angriff auf die Festung Grauerort. Auch nach dem Krieg wurde das Fort, im Gegensatz zu anderen militärischen Anlagen, nicht gesprengt und blieb in seiner ursprünglichen Form bis heute fast vollständig erhalten.
In den Folgejahren wurde die Festung Grauerort erst als Flüchtlingsunterkunft, danach bis 1985 durch eine Entsorgungsfirma zum Rückbau von Munition genutzt. Bis zum Sommer 1997 wurde das Gelände ganz der Verwahrlosung preisgegeben, dann nahm der Verein Festung Grauerort e.V. Grundstück und Fort unter seine Obhut, legte Treppen und Zugänge frei und machte die Kasematten wieder nutzbar.

Die Niedersächsische Sparkassenstiftung unterstützt gemeinsam mit der Sparkasse Stade-Altes Land den Verein darin, das denkmalgeschützte Gebäude zu sanieren: Das Mauerwerk muss teilweise repariert, v.a. aber das Dach in weiten Teilen saniert werden, um das Bauwerk gegen eindringendes Wasser zu schützen.
Schon heute lockt die Festung Besucher mit einem Freilichtmuseum, einer Museumsbahn, einem gastronomischen und kulturellen Angebot: Regelmäßig finden Open-Air-Veranstaltungen statt (u.a. auch das Festival aufm Platz), in den Kasematten haben Künstlerinnen und Künstler Ateliers eingerichtet. So lange die denkmalpflegerischen Arbeiten nicht abgeschlossen sind, ist dies allerdings nur eingeschränkt möglich.

Programm

Am Tag des Offenen Denkmals bietet die Festung Grauerort von 10.00 bis 18.00 Uhr diverse Angebote an: Fahrten mit der Kleinbahn, Gästeführungen, Aktionen der Urzeitausstellung, künstlerische Aktivitäten u.a. Für ein gastronomisches Angebot ist gesorgt.

Anfahrt

Festung Grauerort

Schanzenstr. 52

21683 Stade-Bützfleth

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