Wertvolle Zeugnisse der Geschichte dauerhaft für Osnabrück gesichert
Niedersächsische Sparkassenstiftung und Sparkasse Osnabrück schenken dem Museums- und Kunstverein Osnabrück e. V. bedeutende Sammlungen für das Kulturgeschichtliche Museum
Mit ihrer Museumsförderung unterstützt die Niedersächsische Sparkassenstiftung die Neu- und Umgestaltung von Dauer- und Sonderausstellungen sowie die Bewahrung und Vermittlung bedeutender kulturhistorischer Zeugnisse. Nun können vier wertvolle historische Konvolute dauerhaft für die Sammlung des Kulturgeschichtlichen Museums Osnabrück gesichert werden: ein historischer Kleiderschrank aus dem Jahr 1758, eine Sammlung von Münzen und Medaillen zum Westfälischen Frieden, römische Münzen aus dem Umfeld des Fundes von Kalkriese sowie eine weitere historische Münzsammlung.
Die Niedersächsische Sparkassenstiftung hat die Sammlungen zu einem Gesamtpreis von rund 43.800 Euro erworben und schenkt sie nun dem Museums- und Kunstverein Osnabrück e. V. Damit gehen die Objekte dauerhaft in das Eigentum des Vereins über und bleiben für das Kulturgeschichtliche Museum Osnabrück und seine Besucherinnen und Besucher erhalten.
Dr. Johannes Janssen, Stiftungsdirektor der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, begründet die Schenkung: „Als Kulturförderer verbindet uns eine langjährige Förderpartnerschaft mit dem Museumsquartier Osnabrück. Dem Kulturgeschichtlichen Museum, der historische Kern des Quartiers, gelingt es vorbildlich, die Stadtgeschichte Osnabrücks ansprechend und zukunftsgemäß zu präsentieren. Mit der Schenkung, die wir heute in das Eigentum des Museums- und Kunstvereins übergeben, können wertvolle und für die Stadt kulturhistorisch bedeutsame Exponate langfristig für das Museum gesichert werden.“
André Schüller, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Osnabrück, ergänzt: „Wir als Sparkasse engagieren uns seit Jahrzehnten für Stadt und Region Osnabrück. Mit der Schenkung wollen wir die Weiterentwicklung des Museums unterstützen und das große ehrenamtliche Engagement des Museums- und Kunstvereins anerkennen.“
Wolfgang Beckermann, Erster Stadtrat Osnabrück: „Wesentlicher Teil der großzügigen Schenkung durch die Niedersächsische Sparkassenstiftung sind Münzen und Medaillen aus der Zeit des Westfälischen Friedens. Wir freuen uns, dass dieser Schatz zusammen mit weiteren außergewöhnlichen Exponaten hierdurch langfristig in Osnabrück als Friedensstadt bewahrt werden kann.“
Dr. Ulrike Hamm, Vorsitzende des Museums- und Kunstvereins Osnabrück e. V., ist dankbar über die dauerhafte Sicherung dieser besonderen Objekte. Der Museumsverein versteht sich seit seiner Gründung im Jahr 1879 durch Osnabrücker Bürger als enger Kooperationspartner der Osnabrücker Museen. Diese Bindung wird seitdem in Form enger Kooperationen und durch Unterstützung bei der Erweiterung der Sammlungen gepflegt. Die Schenkungen der Niedersächsischen Sparkassenstiftung – sowohl die Münzsammlungen als auch der historische Kleiderschrank aus dem Jahr 1758 – bilden eine besondere Bereicherung des historischen musealen Sammlungsbestands und zugleich eine Grundlage für zukünftige Aktivitäten des Kulturgeschichtlichen Museums.
Informationen zu den Objekten
Der aus Eichenholz gefertigte historische Kleiderschrank aus dem Jahr 1758 stammt aus dem Besitz der Familie von dem Bussche-Hünnefeld. Als Zeugnis historischer Wohn- und Alltagskultur ergänzt der Schrank die Sammlung des Kulturgeschichtlichen Museums um ein repräsentatives Möbelstück des 18. Jahrhunderts.
Von besonderer Bedeutung für die Geschichte der Stadt ist die Münzsammlung mit Münzen und Medaillen zum Westfälischen Frieden, aus den Jahren 1644 bis 1648. Sie stammen aus der ehem. Sammlung des Osnabrückers Karl Ordelheide (1918-1989). In Osnabrück und Münster wurden in dieser Zeit die Verhandlungen geführt, die 1648 mit dem Abschluss des Westfälischen Friedens endeten. Münzen und Medaillen aus diesem Zusammenhang sind daher wichtige Zeugnisse der politischen Geschichte und der europäischen Erinnerungskultur.
Eine besondere Verbindung zur regionalen Archäologie besitzt die Sammlung von römischen Münzen, die in die Zeit von 2 bis 194 v. Chr. datiert sind. Es handelt sich um 131 im Jahre 1987 in Kalkriese gefundene Denare aus dem Besitz der Familie von Bar auf Bramsche-Barenau sowie des Capitäns J. A. S. Clunn. Der Fundplatz Kalkriese ist für die Erforschung der römisch-germanischen Geschichte von herausragender Bedeutung. Die Münzen sind damit für die Geschichte der Region von besonderem Interesse.
Die ehem. Münzsammlung Waldmann umfasst Stücke zur Osnabrücker Geschichte aus den Jahren 1617 bis 1766. Sie ergänzen den Bestand um weitere Zeugnisse aus der Frühen Neuzeit und dem 18. Jahrhundert. Zusammen mit den Münzen und Medaillen zum Westfälischen Frieden ermöglicht die Sammlung einen Einblick in die politische und wirtschaftliche Geschichte dieser Zeit.
Mit der Schenkung werden vier Objekte beziehungsweise Sammlungen dauerhaft für das Kulturgeschichtliche Museum Osnabrück gesichert. Sie ergänzen die Museumssammlung in unterschiedlichen Bereichen und tragen dazu bei, die Geschichte Osnabrücks und der Region aus verschiedenen Perspektiven sichtbar und für kommende Generationen zugänglich zu machen.
