Museumspreis 2026 des hbs kulturfonds in der Niedersächsischen Sparkassenstiftung für Ostfriesisches Landesmuseum in Emden

Das Ostfriesische Landesmuseum Emden erhält den mit 15.000 Euro dotierten Museumspreis 2026 des hbs kulturfonds in der Niedersächsischen Sparkassenstiftung.

Dr. Johannes Janssen, Stiftungsdirektor der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, begründet die Entscheidung der Jury: „Seit ihrer Amtseinführung im Dezember 2021 hat Jasmin Alley als neue Leiterin des Ostfriesischen Landesmuseums in Emden bemerkenswerte neue Impulse gesetzt, die überregional wahrgenommen wurden. Auf Grundlage der beeindruckenden Sammlung des Landesmuseums und mit Bezug auf ortsspezifische Themen werden seither außergewöhnliche Ausstellungen gezeigt, die Gegenwart und Vergangenheit in Inhalt und Präsentationsform erfrischend zeitgemäß präsentieren. Mit großem Engagement ist es so Jasmin Alley und ihrem Team gelungen, das Ostfriesische Landesmuseum zukunftsfähig aufzustellen.“

Tim Kruithoff, Oberbürgermeister der Stadt Emden, erklärt: „Wir freuen uns außerordentlich über die Auszeichnung. Das Ostfriesische Landesmuseum Emden wirkt durch innovative Ausstellungsprojekte und Vermittlungskonzepte tief in die Stadtgesellschaft hinein. Gleichzeitig zeigt der Museumspreis, dass diese Wirkung auch weit über die Stadtgrenzen ausstrahlt.“ Gregor Strelow, 1. Vorsitzender der Gesellschaft für bildende Kunst und vaterländischer Altertümer seit 1820, fügt hinzu: „Gemeinsam mit der Stadt Emden verantworten wir als 1820dieKUNST die Geschicke des Ostfriesischen Landesmuseums. Daher erfüllt uns diese Auszeichnung mit Stolz, sie ist Motivation und Ansporn für die zukünftige Museumsarbeit.“

Jens Jann, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Emden, ergänzt: „Das Ostfriesische Landesmuseum Emden fördern wir schon seit vielen Jahren, diese Unterstützung ist ein wichtiger Bestandteil unseres Engagements in der Region. Toll, dass das Museum durch den Preis eine Bestätigung für seine hervorragende Arbeit erhält.“

„Diese Auszeichnung ehrt uns sehr und bestätigt, dass wir mit unserer Arbeit auf dem richtigen Weg sind: Sie würdigt unsere Sammlungsentwicklung, die gesellschaftlich relevante Sonderausstellungen wie ‚Freiheit? Mit Recht!‘ und besondere Projekte wie den denkmalgeschützten Kulturkiosk, der das Wissen der Emderinnen und Emder über ihre Stadt lebendig halten soll“, betont Jasmin Alley, Leiterin des Ostfriesischen Landesmuseums.

Die Preisvergabe findet am 9. Mai 2026 um 16.00 Uhr auf dem Vorplatz vor dem Ostfriesischen Landesmuseum Emden statt, im Rahmen der Ausstellungseröffnung der neuen Sonderausstellung „ZICKZACK – Emder Backsteinexpressionismus vor 100 Jahren“.

Zum Ostfriesischen Landesmuseum

Das Ostfriesische Landesmuseum Emden ist ein Europäisches Regionalmuseum und zugleich die älteste museale Sammlung der Region. Der Schwerpunkt der Sammlungen liegt in der Kunst- und Kulturgeschichte Emdens und Ostfrieslands sowie in deren internationalen, vor allem europäischen, Beziehungen. In den Beständen befinden sich mehr als 50.000 Objekte.

Seine Bezeichnung als Ostfriesisches Landesmuseum erhielt das Museum im Jahr 1934. 1962 wurden die Bestände der 1820 gegründeten „Gesellschaft für bildende Kunst und vaterländische Altertümer“ mit jenen der Stadt Emden vereinigt und seither im wiederaufgebauten Rathaus am Delft ausgestellt. Beide Institutionen sind heute gemeinsam Träger des Landesmuseums. Das zwischen 2003 – 2005 grundlegend umgebaute Museum erhielt bereits 2007 den Museumspreis der Niedersächsischen Sparkassenstiftung „für seine ganzheitliche Arbeit in allen Kernbereichen musealen Handelns (…) sowie für den gelungenen Umbau des Museums und sein zeitgemäßes Museumsmanagement.“ Im Dezember 2021 übernahm Jasmin Alley die Leitung des Museums und hat seither das Haus konsequent weiterentwickelt als „Einrichtung für möglichst viele Menschen“ sowie als „wichtigen außerschulischen Lernort für alle Generationen“:

In diesem Jahr wurde das Stadtteilprojekt zur expressionistischen Backsteinarchitektur durchgeführt mit vielen Angeboten in die Stadtgesellschaft hinein; mit dem gesellschaftsrelevanten Thema „Freiheit? Mit Recht!“ (2025/26) wurden aktuelle Debatten aufgegriffen; die beeindruckende Präsentation des Lebenswerkes der Emder Filmemacherin Helma Sanders-Brahms (2024/25) machte endlich auf diese herausragende Tochter der Stadt aufmerksam; die Ausstellung „Weitgereist – Objekte erzählen Migrationsgeschichte(n)“ (2024) dokumentierte das Thema „Migration“ jenseits der tagespolitischen Aufgeregtheiten; mit „Melanie Schulte. Schiff, Unglück, Mythos“ (2022-2024) wurde ein bis heute in der Stadtgesellschaft sehr präsentes Drama aufgegriffen und hervorragend präsentiert.

Neben diesen bemerkenswerten Sonderausstellungen wird auch die ständige Sammlung des Ostfriesischen Landesmuseums stetig weiterentwickelt. Zu nennen ist hier vor allem auch die Einrichtung eines museumspädagogischen Raumes inmitten der Exponate und das vielfältige Begleitprogramm für alle Altersgruppen.

Es ist aus Sicht der Jury nicht selbstverständlich, neben der alltäglichen Museumsarbeit eine lebendige Weiterentwicklung des Hauses so konsequent umzusetzen. Dazu bedarf es eines engagierten Teams, das auf diesem Weg mitgenommen werden muss. Kompetente, engagierte und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind für diese erfolgreiche Arbeit Grundbedingungen. Dazu gehört eine nachhaltige Personalentwicklung, wie sie durch die Leitung des Museums auf- und umgesetzt wurde. Deshalb wird der Preis des
hbs kulturfonds sowohl Jasmin Alley als Impulsgeberin verliehen als auch dem ganzen Team des Ostfriesischen Landesmuseums Emden.

Jury des Museumspreises 2026:

Prof. Dr. Anja Dauschek, Direktorin der Stiftung Historische Museen Hamburg / Altonaer Museum

Dr. Johannes Janssen, Stiftungsdirektor der Niedersächsischen Sparkassenstiftung (geschäftsführendes Ratsmitglied des hbs kulturfonds)

Marc von Itter, Geschäftsführer der Stiftung Museum am Rothenbaum

Prof. Dr. Rolf Wiese, Vorsitzender des Museumsverbandes Niedersachsen und Bremen

Bisherige Preisträger:

2020 – Museumsquartier Osnabrück MQ4.
2022 – Forum Gesseler Goldhort im Kreismuseum Syke
2024 – Ringelnatz-Museum Cuxhaven

Zum hbs kulturfonds:

Der vom Stifterehepaar Heinz und Brigitte Schirnig in die Niedersächsische Sparkassenstiftung eingebrachte hbs kulturfonds zeichnet alle zwei Jahre hohes Engagement und außergewöhnliche Konzepte von niedersächsischen Museen oder Ausstellungshäusern aus. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert und würdigt sowohl die individuelle Leistung einzelner Personen als auch die wichtige kulturelle Arbeit der jeweiligen Institution.
Eine Bewerbung um den Museumspreis ist nicht möglich; über die Vergabe entscheidet eine Jury.

Pressekontakt

Kirsten Karg

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