
IMPULS PAULA – Ausstellungen zum 150. Geburtstag von Paula Modersohn-Becker in Worpswede
Paula Modersohn-Becker, die am 8. Februar 1876 in Dresden geboren wurde, ihre Jugend in Bremen verbrachte und seit der Jahrhundertwende mit Unterbrechungen in der Künstlerkolonie Worpswede lebte, zählt heute zu den bedeutendsten Vertreterinnen der Malerei des 20. Jahrhunderts.
Bekannt wurde die Künstlerin, die sich schon früh für ein Leben als professionelle Malerin entschieden hat, nicht nur mit Porträtdarstellungen, Landschaftsbildern oder Stillleben, sondern auch mit etwa 60 Selbstbildnissen wie ihrem „Selbstbildnis am 6. Hochzeitstag“ (1906), das als erster weiblicher Selbstakt der Kunstgeschichte gilt. Darüber hinaus war sie die erste Künstlerin, der wenige Jahre nach ihrem frühen Tod ein eigenes Museum gewidmet wurde.
Anlässlich des 150. Geburtstags von Paula Modersohn-Becker sind ihre ausdrucksstarken Werke seit Februar 2026 nicht nur im Albertinum Dresden, im Paula Modersohn-Becker Museum Bremen oder im Otto Modersohn Museum Fischerhude, sondern auch in vier Museen in Worpswede zu sehen.
Unter dem Titel IMPULS PAULA präsentieren der Barkenhoff, die Große Kunstschau, das Haus im Schluh und die Worpsweder Kunsthalle Paula Modersohn-Becker noch bis zum 1. November 2026 als Impulsgeberin für junge Künstlerinnen.
Die Worpsweder Kunsthalle zeigt zum Beispiel Zeichnungen und Gemälde wie das Porträt „Visage Verte“ (2024) der französischen Malerin Inès Longevial, die sich in ihrem Werk mit vergleichbaren Motiven wie Modersohn-Becker auseinandersetzt.
In der Ausstellung „ich bin/du bist. Menschenbilder“ stellt der Barkenhoff Porträtdarstellungen von Modersohn-Becker Werken zeitgenössischer Künstlerinnen wie Heike Kati Barath oder Wiebke Mertens gegenüber, die 2024 mit dem Paula Modersohn-Becker Kunstpreis ausgezeichnet wurde.
Ausgangspunkt der Ausstellung im Barkenhoff ist Paula Modersohn-Beckers Gemälde „Halbakt einer sitzenden Bäuerin“ (um 1900), das im Dialog mit Arbeiten der niedersächsischen Fotografin Cihan Cakmak und anderer Künstlerinnen und Künstler präsentiert wird.
In der Ausstellung „Angewandt. Frau + Design“ erinnert das Haus im Schluh daran, dass Paula Modersohn-Becker sich kurzzeitig mit der Technik des Webens beschäftigt hat und zeigt ihr Aquarell „Martha und Paula Schafe hütend“ (1904). Eine Darstellung, die Martha Vogeler 1957 in ihrer Weberei im Haus im Schluh als Vorlage für einen Bildteppich nutzte. Ergänzend werden Arbeiten von zeitgenössischen Designerinnen wie etwa ein Skizzenbuch der deutsch-spanischen Modedesignerin Sofia Hermens Fernandez gezeigt.
Die Niedersächsische Sparkassenstiftung unterstützt die vier Ausstellungen gemeinsam mit der Sparkasse Rotenburg Osterholz. Darüber hinaus wird das Kooperationsprojekt von der Stiftung Niedersachsen, der Waldemar Koch Stiftung, der Karin und Uwe Hollweg Stiftung, der NORD/LB Kulturstiftung, dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, dem Landschaftsverband und dem Landkreis Osterholz gefördert.


