
Tag des offenen Denkmals 2026 – Einst das Heim exotischer Pflanzen
Neues Leben in der Orangerie Wrisbergholzen
Der kleine Ort Wrisbergholzen südlich von Hildesheim ist geprägt durch eine beeindruckende Gutsanlage, die im Wesentlichen um 1745 von Freiherr Rudolf Johann von Wrisberg (1677-1764) angelegt wurde. Neben der dreiflügeligen barocken Schlossanlage, Scheunen, Ställen und Landarbeiterhäusern wird sie vor allem vom westlich angrenzenden, 9 ha großen Gutspark geprägt. Ursprünglich ein standesgemäßer Barockgarten, wurde er im Laufe des 19. Jahrhunderts erweitert und Schritt für Schritt zu einem englischen Landschaftspark umgestaltet, in dem heute verschiedene Wiesen-, Gehölz- und Waldpartien, große Teiche und Brücken zahllose abwechslungsreiche Perspektiven eröffnen.
Am nördlichen Rand des Parks entstand zeitgleich – ein ultimatives Zeichen adligen/gutsherrlichen Standesbewusstseins – eine Orangerie, um exotische Kübelpflanzen im Winter unterzubringen. Der heute erhaltene massive Mittelbau entstand Mitte des 19. Jahrhunderts im seinerzeit hochmodernen Rundbogenstil mit flankierenden Glashäusern. Als im 20. Jahrhundert diese extrem pflegeintensiven und kostspieligen Pflanzenbestände aufgegeben wurden, verfiel die Orangerie zusehends. Seit 2002 engagiert sich der „Verein zur Erhaltung von Baudenkmalen in Wrisbergholzen“, um den Mittelbau zu erhalten und für Veranstaltungen nutzbar zu machen. Aktuell werden die Glashäuser rekonstruiert, sodass das ursprüngliche Erscheinungsbild der Gewächshausanlage wieder erfahrbar wird und neue Nutzungsmöglichkeiten entstehen.
Die Niedersächsische Sparkassenstiftung freut sich, dass sie hierbei in Zusammenarbeit mit der Sparkasse Hildesheim Goslar Peine den Verein finanziell unterstützen konnte. Am Tag des offenen Denkmals wird sich die Orangerie in ein Café verwandeln, das allen Denkmalinteressierten offensteht, die von hier aus den Gutspark erkunden oder einen Blick auf die benachbarte – ebenfalls vom Verein restaurierte – Fayencemanufaktur des 18. Jahrhunderts werfen wollen.



