Denkmalpflege

Tag des offenen Denkmals 2026 – Ein Blick in die Tiefe
Der Catharina-Neufang-Stollen in St. Andreasberg

Wohl um 1575 – und damit zur Zeit eines rasanten Aufschwungs des Bergbaus im Oberharz – wurde der Catharina-Neufang-Stollen in den Berg getrieben („aufgefahren“), um ein neuentdecktes Silbererzvorkommen abzubauen. Spätestens im 18. Jahrhundert wurde das Bergwerk unterirdisch mit der nahen Grube Samson verbunden und um 1880 durch einen neuen Förderstollen – einige Meter hangabwärts des ursprünglichen Zugangs („Mundloch“) – erweitert. 1910 schloss man die Grube, als der Silberbergbau in St. Andreasberg aufgrund mangelnder Rentabilität komplett eingestellt wurde.

Das seit 1950 bestehende Bergwerksmuseum Grube Samson bewahrt über Tage und unter Tage die denkmalgeschützten Relikte des Silberbergbaus und macht sie den Besucherinnen und Besuchern zugänglich. Allerdings konnten im Catharina-Neufang-Stollen in den letzten Jahren keine Führungen mehr stattfinden, weil verschiedene Restaurierungsmaßnahmen anstanden, um die Betriebssicherheit zu gewährleisten. Diese betrafen vor allem das frühneuzeitliche Mundloch, bei dem die Stützen aus Holz durch Metallträger ersetzt und die Decke des Gangs („Firste“) gegen das Herabfallen von Gesteinsbrocken gesichert werden mussten. Die Niedersächsische Sparkassenstiftung hat zusammen mit der Sparkasse Hildesheim Goslar Peine diese Restaurierung durch eine finanzielle Förderung begleitet.

Ende 2025 konnte die Baumaßnahmen abgeschlossen werden, und im Mai 2025 erfolgte die offizielle Wiedereröffnung für Museumsbesucherinnen und -besucher. Zum umfangreichen Programm des Bergwerksmuseums am Tag des offenen Denkmals gehören somit auch wieder Führungen durch den Catharina-Neufang-Stollen, die einen wahrhaft tiefen Einblick in die Bergbaugeschichte ermöglichen – denn es bietet sich auch ein Blick in die Silbererzspalte, die über dreieinhalb Jahrhunderte bis in eine Tiefe von mehr als 240 Meter ausgebeutet wurde!