Denkmalpflege

Tag des offenen Denkmals 2026 – Ein Ort der Begegnung im Rundlingsdorf.
Das Bauernhaus Prezier Nr. 8 im Südosten des Wendlands

Der kleine Ort Prezier ist Rundlingsdorf, wie es für das Wendland typisch ist: Um einen zentralen Platz stehen im weiten Rund große Fachwerkhäuser, meist in der typischen Vierständerbauweise des 19. Jahrhunderts, dahinter meist langgezogene Gartengrundstücke. Die Berliner Architekten Kay Fischer und Jonas Käckenmester haben eines davon – das Haus Nr. 8, das über viele Jahre leer stand – erworben und in eine gemeinnützige GmbH eingebracht, die konkret den Erhalt des Gebäudes und darüber hinaus durch Veranstaltungen Kunst und Baukultur im ländlichen Raum fördern soll.

Das Gebäude ist eines der wenigen, die noch aus der Zeit vor dem großen Dorfbrand von 1859 stammen. Der Wohnteil im Süden wurde 1820 errichtet, der Wirtschaftsteil mit dem zum Dorfplatz ausgerichteten großen Tor 1823 angefügt und anschließend nur in Details verändert, sodass im Inneren zum Beispiel noch eine Treppengalerie aus jener Zeit erhalten ist. Mit entsprechendem denkmalpflegerischem Feingefühl, traditionellen Handwerkstechniken und authentischen Materialien führen Käckenmester und Fischer seit einem Jahr eine umfassende Restaurierung durch, unterstützt durch regionale Handwerker wie Maurermeister Ruben Heindrichs und Architektur-Studierende der Universitäten Hannover, Wien, Brno (Brünn) und L’Aquila, die in Workshops Einblicke in handwerkliche Tätigkeiten erhalten und praktische Erfahrungen in der Denkmalpflege sammeln.

Aktuell ist ein wichtiger Bauabschnitt beendet, der finanziell von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung in Zusammenarbeit mit der Sparkasse Uelzen Lüchow-Dannenberg unterstützt wurde: Der prachtvolle Nordgiebel ist wieder hergestellt und konnte am 28. August 2026 der Öffentlichkeit präsentiert werden. Zwar sind noch viele weitere Schritte notwendig, aber schon jetzt ist das Projekt ein Gewinn für das Dorf. Am Tag des offenen Denkmals können sich alle Interessierte von 10 bis 18 Uhr in einer Ausstellung und verschiedenen Führungen einen umfassenden Einblick verschaffen, wie ein altes Bauernhaus mit neuem Leben gefüllt und zu einem Ort der Begegnung wird.