
Tag des offenen Denkmals 2026 – Eine historische Windmühle in Aktion
Die Galerieholländer-Windmühle in Lintig
Seit Jahrhunderten nutzt man in Niedersachsen die Windkraft und prägt damit das Landschaftsbild – heute durch die modernen Windkraftanlagen, früher durch meist an leicht erhöhten Standorten erbaute Windmühlen. Die reetgedeckte Galerieholländerwindmühle in Lintig im Landkreis Cuxhaven repräsentiert also eine typische Gattung ländlicher Baudenkmale: Das 1872 errichtete Bauwerk mit achteckigem Unterbau, umlaufender Galerie und (nach ursprünglich holländischem Vorbild) drehbarer Kappe mit Windrose wurde rund 100 Jahre gewerblich genutzt.
Als jedoch 1982 ein Blitz in die Mühle einschlug, brannte das Gebäude komplett aus. Nur einem enormen Kraftakt der Eigentümerfamilie und des Mühlenvereins Lintig e.V. ist es zu verdanken, dass die Mühle heute für die Öffentlichkeit zugänglich ist: Unter anderem mit Originalbauteilen einer Mühle aus dem 30 km südwestlich gelegenen Bramstedt wurden Kappe, Jalousieflügel und die komplette Mühlenmechanik (Mahlgang, Schrotgang, Pellgang, Elevator und Sichter) wieder so hergerichtet, dass heute im Schaubetrieb tatsächlich Korn gemahlen und so das historische Müllerhandwerk erlebbar gemacht werden kann.
Dies ist natürlich nur möglich, weil Eigentümer und Verein seit Jahrzehnten konsequent das Baudenkmal pflegen – im Augenblick ist es die hölzerne Galerie, die komplett erneuert werden muss, um sie weiter sicher betreten zu können. Die Niedersächsische Sparkassenstiftung unterstützt diese Maßnahme in Zusammenarbeit mit der Kulturstiftung der Weser-Elbe Sparkasse. Am Tag des offenen Denkmals bietet sich die Chance, sich vom Eigentümer durch die Mühle führen und ihre Funktionsweise erklären zu lassen. Sollten die Windverhältnisse günstig sein, können die Besucherinnen und Besucher die historische Galerieholländer-Windmühle in Lintig sogar in vollem Betrieb bewundern!


