Bildende Kunst

Timm Ulrichs (31. März 1940 – 29. April 2026)

Mit dem Hannoveraner Künstler Timm Ulrichs ist einer der bedeutendsten Vertreter der deutschen Konzeptkunst gestorben, der ein außerordentlich vielfältiges und hintergründiges Werk geschaffen hat.

Sein Tod ist nicht nur für Hannover ein großer Verlust. Die Niedersächsische Sparkassenstiftung wird Timm Ulrichs als einen Künstler erinnern, der mit seinen oftmals provokanten Arbeiten entschlossen und zugleich mit Leichtigkeit und Humor neue Perspektiven eröffnet hat. Sein Werk, das neben Skulpturen, Fotografien und textbasierten Arbeiten auch zahlreiche Aktionen umfasst und für das er 2020 den Käthe-Kollwitz-Preis erhielt, bleibt herausfordernd und relevant. 

Timm Ulrichs wurde 1940 in Berlin geboren, verbrachte seine Kindheit im Oldenburger Land und in Bremen und zog 1959 nach Hannover. Er lebte in Hannover und Berlin, wo er in der vergangenen Woche im Alter von 86 Jahren gestorben ist. 

Im Jahr 1966 stellte Ulrichs sich in der Frankfurter Produzentengalerie Patio als „erstes lebendes Kunstwerk“ aus und legte damit den Grundstein für weitere Arbeiten, in denen er sein Leben zur Kunst erklärte. Zu seinen bekanntesten Werken zählt eine Performance aus dem Jahr 1975, bei der er mit dunkler Brille, Blindenstock, gelber Armbinde und einem Schild mit dem Schriftzug „Ich kann keine Kunst mehr sehen!“ über den Internationalen Kunstmarkt Köln ging. 

Von 1972 bis 2004 unterrichtete der streitbare Künstler als Professor für Bildhauerei und „Totalkunst“ an der Kunstakademie Münster und inspirierte neben vielen Künstlerinnen und Künstlern auch zahlreiche Studierende.

Anlässlich seines 70. Geburtstags haben das Sprengel Museum Hannover und der Kunstverein Hannover unter dem Titel „Betreten der Ausstellung verboten“ eine Retrospektive von Timm Ulrichs gezeigt, die von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und der Sparkasse Hannover gefördert wurde. Auch die Ausstellung „Paarlauf“, in der bis Ende Januar 2026 Werke von Timm Ulrichs im Dialog mit Arbeiten der befreundeten Künstlerin Christiane Möbus im Kunstverein Celle zu sehen waren, wurde von der Stiftung unterstützt.

Der Sparkassenverband Niedersachsen zeigt neben seinem Gebäude im Schiffgraben in Hannover Timm Ulrichs „Kopf-Stein-Pflaster“ (1980/1994), das aus 834 Beton-Abgüssen vom Kopf des Künstlers besteht und bei dem es sich um die einzige Arbeit von Timm Ulrichs handelt, die dauerhaft im Stadtraum von Hannover präsentiert wird.