Denkmalpflege

Tag des offenen Denkmals 2025 – Die Kirchenorgel von St. Aegidius in Berne

Noch heute lässt sich an der wuchtigen St. Aegidius-Kirche in Berne im Landkreis Wesermarsch erkennen, dass sie der Bremer Erzbischof Gerhard II. Mitte des 13. Jahrhunderts als Machtdemonstration errichten ließ, um seine Herrschaft über die besiegten Stedinger Bauern zu verdeutlichen. Auch im Inneren ist die gotische Hallenkirche im Vergleich zu anderen Gotteshäusern im ländlichen Raum sehr reich ausgestattet.

Besonders sticht die große Orgel mit ihrem prächtigen Prospekt (Schauseite zur Kirche) mit ihren zwei mächtigen Pedaltürmen links und rechts hervor, die ursprünglich vom Brabanter Orgelbauer Reinhard Lampeler 1596 erbaut, 1642 von Harmen Kröger erweitert und schließlich 1714 von Christian Vater und 1742 von Eilert Köhler nach einem Gutachten des berühmten Orgelbauers Arp Schnitger weiterentwickelt wurde. Ihr frühbarockes Klangbild war der Orgel jedoch leider durch Überarbeitungen des ausgehenden 18. und vor allem im Laufe des 20. Jahrhunderts verlorengegangen, obwohl in ihrem Inneren die historische Pfeifensubstanz die Jahrhunderte überdauert hatte.

Daher verfolgte die Kirchengemeinde Berne das Ziel, dem Instrument im Rahmen einer umfassenden Restaurierung den ursprünglichen Klang des 17. und 18 Jahrhunderts zurückzugeben. Um die gewaltigen Kosten zu stemmen, wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um auf EU-, Bundes- und Landesebene Fördermittel einzuwerben. Auch die Niedersächsische Sparkassenstiftung beteiligte sich gemeinsam mit der Landessparkasse zu Oldenburg an der Finanzierung, sodass im Frühjahr 2023 die Aufträge an die Orgelbaufirmen erteilt werden konnten. Für Restaurierungsprojekte in dieser Größenordnung erstaunlich: Bereits zwei Jahre später waren die Arbeiten abgeschlossen und die Orgel konnte im Juni 2025 feierlich wieder eingeweiht werden – mit barocker Orgelmusik, wie es sich für ein herausragendes Zeugnis der frühneuzeitlichen Orgelbautradition in Norddeutschland gehört!