Bildende Kunst

Frauen machen Schule – Wegbereiterinnen der Moderne

Das Kunsthaus Stade zeigt vom 24. Januar bis 25. Mai 2026 die Ausstellung „Frauen machen Schule. Wegbereiterinnen der Moderne“ und beleuchtet ein bislang wenig beachtetes Kapitel der Kunstgeschichte: die 1891 von Valesca Röver gegründete private Hamburger Malschule für Frauen. Zu dieser Zeit waren staatliche Kunstakademien ausschließlich Männern vorbehalten, sodass Rövers Initiative eine neue Ausbildungsmöglichkeit für Künstlerinnen in Norddeutschland schuf. Nach einem ersten Standort an der Stadthausbrücke zog die Schule an den Glockengießerwall 23, direkt gegenüber der Hamburger Kunsthalle, und setzte bewusst auf eine Ausbildung, die Frauen zu eigenständigen Berufskarrieren befähigte.

Zu den Absolventinnen zählen Alma del Banco, Gretchen Wohlwill, Harriet Wolf, Lore Feldberg‑Eber und Annemarie Ladewig, die als Wegbereiterinnen der Moderne in Hamburg gelten. Durch intensive Recherchen in Hamburger Archiven konnten Schüler*innen und Lehrer*innen der Malschule identifiziert und zahlreiche bislang unveröffentlichte Werke in Privat‑ und Familiennachlässen gefunden werden.

Die Ausstellung präsentiert etwa 100 Werke von 20 verschiedenen Künstler*innen und illustriert eindrucksvoll, welche gesellschaftlichen Barrieren ihnen zur damaligen Zeit im Weg standen. Die Künstlerin Anne Bracht verbindet die historischen Gemälde mit ihrer eigenen Kunst und schafft so eine visuelle Brücke zwischen der Kunst um 1900 und der Gegenwart.

Die Eröffnung findet am Freitag, dem 23. Januar 2026, um 19:30 Uhr im Kunsthaus Stade statt. Die Ausstellung wird von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und der Sparkasse Stade Altes Land gefördert.