Denkmalpflege

Tag des offenen Denkmals 2025 – Die Grafengruft in der Schlosskirche Varel

Die Grafengruft in der Vareler Schlosskirche ist einer der letzten heute noch vorhandenen Belege, dass der Ort einst die Residenz einer oldenburgischen Nebenlinie, der sog. Grafen von Aldenburg, war. Sie und die Grafen von Bentinck als ihre Erben ließen über 200 Jahre lang – von der Mitte des 17. Jahrhunderts bis 1854, als das Großherzogtum Oldenburg wieder die volle Herrschaft über Varel übernahm – ihre verstorbenen Familienmitglieder unter dem Altarraum beisetzen.

Zwischenzeitlich drohte dieser Ort ganz dem Vergessen anheim zu fallen: Als man 1962 den Fußboden am Altar tieferlegte, kappte man die Kreuzgratgewölbe der Gruft und ersetzte sie durch eine Betondecke. Die kunstvoll aus Zink, bemaltem Holz, mit Bespannstoff oder Beschlagsilber gestalteten Särge waren fortan nur noch notdürftig über einen schmalen Schacht erreichbar und wurden in der aufsteigenden Feuchtigkeit ihrem Schicksal überlassen.

Als 2019 die Kirchengemeinde Varel von den Grafen von Bentinck die Eigentumsrechte an der Gruft übernahm, wurde umgehend die Restaurierung der Gruft und der darin aufgestellten Särge in die Wege geleitet, die durch die Niedersächsische Sparkassenstiftung in Zusammenarbeit mit der Landessparkasse zu Oldenburg finanziell unterstützt wurde. Die historische Bausubstanz wurde, soweit noch vorhanden, gesichert, ein neuer Zugang geschaffen und die Särge von auf den Erhalt von Zeugnissen der historischen Begräbniskultur spezialisierten Fachleuten restauriert. Besucherinnen und Besucher haben damit nun wieder die Möglichkeit, einen Blick in die Gruft zu werfen und damit in die frühe Neuzeit zu blicken, als Varel eine Herrschaftsresidenz im Oldenburger Land war.