Pressemitteilung vom 9. November 2018

„Zeitgenössische Musik in der Schule 2018“: Einladung zur Abschlussveranstaltung am 21. November

Hannover. Mit Beginn des neuen Schuljahres starteten die Musikland Niedersachsen gGmbH, die Niedersächsische Sparkassenstiftung und das Niedersächsische Kultusministerium zum achten Mal das Projekt „Zeitgenössische Musik in der Schule“. Nun steht der offizielle Abschluss bevor.

Das Projekt „Zeitgenössische Musik in der Schule“ lädt professionelle Musiker*innen in den Musikunterricht ein, um Schüler*innen zeitgenössische Musik näher zu bringen. Dabei stehen die Praxis, das Musik-Erfinden und das Experimentieren mit Klängen und Instrumenten im Mittelpunkt. Über diesen direkten Zugang werden auch Schüler*innen angesprochen, die bisher noch kein Instrument spielen. Für das Schuljahr 2018/2019 wurden insgesamt vier Projekte ausgewählt, die dann in jeweils fünf Doppelstunden an sieben beteiligten Schulen erarbeitet wurden. Anliegen des Programms ist es, die vielfältigen Ausdrucksformen Zeitgenössischer Musik wie Raumklangkompositionen, klingende Alltagsgegenstände oder Improvisation und Jazz mit ihrem Potential für die eigene Kreativität zu nutzen. Beteiligt sind Schüler*innen der Klassenstufen 5 bis 13 aller Schulformen.

Nach drei Monaten voller klangreicher Erkundungen, vielfältigem Ausprobieren und intensivem Austausch steht nun die gemeinsame Abschlussveranstaltung aller beteiligten Schulklassen bevor. Dort präsentieren die Schüler*innen die gemeinsam mit den Künstler*innen erarbeiteten Kompositionen und Installationen.

Zu den Einzelprojekten von „Zeitgenössische Musik in der Schule“ 2018/2019:

Anne Bischof und Maximilian Guth gestalteten zusammen mit den Schüler*innen im Projekt „Vertikal/Horizontal“ Kompositionen, in denen Umwelt und Industrie als Gegenpole hörbar werden. Das Stück der Schüler*innen der Gaußschule Gymnasium am Löwenwall Braunschweig beginnt mit Windgeräuschen, Regentropfen und sphärischen Klängen der Natur, entwickelt sich zu einem Donnern und mündet in einen Dialog mit mechanischen Rhythmen [aus dem Notenmaterial von Maximilian Guths „Mécanique des passions“]. Die Schüler*innen der Realschule Wedemark erzählen hingegen einen Spaziergang von einem Fabrikgelände durch den Park nach, bei dem von einer Fabrik aus zunächst laute Vogelrufe zu hören sind.

Bei „Knistern, Knarzen und Kabelsalat - Klangkunst auf dem Holzpfad“ beschäftigt sich Ansgar Silies zusammen mit den Schüler*innen der Liudger-Realschule Emsbüren und des Lise-Meitner-Gymnasium Neuenhaus mit den Auswirkungen von Materialität, Haptik und Aussehen eines Objektes auf einen Klang. Aus dem Material Holz entstehen Klangobjekte, aus deren Klängen in einer gemeinsam erarbeiteten musikalischen Performance Musik wird.

Jörn Marcussen-Wulff arbeitete mit seinem Interaktions- und Improvisationskonzept „Zeich mal!“ daran, die Ohren der Schüler*innen der Herschelschule Hannover und KGS Bad Bevensen Fritz-Reuter-Schule für ihre Umwelt zu öffnen. Im selbstbestimmten Prozess der Komposition legen diese fest, was sie selber als musikalisch sinnvoll erachten. Das Ergebnis ist so zu 100% der kreative Prozess der Schüler*innen.

Aus dem Projekt „Musikerfindung in Beziehung zum Raum“ entstand in der Geschwister-Scholl-Gesamtschule Göttingen unter der Anleitung von Astrid Schmeling und Matthias Kaul die Komposition „Das Klanghaus“. Geheimnisvoll und einsam steht ein hohes Haus am Rande der Stadt. Acht Fenster sind zu sehen. Dunkel ist es, nur ein unterschwelliges Treiben und Summen ist zu vernehmen. Wer mag dort wohl wohnen? Plötzlich leuchtet ein Fenster auf und noch eins, dann andere – verschiedene Leben werfen ihren rätselhaften Schein nach draußen.

Weitere Informationen zu den einzelnen Projekten finden Sie unter:

www.musikland-niedersachsen.de/musikvermittlung/zeitgenoessische-musik/ .

Beteiligte Künstler*innen nach Projekten:

1. Maximilian Guth & Anne Bischof („Vertikal/Horizontal - Eine musikalische Auseinandersetzung über Maschinen und Naturlaute“)

Maximilian Guth (*1992) wurde als Komponist bereits mehrfach, teils international, ausgezeichnet. Neben seinem Hauptinstrument Klarinette begann er im Alter von 12 Jahren mit dem Komponieren. Ein musikalisches Frühstudium mit Hauptfach Komposition schloss er mit Auszeichnung ab. Nach seinem Abitur studierte er in Hannover Lehramt (Fächer: Musik und Ev. Theologie), seit 2017 studiert er an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" Berlin. Er ist künstlerischer Leiter des internationalen Asambura-Ensembles und des Orchesters der Universitätsmedizin Göttingen Camerata Medica. Im Fokus seiner künstlerischen Arbeit steht die Auseinandersetzung mit anderen Musikkulturen.

Anne Bischof (*1987) studierte Querflöte am Konservatorium Hamburg und an der Musikhochschule Lübeck. Seit ihrem Auslandssemester in Frankreich bei Prof. Mario Caroli, Experte für zeitgenössische Spieltechniken auf der Querflöte, beschäftigt sie sich intensiv mit zeitgenössischer Musik. Ihre musikalische Ausbildung setzte sie im Masterstudiengang an der Musikhochschule Hannover fort und absolvierte die zertifizierte Weiterbildung „Musik erleben. Musik vermitteln“ an der HfK Bremen. Mittlerweile ist Anne Bischof freiberuflich als Flötistin, Musikvermittlerin, Instrumentalpädagogin und Alexander-Technik-Lehrerin im norddeutschen Raum tätig.

2. Ansgar Silies („Knistern, Knarzen und Kabelsalat - Klangkunst auf dem Holzpfad“)

Ansgar Silies (*1979) studierte Szenografie bei Prof. Colin Walker an der Hochschule Hannover. Neben seinem dortigen Lehrauftrag für Szenografie, arbeitet er als freier Bühnenbildner, Musiker und Klangkünstler. Theater- und Filmmusik komponierte er u. a. für das Staatstheater Kassel, Oldenburgisches Staatstheater, Schauspiel Essen, Theater Bonn sowie für den Westdeutschen Rundfunk und den Cornelsen Verlag. Seine Ausstellungen und Klangperformances waren in zahlreichen Kultureinrichtungen im In- und Ausland zu erleben. Ansgar Silies ist Preisträger des Künstlerstipendiums 2009 der Emsländischen Landschaft e.V.

3. Jörn Marcussen-Wulf („‚Zeich mal!’ - Ein musikalisches Interaktions- und Improvisationskonzept für die Schule anhand der Komposition ‚Die Autoritäten’“)

Jörn Marcussen-Wulff (*1981) ist mehrfach ausgezeichneter Komponist, Arrangeur, Posaunist und Dirigent aus Hannover. Er studierte Musik auf Lehramt und Jazzposaune in Hannover und Luzern (CH) sowie Jazz-Komposition an der Musikhochschule Mannheim. Als Dozent für Bigbandleitung, Komposition und Arrangement ist er an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover sowie der Hochschule für Musik und Theater München tätig und leitet zusammen mit Timo Warnecke die professionelle Bigband „Fette Hupe“. Regelmäßig arbeitet er für renommierte Bigbands und Jazzensembles und ist gefragter Dozent für Workshops und Fortbildungen.

4. Astrid Schmeling & Matthias Kaul („Musikerfindung in Beziehung zum Raum“)

Astrid Schmeling studierte Flöte bei Aurèle Nicolet und Klavier bei Wilhelm Behrens in Freiburg. Sie ist Gründungsmitglied des Ensembles L’ART POUR L’ART, pflegt eine enge Zusammenarbeit mit den wichtigsten Komponisten unserer Zeit und wirkte bei über 300 Uraufführungen mit. Gemeinsam mit Matthias Kaul leitet sie die Kompositionsklasse L’ART POUR L’ART für Kinder und Jugendliche und die Konzertreihe für zeitgenössische Kammermusik „ZuHören“ in Winsen. Zudem ist sie im Vorstand des Netzwerks Musik 21 Niedersachsen tätig. Astrid Schmeling wirkte an zahlreichen hochgelobten CD-Einspielungen mit, gibt Konzerte im In- und Ausland und veröffentlicht methodische und kompositionspädagogische Publikationen.

Matthias Kaul arbeitete zunächst als Rock- und Jazzschlagzeuger, um später ein Schlagzeugstudium und anschließend ein Solistenexamen zu absolvieren. Zum Studium der Maasai und Samburu reiste er nach Afrika. Kaul ist Gründungsmitglied des Ensembles L’ART POUR L’ART und hat mit Komponisten und Interpreten wie u.a. John Zorn, David Moss, Carla Bley, Mauricio Kagel, Hans Werner Henze, Vinko Globokar, Hans Joachim Hespos, Alvin Lucier zusammengearbeitet. Er kann auf weltweite Tourneen, CD - Produktionen, Preise sowie auf Uraufführungen von über 300 Werken anderer Komponisten zurückblicken, von denen viele in enger Zusammenarbeit mit ihm entstanden.

Die Abschlussveranstaltung zu „Zeitgenössische Musik in der Schule“ 2018/2019 findet statt am:

21. November, um 13 Uhr im Freizeitheim Vahrenwald (Vahrenwalder Str. 92, 30165 Hannover).
Es handelt sich um keine öffentliche Veranstaltung.
Sollten Sie die  Abschlussveranstaltung besuchen wollen, wenden Sie sich, wie auch bei weitere Fragen, bitte an:

Taru Kastari
Niedersächsische Sparkassenstiftung
Referentin für Musik
Tel. 0511 3603 742
E-Mail: taru.kastari@svn.de
www.nsks.de                                      

Franziska Embach
Musikland Niedersachsen gGmbH
Projektleiterin Dienst für Musikvermittlung
Tel: 0511 642 792 05
E-Mail: embach@musikland-niedersachsen.de
www.musikland-niedersachsen.de

Ansprechpartner
Martina Fragge Tel.: 0511/36 03 - 4 94