Pressemitteilung vom 12. Oktober 2018

Museumspreis hbs kulturfonds in der Niedersächsischen Sparkassenstiftung vergeben

Preisträger ist Gerhard Lenz, Direktor der Stiftung Welterbe im Harz und des Weltkulturerbe Rammelsberg.

Die Entwicklung des Weltkulturerbe Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft zu einem lebendigen Ort der Geschichtsvermittlung, der sich als starker Motor zur Weiterentwicklung der Region erweist, wird mit dem Museumspreis des hbs kulturfonds in der Niedersächsischen Sparkassenstiftung 2018 ausgezeichnet.

Den Preis erhält stellvertretend für alle an diesem Erfolg Beteiligten Gerhard Lenz, Direktor der Stiftung Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft und Geschäftsführer der Erzbergwerk Rammelsberg Goslar GmbH.

Die Vergabe des Preises erfolgt auf Vorschlag einer ausgewiesenen Persönlichkeit aus Kultur und Wissenschaft. Den diesjährigen Preisträger schlug Prof. Dr. Johanna Wanka vor, von 2013 bis 2018 Bundesministerin für Bildung und Forschung sowie von 2010 bis 2013 niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur und von 2000 bis 2009 Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur in Brandenburg. Davor war die Mathematikerin seit 1994 Rektorin der Hochschule Merseburg. In ihrer Begründung für die Wahl des Preisträgers heißt es:

„Es ist faszinierend, wie es in den letzten Jahren gelungen ist, dieses Weltkulturerbe mit allein der gigantischen räumlichen Ausdehnung und der Heterogenität der Erbestätten in der Region und in der Bevölkerung zu verankern und international sichtbar zu machen.“

Die Preisvergabe findet am 28. Oktober 2018 um 11 Uhr im Weltkulturerbe Rammelsberg. Museum und Besucherbergwerk, Bergtal 19, 38640 Goslar, statt.

Das Preisgeld beträgt 5.000 Euro und wird dem Preisträger direkt zur Verfügung gestellt.

Der Museumspreis wird alle zwei Jahre vom hbs kulturfonds in der Niedersächsischen Sparkassenstiftung vergeben und zeichnet Kuratorinnen und Kuratoren, Ausstellungs-gestalterinnen und Ausstellungsgestalter oder Museumsleiterinnen und -leiter in ganz Deutschland aus, die an einer aktuellen Ausstellung in einem Museum oder einem Ausstellungshaus maßgeblich mitgewirkt oder die Entwicklung eines Hauses wesentlich voran gebracht haben. Eine Bewerbung für den Museumspreis des hbs kulturfonds ist nicht möglich. Der Preisträger wird durch einen fachkundigen Beauftragten benannt.

Der hbs kulturfonds in der Niedersächsischen Sparkassenstiftung ist aus der Kulturstiftung hbs hervorgegangen. Diese wurde 1998 von den Eheleuten Dr. Heinz und Brigitte Schirnig gegründet. Die Stiftung konzentrierte ihre Mittel auf die Vergabe zweier Preise, den Museumspreis und einen Kritikerpreis für Ausstellungsbesprechungen. Die Preise werden in unveränderter Form nun vom hbs kulturfonds vergeben.

Über das Weltkulturerbe im Harz

Das Weltkulturerbe Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft ist ein besonderer Ort. Auf über 200 Quadratkilometern erstreckt sich über- und unterirdisch ein einzigartiges Zeugnis - eine der größten und ältesten Bergbauregionen für Silber, Kupfer, Blei und Zink in Europa.

Hier schlug das Herz der europäischen Finanzwirtschaft im Mittelalter. Bedeutende Bauwerke der Architektur entstanden, vom einfachen Bergmannshaus bis zur Kaiserpfalz. Kilometerlange Stollensysteme und das größte, vorindustrielle Energieverbundsystem der Welt – die Oberharzer Wasserwirtschaft mit zahlreichen Teichen prägen die Harzer Berglandschaft über und unter Tage.

Intensive Bemühungen der Denkmalpflege unterstützt durch eine Vielzahl interessierter Bürger und Stakeholder führten im Jahr 1992 dazu, dass die Einzigartigkeit des Ortes bei der UNESCO Anerkennung fand und mit der Altstadt von Goslar und dem Erzbergwerk Rammelsberg den Titel Weltkulturerbe erhielt. Im Jahr 2010 wurde die Welterbestätte um die Oberharzer Wasserwirtschaft erweitert.

Damit war ein großer Schritt geschafft, um die Erhaltung des Ortes auf lange Sicht zu gewährleisten. Doch eine Welterbestätte ist nicht nur ein historischer Ort, der in seinem letztmöglichen Zustand konserviert wird, sondern ein Kulminationspunkt der Geschichts­vermittlung.

Zentrale Aufgabe ist es, ihn mit Leben zu füllen, seine Historie zu vermitteln, daraus zu lernen, seine Einzigartigkeit zu erkennen und ins Bewusstsein zu bringen sowie Identifikation zu schaffen. Diese Aufgabe haben sich die Welterbestiftung und auch der Rammelsberg zu Eigen gemacht und über viele Jahre umgesetzt. Dies findet seinen Ausdruck ebenso in zahlreichen Sonderausstellungen, die das Welterbe aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten, wie in den Welterbe-Erkenntniswegen, die das offen zugängliche Bodendenkmal erschließen oder in museumspädagogischen Aktivitäten, die die außerschulischen Lernorte vernetzen und wahrnehmbar machen.

Kleine wertvolle Museen und Denkmale treten aus ihrem Schattendasein heraus und beleben die Region als touristische Anziehungspunkte, aber auch als Orte des Lernens und der gelebten Erinnerung. Bald werden Welterbe-Infozentren als Portale und Wegweiser ins Welterbe im Harz dienen, aber auch die Verbindung zur globalen Bedeutung als Erbe der Menschheit aufzeigen.

„Diese außerordentliche Entwicklung der Welterbestätten verbunden mit einer intensiven Netzwerkarbeit innerhalb der Region und im europäischen Kontext, trägt jetzt bereits ihre Früchte – z.B. aktuell in der Teilnahme an einem internationalen Marketingprojekt der UNESCO „World Heritage Journeys in the EU“ - und wird auch in Zukunft ein starker Motor zur Weiterentwicklung der Region sein.“, so der Direktor der Stiftung Welterbe im Harz und des Weltkulturerbe Rammelsberg, Gerhard Lenz.

Ansprechpartner
Martina Fragge Tel.: 0511/36 03 - 4 94