Pressemitteilung vom 28. Juni 2018

Entscheider-Gremien der Niedersächsischen Sparkassenstiftung zu Gast in Celle

Einmal jährlich treffen sich der Stiftungsrat und der Vorstand der Niedersächsischen Sparkassenstiftung unter der Leitung ihrer Vorsitzenden, Landrat Kai-Uwe Bielefeld aus Cuxhaven, und Thomas Mang, im Hauptamt Präsident des Sparkassenverbandes Niedersachsen, an einem Ort, an dem Dank ihrer Förderung Projekte erfolgreich realisiert werden konnten.

In Celle, wo sowohl das Bomann- als auch das Residenz Museum bereits mehrfach Unterstützung bei wichtigen Entwicklungsschritten erhielten, beschlossen die Gremien die Förderung von 49 Projekten mit einer Fördersumme von rund 670.000 Euro. Darunter auch die Neugestaltung des Otto Haesler Museums im Rahmen des Bauhaus-Jubiläums 2019.

Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge: „Für unsere Stadt ist es immens wichtig, Partner an der Seite zu wissen, die uns nicht nur finanziell unterstützen, sondern die sich auch inhaltlich gewinnbringend einsetzen und so maßgeblich dazu beitragen, für die Stadt wichtige Projekte voranzutreiben. Eine solch fokussierte Förderung setzt zudem starke touristische Impulse für Celle.“

„Gemeinsam mit der Sparkasse Celle leisten wir bereits seit vielen Jahren einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung und Stärkung der Celler Museumslandschaft – die Neuaufstellung des Bomann- und Residenzmuseums, der Ankauf der Silberblaker, die Verleihung unseres Museumspreises oder die Ausstellung zu 500 Jahre Reformation sind dafür, ebenso wie die heute beschlossene Unterstützung des Haesler-Museums, exzellente Beispiele.“, betonte Thomas Mang, Präsident der Niedersächsischen Sparkassenstiftung.

Landrat Klaus Wiswe: „Ich freue mich, dass das Engagement der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und der Sparkasse Celle den gesamten Landkreis mit einbezieht – das Albert König Museum und das Deutsche Erdölmuseum Wietze konnten ebenso wie der Museumsverbund im Landkreis Celle bereits von Förderungen profitieren.“

Dr. Patrick Kuchelmeister, Vorstandsmitglied der Sparkasse Celle, fügte hinzu: „Im Schulterschluss mit der Niedersächsischen Sparkassenstiftung haben wir bislang über 1 Mio. Euro für Celle und die Region aufgebracht – dies ist eine Größen­ordnung, die nur in enger Koopera­tion möglich ist. Neben den Museen haben wir einen weiteren Schwerpunkt mit den Niedersächsischen Musiktagen. In diesem Jahr am 29. September ab 19 Uhr im Celler Schloss. Freuen Sie sich auf ‚Re-Mix. Bach‘ mit dem Ensemble BachSpace.“

Am Rande der Sitzung wurde verkündet, dass der Vorstand der Niedersächsischen Spar­kassenstiftung Martina Fragge (56) zur stellvertretenden Geschäftsführerin gewählt hat. Frau Fragge, die von Beginn an für die Stiftung tätig ist, leitet das Referat Kommunikation und wird die Position ab dem 1. Januar 2019 einnehmen.

Zum Projekt „Neugestaltung Otto Haesler – Lebendiges Museum des Neuen Bauens in Celle“

Das Bauhaus hatte in den 1920er Jahren sein Kraftfeld in Weimar, Dessau und Berlin als jeweiligem Sitz der Bauhaus - Schule und Werkstätten. Die Wirkung der Bauhausidee ging aber schon damals weit über die drei Städte hinaus. Teils parallel mit eigenen Ideen und Ansätzen, teils in engem Austausch mit den am Bauhaus Lehrenden oder ehemaligen Schülerinnen und Schülern, die jetzt in den Architekturbüros und Künstlerwerkstätten im ganzen Lande mitarbeiteten. Einer dieser eigensinnigen Köpfe, der selber nie am Bauhaus tätig war, aber von der Idee des Neuen Bauens stark inspiriert war, war Otto Haesler. Ein Forscher und Tüftler, einer, der weniger an der Lehre als an der konkreten Umsetzung interessiert war. Ein ganz­heitlich denkender Mensch, der so unterschiedliche Aspekte wie Gestaltung und Wirtschaftlichkeit, Farbigkeit und Baukonstruktion, Gartenkunst und die soziale Frage frühzeitig in seine Entwürfe integriert hat. Ein sehr sozial denkender Architekt, der sich im Laufe der 20er Jahre immer mehr der bestimmenden sozialen Frage dieser Zeit, der Wohnungsnot, widmete, und dessen Siedlungsentwürfe immer radikaler ausfielen mit dem Ziel, ein menschenwürdiges Wohnen zu bezahlbaren Mieten auf engstem Raum zu ermöglichen. Und ein ökonomisch denkender Mensch, der die Kosten für das Bauen - und damit die Kosten für das Wohnen- radikal senken wollte und mit seinen Stahlskelettbauten einen Weg für sich gefunden hatte und immer weiter verfeinerte.

Otto Haesler war 1907 nach Celle gekommen. Er baute in den 20er Jahren sieben Einzelbauten und Siedlungen im Stil des Neuen Bauens, die national und international stark beachtet wurden. Außerdem führte er eine Vielzahl weiterer An- und Umbauten durch und nahm auch über Celle hinaus an vielbeachteten Wettbewerben teil. Von Gropius als Nachfolger von Hannes Meyer als Bauhausdirektor 1930 vorgeschlagen, lehnte er mit Hinweis auf seine Forschungen und Bauvorhaben ab (die Nachfolge übernahm dann Ludwig Mies van der Rohe). Durch enge Kontakte auch über Gropius hinaus zum Bauhaus, von denen einige Schülerinnen und Schüler in seinem Büro arbeiteten, gab es wechselseitige Inspiration und Austausch.

Otto Haesler hat auf seine ganz eigene Art, die Ideen des Bauhauses in der Provinz umge­setzt und dadurch Impulse für die Bauhausidee geliefert. Seine sieben, in den Jahren von 1923-1931 in Celle entstandenen Bauten und Siedlungen sind überwiegend im Original­zustand erhalten und werden vielfach in Ihrer ursprünglichen Funktion genutzt. Hier lassen sich baulich-gestalterische, baukonstruk­tive und soziale Entwicklungen des Neuen Bauens an den Originalbauten ablesen und erfahrbar machen. Die Unterschiedlichkeit der Bauten - vom Direktorenwohnhaus bis zur Schule, vom Wohnen für Besserverdienende bis zum Schlichtbau/Wohnen für das Existenz­minimum, vom Einzelgebäude über Hausgruppen und Ensembles bis zur Siedlung - zeigen die Vielfalt des Neuen Bauens und des Schaffens Otto Haeslers. An der Veränderung seiner Bauten über die Jahre lässt sich die Veränderung des gesellschaft­lichen Umfeldes, der Anforderungen an modernes Bauen und die Weiterent­wicklung der Architektenpersönlichkeit Otto Haeslers aufzeigen.

Im Bauhausjubiläumsjahr 2019 sollen die sieben Bauten und Siedlungen des Neuen Bauens von Otto Haesler in Celle im Mittelpunkt stehen:

1. Siedlung Italienischer Garten (1923-1925)
2. Siedlung St. Georg-Garten (1925/1926)
3. Altstädter Schule (1926-1928)
4. Rektorenwohnhaus (1926-1928)
5. Wohnhausgruppe Waack (1928)
6. Direktorenwohnhaus (1930/1931)
7. Siedlung Blumläger Feld (1930/1931).

Die Gebäude und Siedlungen, aber auch die Persönlichkeit Otto Haeslers sollen vom Bomann Museum und der Otto Haesler Stiftung verstärkt in das öffentliche Bewusstsein gebracht werden. Dafür sind verschiedene Führungen und Veranstaltungen geplant. Vor allem soll aber die Dauerausstellung im Otto Haesler Museum, das Teil des Celler Museums­verbundes ist, mit Unterstützung durch das Bomann-Museum aktualisiert werden, um den Werdegang des Architekten Otto Haeslers, seine Eigenständigkeit und Eigenwilligkeit sowie seinen engen inhaltlichen Bezug zum Bauhaus darzustellen.

Die Niedersächsische Sparkassenstiftung unterstützt gemeinsam mit der Sparkasse Celle das Ziel, einen dem Bauhaus nahestehenden wichtigen Celler Architekten im Bauhaus-Jubiläumsjahr der Öffentlichkeit wieder breiter bekannt zu machen und damit Celle als wichtiges Zentrum des Neuen Bauens neben Weimar, Berlin und Dessau zu etablieren.

Konzert im Rahmen der Niedersächsischen Musiktage 2018 zum Thema Beziehungen

Re-Mix.Bach
Fr 28.09., 19.00 Uhr, Schloss Celle, Rittersaal, Celle

Ensemble BachSpace
Kann man Johann Sebastian Bach heutzutage noch neu entdecken? Ja, wenn er in aufregender Art und Weise mit den künstlerischen Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts in Beziehung gesetzt wird. Respektvoll und zugleich voller Neugier und Kreativität entführt das Künstlerkollektiv BachSpace am 28. September im Rittersaal des Schlosses Celle in ihr ganz eigenes Bach-Universum.

Für die Pianistin Tamar Halperin ist Johann Sebastian Bach der Schöpfer der „bedeutendsten Musik, die je geschrieben wurde. „Musik, ohne die die Welt nicht komplett wäre.“ Das bedeutet aber nicht, diese Werke wie Heiligtümer unberührt ins Museum zu stellen. Aus der Liebe zu Bach und dem Respekt vor dessen Werk erwächst die Lust, mit modernen Tontechniken, raffinierten Arrangements und klangsinnlichen Aufführungen Bachs Welt mit neuem Schwung kreisen zu lassen.

Das Künstlerkollektiv BachSpace erschafft aus dem Geiste Johann Sebastian Bachs und mit dessen Musik faszinierende Werke, die mühelos das 18. und das 21. Jahrhundert verbinden. Bach selbst war ein Meister des Verknüpfens, Kombinierens und Zusammenfügens – und hätte in unserer digitalen Gegenwart sicherlich seine helle Freude gehabt an den Möglichkeiten von Samplings, Loops und Soundarchiven.

Die MusikerInnen des BachSpace nennen ihre neu geschaffenen Werke ‚constellations‘. Es ist die perfekte Beschreibung dafür, wie hier Klassik und Elektronik, Barock und Popkultur, Sonate und Sample verschmelzen.

„Beziehungen“: ein Thema, das bei den Niedersächsischen Musiktagen vom 1. – 30. Septem­ber 2018 sinnlich erfahrbar macht, wie stark Menschen und Orte mit Musik in Beziehung stehen. Intendantin Katrin Zagrosek hat ein Programm zusammengestellt, das vier Wochen lang in vielfältiger Weise hörbar Beziehungen knüpft: zwischen Mitgliedern aus Musikerfamilien, zwischen Orten und Musik sowie zwischen Künstlern, die sich persönlich und durch ihre Werke gegenseitig inspirieren.

Wie in jedem Jahr wird das Konzert der Niedersächsischen Musiktage gemeinsam mit der Sparkasse Celle veranstaltet.

Karten und Infos: www.musiktage.de

Zur Niedersächsischen Sparkassenstiftung

Die Niedersächsische Sparkassenstiftung unterstützt mit einem jährlichen Fördervolumen von rund 3,5 Mio. Euro gemeinsam mit den örtlichen Sparkassen und deren Stiftungen kulturelle Vorhaben in den Bereichen Bildende Kunst, Musik, Museen und Denkmalpflege.

Ihr Ziel ist die kulturelle Profilierung Niedersachsens in den Regionen und über die Landes­grenzen hinaus. Dabei setzt sie selbst Impulse: sie ist Veranstalterin der Niedersächsischen Musiktage und vergibt den Preis für Denkmalpflege an Denkmaleigentümer, den Museums­preis für Museen, die herausragende Museumsarbeit leisten (das ‚Windstärke X. Wrack und Fischereimuseum Cuxhaven‘ erhielt diesen Preis im Jahr 2017), und zeichnet im Bereich Bildende Kunst niedersächsische Künstler mit dem Sprengel-Preis bzw. internationale Künstler mit dem Kurt-Schwitters-Preis aus.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1985 konnten mit einer Fördersumme von mehr als 120 Millionen Euro über 3.700 Projekte kultureller Initiativen gestärkt und umgesetzt werden.

Ansprechpartner
Martina Fragge Tel.: 0511/36 03 - 4 94