Pressemitteilung vom 9. August 2018

Kompositionswerkstatt im Klassenzimmer: „Zeitgenössische Musik in der Schule“ geht in die achte Runde

Künstler und Lehrer treffen sich bei Auftaktveranstaltung in Hannover

Hannover. Mit Beginn des neuen Schuljahres starten die Musikland Niedersachsen gGmbH, die Niedersächsische Sparkassenstiftung und das Niedersächsische Kultusministerium zum achten Mal das Projekt „Zeitgenössische Musik in der Schule“.

Am Montag, 20. August, treffen bei der Auftaktveranstaltung in Hannover erstmals die Lehrerinnen und Lehrer mit jenen Künstlerinnen und Künstlern zusammen, die das Projekt begleiten. Dabei haben die Lehrkräfte Gelegenheit, sich für die kommende Zusammenarbeit auszutauschen, Wünsche zu äußern und offene Fragen zu klären.

Das Projekt „Zeitgenössische Musik in der Schule“ bietet die Chance, Musikerinnen und Musiker in den Unterricht einzuladen, um Schülerinnen und Schülern zeitgenössische Musik näherzubringen. Dabei steht vor allem die Praxis - das Musik-Erfinden und das Experimentieren mit Klängen und Instrumenten - im Mittelpunkt. Über diesen direkten Zugang werden auch Schüler angesprochen, die bisher noch kein Instrument spielen. Für das Schuljahr 2018/2019 wurden insgesamt vier Projekte ausgewählt, die dann in jeweils fünf Doppelstunden erarbeitet werden. Anliegen des Programms ist es, die vielfältigen Ausdrucksformen zeitgenössischer Musik wie Raumklangkompositionen, klingende Alltagsgegenstände oder Improvisation und Jazz mit ihrem Potential für die eigene Kreativität zu nutzen.

Es sind wieder namhafte Künstlerinnen und Künstler aus verschiedensten Spielarten zeitgenössischer Musik dabei:

  • Der Posaunist, Dirigent und Komponist Jörn Marcussen-Wulff mit seinem Interaktions- und Improvisationskonzept „Zeich mal!“

  • Der Klangkünstler Ansgar Silies mit „Knistern, Knarzen und Kabelsalat“, die Klangkunst auf dem Holzpfad

  • Der Komponist Maximilian Guth und die Querflötistin Anne Bischof mit „Vertikal / Horizontal“, einer musikalischen Auseinandersetzung über Maschinen und Naturlaute

  • Die Mitglieder des Ensembles L’ART POUR L’ART Astrid Schmeling und Matthias Kaul mit einer musikalischen Raumgestaltung

Weitere Informationen zu den einzelnen Projekten finden Sie unter:
http://www.musikland-niedersachsen.de/zeitgenoessische-musik/.

Folgende niedersächsische Schulen wurden für die Teilnahme an „Zeitgenössische Musik in der Schule“ im Schuljahr 2018/2019 ausgewählt:

Projekt „Zeich mal!“
KGS Bad Bevensen
Herschelschule Hannover

Projekt „Knistern, Knarzen und Kabelsalat“
Liudger-Realschule Emsbüren
Lisa Meitner Gymnasium Neuenhaus

Projekt „Vertikal/Horizontal“
Gaußschule Gymnasium am Löwenwall, Braunschweig      
Realschule Wedemark

Projekt „Musikerfindung in Beziehung zu Raum“
Geschwister-Scholl-Gesamtschule Göttingen
Schule Bispingen (Grund- und Oberschule)

Beteiligt sind Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 5 bis 13 an Förder-, Haupt- und Realschulen sowie an Gymnasien.

Beteiligte Künstlerinnen und Künstler nach Projekten:

1. Jörn Marcussen-Wulff („Zeich mal!“)

Jörn Marcussen-Wulff (*1981) ist mehrfach ausgezeichneter Komponist, Arrangeur, Posaunist und Dirigent aus Hannover. Er studierte Musik auf Lehramt und Jazzposaune in Hannover und Luzern (CH) sowie Jazz-Komposition an der Musikhochschule Mannheim. Er ist Dozent für Bigbandleitung, Komposition und Arrangement an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover sowie der Hochschule für Musik und Theater München und leitet zusammen mit Timo Warnecke die professionelle Bigband „Fette Hupe“. Er arbeitet regelmäßig für renommierte Bigbands und Jazzensembles und ist gefragter Dozent für Workshops und Fortbildungen.

2. Ansgar Silies („Knistern, Knarzen und Kabelsalat“)

Ansgar Silies (*1979) studierte Szenografie bei Prof. Colin Walker an der Hochschule Hannover. Heute arbeitet er als freier Bühnenbildner, Musiker und Klangkünstler sowie als Lehrbeauftragter für Szenografie an der Hochschule Hannover. Theater- und Filmmusik komponierte er u. a. für das Staatstheater Kassel, Oldenburgisches Staatstheater, Schauspiel Essen, Theater Bonn sowie für den Westdeutschen Rundfunk und den Cornelsen Verlag. Seine Ausstellungen und Klangperformances waren in zahlreichen Kultureinrichtungen im In- und Ausland zu sehen und hören. Ansgar Silies ist Preisträger des Künstlerstipendiums 2009 der Emsländischen Landschaft e.V.

3. Maximilian Guth und Anne Bischof („Vertikal/Horizontal“)

Maximilian Guth (*1992) wurde als Komponist bereits mehrfach, teils international ausgezeichnet. Neben seinem Hauptinstrument Klarinette begann er im Alter von 12 Jahren mit dem Komponieren. Ein musikalisches Frühstudium mit Hauptfach Komposition schloss er mit Auszeichnung ab. Nach seinem Abitur studierte er in Hannover Lehramt (Fächer: Musik und Ev. Theologie). Seit 2017 studiert er an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" Berlin. Er ist künstlerischer Leiter des internationalen Asambura-Ensembles und des Orchesters der Universitätsmedizin Göttingen Camerata Medica. Im Fokus seiner künstlerischen Arbeit steht die Auseinandersetzung mit anderen Musikkulturen.

Anne Bischof (*1987) studierte Querflöte am Konservatorium Hamburg und der Musikhochschule Lübeck. Seit ihrem Auslandssemester in Frankreich bei Prof. Mario Caroli, Experte für zeitgenössische Spieltechniken auf der Querflöte, beschäftigt sie sich intensiv mit zeitgenössischer Musik. Sie setzte ihre Ausbildung im Masterstudiengang an der Musikhochschule Hannover fort. Sie ist zudem Absolventin der zertifizierten Weiterbildung „Musik erleben. Musik vermitteln“ an der HfK Bremen. Mittlerweile ist Anne Bischof freiberuflich als Flötistin, Musikvermittlerin, Instrumentalpädagogin und Alexandertechnik-Lehrerin im norddeutschen Raum tätig.

4. Matthias Kaul und Astrid Schmeling („Musikerfindung in Beziehung zu Raum“)

Matthias Kaul: Zunächst Rock- und Jazzschlagzeuger, dann Schlagzeugstudium, Solistenexamen, zahlreiche Stipendien, Reisen nach Afrika zum Studium der Maasai und Samburu, Gründungsmitglied des Ensembles L’ART POUR L’ART. Zusammenarbeit mit Komponisten und Interpreten wie u.a. John Zorn, David Moss, Carla Bley, Mauricio Kagel, Hans Werner Henze, Vinko Globokar, Hans Joachim Hespos, Alvin Lucier. Tourneen weltweit, CD - Produktionen, Preise und Auszeichnungen für die Einspielungen und andere kulturelle Aktivitäten. Uraufführungen von über 300 Werken anderer Komponisten. Viele dieser Werke entstanden in enger Zusammenarbeit mit Matthias Kaul.

Astrid Schmeling studierte Flöte bei Aurèle Nicolet und Klavier bei Wilhelm Behrens in Freiburg. Gründungsmitglied des Ensembles L’ART POUR L’ART, enge Zusammenarbeit mit den wichtigsten Komponisten unserer Zeit, über 300 Uraufführungen. Gemeinsam mit Matthias Kaul Leitung der Kompositionsklasse L’ART POUR L’ART für Kinder und Jugendliche und der Konzertreihe für zeitgenössische Kammermusik ZuHören in Winsen. Vorstandstätigkeit im Netzwerk Musik 21 Niedersachsen. Zahlreiche hochgelobte CD-Einspielungen (Echo Klassik, Preis der Deutschen Schallplattenkritik), methodische und kompositionspädagogische Publikationen, Konzerte im In- und Ausland.

Weitere Fragen beantwortet gern:

Taru Kastari
Niedersächsische Sparkassenstiftung
Referentin für Musik
Tel. 0511 3603-742
E-Mail: taru.kastari@svn.de                        

Ansprechpartner
Martina Fragge Tel.: 0511/36 03 - 4 94
Ansprechpartner
Taru Kastari Tel.: 0511/36 03 - 7 42