Pressemitteilung vom 8. Juni 2018

Fritjof Mangerich erhält New York-Stipendium 2019

Klangkunst als räumliche Erfahrung

Der in Osnabrück lebende Künstler Fritjof Mangerich (geboren 1990 in Mettingen) erhält das New York-Stipendium 2019. Die gemeinsam vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur und der Niedersächsischen Sparkassenstiftung vergebene Förderung ermöglicht dem Künstler einen zwölfmonatigen Aufenthalt in der US-Metropole.

„Mit dem Stipendium fördern wir herausragende junge Künstlerinnen und Künstler aus Niedersachsen und ermöglichen es ihnen, in der Metropole New York neue Impulse für ihr Schaffen zu sammeln“, sagt der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler. „Ich wünsche Herrn Mangerich eine spannende und inspirierende Zeit in New York.“

Dr. Sabine Schormann, Direktorin der Niedersächsischen Sparkassenstiftung: „Das akribische Ausloten der Beziehungen zwischen Klang und Architektur zeichnen Fritjof Mangerichs bisherige Arbeiten aus. Wir sind uns sicher, dass ihm die kreative Metropole New York wertvolle Anregungen für sein weiteres künstlerisches Werk bieten wird.“

Für den New York-Aufenthalt, der am 1. Januar 2019 beginnt, werden dem Stipendiaten eine Wohnung und ein Atelier zur Verfügung gestellt. Außerdem sind ein monatlicher Zuschuss in Höhe von 1.100 Euro sowie pauschalisierte Reise- und Transportkosten enthalten. Angebunden ist das Projekt an das „International Studio and Curatorial Program“ (ISCP) in New York. Im Anschluss an das Auslandsjahr werden Werke des Künstlers in einem oder zwei niedersächsischen Kunstvereinen präsentiert.

Gerrit Gohlke (Kunstkritiker und Direktor Brandenburgischer Kunstverein, Potsdam) begründet als Vertreter der Fachkommission die Auswahl von Fritjof Mangerich:
„Die Jury würdigt mit Fritjof Mangerich einen Künstler, der sich stereotypen Erwartungen und eingängigen Effekten widersetzt und sich mit seiner Kunst stets auf die konkrete Erfahrung bezieht, statt sich an der schnellen medialen Verbreitung seiner Arbeit zu orientieren.
Sein experimentelles Verständnis von Klangkunst geht dabei immer von ganz spezifischen Situationen aus. Klang setzt er als Medium ein, um physische Körper zu untersuchen und nachzubilden. Mit der Beharrlichkeit eines Forschers untersucht er Ereignisse und Räume, um die akustischen Effekte, die er erzeugt, in Beziehung zu architektonischen, sozialen oder – in seinen neueren Arbeitsvorhaben – politischen Kontexten zu setzen.
In Zeiten, in denen Kunst sich häufig an ihrer Eignung zur leichten medialen Verwertbarkeit messen lassen muss, setzt Mangerich Klischees und schnell fasslichen Effekten bildhauerische Beharrlichkeit entgegen. Vom Objekt bis zum akustischen Prozess verlangt seine Kunst dem Publikum Geduld für das Konkrete und Aufmerksamkeit für das Unspektakuläre ab. Es war auch dieses Vertrauen in die Bereitschaft der Betrachter zur Auseinandersetzung, das die Jury hervorheben und ausdrücklich würdigen wollte.“

Mangerich selbst beschreibt seine Erwartungen an den Aufenthalt in New York wie folgt:
„Die Stadt New York City interessiert mich vor allem im Hinblick auf ihr vielfältiges und wechselseitiges Beziehungsgeschehen von Architektur und Körper (Metabolismen), Architektur und Objekt (Plastik), Architektur und Zeichnung (Topographien), Architektur und Klang (Resonanzen), Sensorik, Psyche und Macht, etc.“

Zur Fachjury gehören in diesem Jahr Ute Heuer (Hochschule Hannover), Ute Stuffer (Kunstmuseum Ravensburg), Prof. Dr. Stephan Berg (Kunstmuseum Bonn), Gerrit Gohlke (Brandenburgischer Kunstverein Potsdam), Prof. Dr. Christoph Grunenberg (Kunsthalle Bremen) und Dr. Reinhard Spieler (Sprengel Museum Hannover).

Ansprechpartner
Martina Fragge Tel.: 0511/36 03 - 4 94
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