Pressemitteilung vom 9. Januar 2018

Museumspreis 2017 der Niedersächsischen Sparkassenstiftung für „Windstärke 10 – Wrack- und Fischereimuseum Cuxhaven“

Das „Windstärke 10 – Wrack und Fischereimuseum Cuxhaven“ erhält den mit 15.000 Euro dotierten Museumspreis der Niedersächsischen Sparkassenstiftung. Im Rahmen einer Feierstunde überreichte Ralf-Rüdiger Schwerz, Vorsitzender des Vorstandes der Stadtsparkasse Cuxhaven, den Preis an Museumsleiterin Dr. Jenny Sarrazin.

Prof. Dr. Eckart Köhne, Präsident des Deutschen Museumsbundes, betonte in seiner Laudatio die Bedeutung von Museen für die kommunale Entwicklung: „Museen sind wichtige Ankerpunkte für Identität. Sie verbinden Kultur, Kunst und Geschichte mit der Gegenwart und laden zu einem lebendigen Dialog ein. Dies gilt gerade auch für kommunale Häuser, die ihren Platz in der Stadtgesellschaft immer wieder neu definieren und zur Diskussion stellen müssen.

Das Museum Windstärke 10 in Cuxhaven ist dafür ein besonders gelungenes Beispiel. Hier hat man es unter Leitung der Direktorin, Dr. Jenny Sarrazin, verstanden, aufbauend auf vorhandenen Sammlungen mit einem neuen Konzept eine thematische Schärfung zu erreichen sowie Ausstellung, Betrieb und Kommunikation zu professionalisieren. Die Geschichte der Fischerei und der Fischverarbeitung in Cuxhaven wurde verknüpft mit der Seefahrt und dem Thema Wrack, wobei immer die betroffenen Menschen im Mittelpunkt stehen. Auf diese Weise erhalten die Besucher einen direkten Zugang zum Thema.

„Windstärke 10 ist eine Bereicherung für Cuxhaven. Nicht nur für die tausenden Urlauber, die jedes Jahr nach Cuxhaven reisen, sondern auch gerade für die Einheimischen ist es ein Ort für die Beschäftigung mit der Geschichte unserer Region“, sagte Dr. Ulrich Getsch, Oberbürgermeister der Stadt Cuxhaven, anlässlich der Preisverleihung.

„Gemeinsam mit der Niedersächsischen Sparkassenstiftung haben wir, die Stadtsparkasse Cuxhaven, das Museum Windstärke 10 in der Vergangenheit vielfacht unterstützt. Dass unsere Förderung erfolgreich war, zeigen nicht nur die Besucherzahlen, sondern auch die Vergabe des Museumspreises 2017“, sagte Ralf-Rüdiger Schwerz, Vorsitzender des Vorstandes der Stadtsparkasse Cuxhaven.

Auf insgesamt fast 2.500 qm Museumsfläche führt „Windstärke 10“ in zwei Themenbereiche ein, die zu den Extremen der Seefahrt gehören. Die Große Hochseefischerei, die Cuxhaven und seine Entwicklung wesentlich geprägt hat, gehörte lange zu den gefahrenträchtigsten Berufen. Die Ausstellung berichtet von der harten Arbeit an Bord der Fischdampfer, schlägt aber auch den Bogen zur Verarbeitung des Fangs und der aktuellen Situation der Cuxhavener Fischerei angesichts der Überfischungsproblematik. Im „Wrackraum“ lässt eine atmosphärische Lichtinstallation Wrackfunde aus dem Halbdunkel auftauchen und vermittelt das Gefühl, unter Wasser zu sein. Ebenso eindringlich sind die Geschichten von gefahrvollen Seereisen, Untergang und Rettung, die in dieser Abteilung erzählt werden.

Mit dem Museumspreis zeichnet die Niedersächsische Sparkassenstiftung seit 1992 Museen im Land aus, die Vorbildliches auf dem Feld der Museumsarbeit leisten und mit ihrer Arbeit anderen Einrichtungen als beispielhaft vorgestellt werden können. Bisher wurde der Preis alle zwei Jahre vergeben.

Nach mittlerweile zwölf Preisvergaben und insgesamt 29 ausgezeichneten Museen wurde der Preis 2017 neu strukturiert. Die Hauptunterschiede: Der Museumspreis der Niedersächsischen Sparkassenstiftung wird seit diesem Jahr jährlich vergeben.

Anstelle eines Bewerbungsverfahrens wird der Preisträger auf Juryvorschlag bestimmt.

Die Jury ist dabei frei zu entscheiden, welche Aspekte der musealen Arbeit sie hervorheben will. Sie kann so auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen reagieren und betonen, welche Rollen Museen jeweils dabei spielen können.

Für den ersten Jahrgang nach der Neuausrichtung hat sich die Jury auf Museen in kommunaler Trägerschaft und deren Bedeutung konzentriert.

Der Jury des Museumspreises 2017 gehörten an:

  • Prof. Dr. Anja Dauschek, Direktorin Museum Altona;

  • Prof. Dr. Martin Eberle, Stiftung Schloss Friedenstein Gotha;

  • Dr. Claudia Höhl, Direktorin Dommuseum Hildesheim;

  • Dr. Martin Hoernes, Generalsekretär Ernst von Siemens Kunststiftung;

  • Prof. Dr. Eckart Köhne, Direktor Badisches Landesmuseum Karlsruhe und Präsident Deutscher Museumsbund;

  • Dr. Sabine Schormann, Stiftungsdirektorin Niedersächsische Sparkassenstiftung;

  • Dr. Frauke von der Haar, Focke Museum Bremen und 1. stv. Vorsitzende des Museumsverbandes für Niedersachsen und Bremen;

  • Prof. Rolf Wiese, Vorsitzender Museumsverband für Niedersachsen und Bremen e.V.

 

Weitere Informationen zum „Museumspreis der Niedersächsischen Sparkassenstiftung“ unter www.nsks.de

Ansprechpartner
Martina Fragge Tel.: 0511/36 03 - 4 94