Pressemitteilung vom 9. Oktober 2017

Niklas Maak mit dem Kritikerpreis des hbs kulturfonds ausgezeichnet

Niklas Maak erhält den mit 5.000 Euro dotierten Kritikerpreis des hbs kulturfonds in der Niedersächsischen Sparkassenstiftung für seine Kritik „Parlament der Bilder“, die am 8. April 2017 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschienen ist.

Die Preisvergabe erfolgt am Freitag, 15. Dezember 2017, 18.00 Uhr im Atrium der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Mittelstraße 2 - 4, 10117 Berlin.

Die Jury begründete ihre Entscheidung wie folgt: „Niklas Maak beschreibt in seiner Rezension der Documenta in Athen, wie die Ausstellung in die Stadt ausgreift, wie sie halb vergessene Institutionen wie das nie eröffnete Museum für Gegenwartskunst EMST wiederbelebt und Relevanz erreicht, weil sie wie schon in der Antike den öffentlichen Raum nicht einfach als Handelsfläche, sondern auch als Bühne der Zivilgesellschaft versteht. Für Maak ist dies ‚eine Erinnerung an die andere Hälfte, die eine städtische Zivilisation ausmacht‘. Leichter Hand verbindet der Autor in seinem elegant geschriebenen Text präzise Beschreibungen der ausgestellten Kunstwerke mit ihrer Einordnung in den gesellschaftlichen und kulturhistorischen Zusammenhang. Er diskutiert gestalterische, konzeptionelle und szenografische Aspekte der Athener Ausstellung und gelangt so zu einer überzeugenden eigenen Haltung gegenüber einem der wichtigsten Kunstereignisse des Jahres 2017.“

Niklas Maak wurde am 17. August 1972 in Hamburg geboren. Er studierte dort und in Paris Kunstgeschichte, Philosophie und Architektur, promovierte 1998 zur Entwurfstheorie bei Le Corbusier und Paul Valéry und lehrte Architekturgeschichte und -theorie in Harvard, Berlin und als Gastprofessor an der Frankfurter Städelschule. Nach einigen Jahren bei der „Süddeutschen Zeitung“ kam er 2001 als Redakteur zum Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Dort leitet er heute zusammen mit Julia Voss das Kunstressort. Im Hanser Verlag veröffentlichte er die Bücher „Der Architekt am Strand“ (2010), „Fahrtenbuch. Roman eines Autos“ (2011) sowie „Wohnkomplex. Warum wir neue Häuser brauchen“ (2014). Für seine Essays wurde er unter anderem mit dem George F. Kennan Award und dem Henri-Nannen-Preis ausgezeichnet.

Der Kritikerpreis des hbs kulturfonds wird 2017 zum dritten Mal vergeben; er wird alle zwei Jahre alternierend mit dem Museumspreis des hbs kulturfonds ausgelobt.

Mit dem Kritikerpreis des hbs kulturfonds wird das Ziel verfolgt, das Bewusstsein für gute Ausstellungskritiken zu schärfen, da diese in der deutschen Zeitungslandschaft nach Ansicht des Gründers des kulturfonds ein Desiderat sind, da wenige Ausstellungsbesprechungen über den Inhalt hinaus die Gestaltung kritisch würdigen und die Ausstellung im Kontext des gesamten Museums sehen.

Die Jury des Kritikerpreises 2017:

  • Martina Fragge, Leiterin Kommunikation, Niedersächsische Sparkassenstiftung
  • Prof. Dr. Eckart Köhne Präsident, Deutscher Museumsbund e. V.
  • Dr. Heinz Schirnig, Gründer des hbs kulturfonds
  • Dr. Sabine Schormann, geschäftsführendes Ratsmitglied, hbs kulturfonds in der Niedersächsischen Sparkassenstiftung
  • Dr. Kia Vahland, Redakteurin Feuilleton, Süddeutsche Zeitung, Preisträgerin des 2. Kritikerpreises des hbs kulturfonds
  • Prof. Dr. Rolf Wiese, 1. Vorsitzender, Museumsverband für Niedersachsen und Bremen e. V.


Die hbs Kulturstiftung wurde 1998 von den Eheleuten Dr. Heinz und Brigitte Schirnig gegründet; im Jahr 2014 wurde die Stiftung in den hbs kulturfonds in der Niedersächsischen Sparkassenstiftung überführt. Der hbs kulturfonds konzentriert seine Mittel auf die Vergabe zweier Preise, die alternierend alle zwei Jahre vergeben werden: den Museumspreis des hbs kulturfonds, der Kuratoren ehrt, die außergewöhnliche Ausstellungsvorhaben verwirklichen, und den Kritikerpreis des hbs kulturfonds, der Journalisten für außergewöhnliche Ausstellungsbesprechungen auszeichnet.

Ansprechpartner
Martina Fragge Tel.: 0511/36 03 - 4 94
Download