Museen Sammlungen

Oldenburger Sachsenspiegel

Der Sachsenspiegel ist für die deutsche Rechtsgeschichte von allergrößter Bedeutung. In ihm wurde erstmals das seinerzeit geltende Recht schriftlich niedergelegt. So entstand, wohl im ersten Viertel des 13. Jahrhunderts, im ostwärtigen Harzvorland das bedeutendste deutsche Rechtsbuch, als dessen Verfasser Eike von Repgow gilt. Im Laufe der Jahrhunderte wurde eine Vielzahl Abschriften, später auch von Drucken davon hergestellt und das Verbreitungsgebiet reichte bis weit nach Osteuropa.

Von besonderer Bedeutung sind vier bebilderte Handschriften des Sachsenspiegels, die fast alle im Laufe des 14. Jahrhunderts entstanden. Nach ihren Aufbewahrungsorten werden sie als Heidelberger, Dresdner, Wolfenbütteler und Oldenburger Sachsenspiegel bezeichnet. Unter diesen vier bebilderten Handschriften ist wiederum der Oldenburger Sachsenspiegel von besonderer Bedeutung. Er wurde in Mittelniederdeutsch verfasst und nennt als einziger Auftraggeber, Schreiber, Herstellungsort und Entstehungsjahr: „Im Jahre des Herrn 1336 ist dieses Buch fertiggestellt worden, das Sachsenspiegel genannt wird, durch die Hand des Mönchs Hinrich von Rastede, genannt Gloyesten; dieses Buch ließ Johann, Graf zu Oldenburg, schreiben.“

Im Jahre 1991 konnte die Niedersächsische Sparkassenstiftung gemeinsam mit dem Bundesministerium des Innern, der Kulturstiftung der Länder und einer Gruppe der öffentlich-rechtlichen Finanzdienstleister in Niedersachsen diese Handschrift erwerben. Seit her wird sie als Leihgabe der Niedersächsischen Sparkassenstiftung in der Landesbibliothek Oldenburg verwahrt. 

Weitere Informationen und digitale Bilddaten erhalten Sie auf der Internetseite Landesbibliothek Oldenburg digital.