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Restaurierung begonnen

Sgraffiti an der Hochschule 21 in Buxtehude werden erneuert

Auf dem Baugerüst, hinter der hellgrauen Plane arbeitet seit Juli 2017 ein Team aus Restauratoren an der historischen Fassade der Hochschule 21 in Buxtehude. Sie restaurieren die sog. „Sgraffiti“ – kunstvolle Verzierungen aus farbigem Putz – die über Jahrzehnte von der Fassade des 1875 erbauten Gebäudes bröckelten. „Von einigen der insgesamt 158 Sgraffitis war fast nichts mehr zu sehen“, sagte Christiane Jäschke von der Hochschule 21. Viele der insgesamt 158 Sgraffiti zeigen Szenen aus dem Bau- und Handwerk. Ziele der Restaurationsarbeiten sind es, erhaltene Sgraffiti zu restaurieren und abgebröckelte Sgraffiti originalgetreu wiederherzustellen. Zunächst müssen jedoch die Rückstände älterer Restaurationsarbeiten entfernt werden. Gutachter hatten 2002 bereits festgestellt, dass die Arbeiten an der Fassade der Hochschule 21 für den Erhalt der Sgraffiti unerlässlich sind.

In Niedersachsen sind Sgraffiti-Fassaden etwas ganz Besonderes. Außer an der Hochschule 21 in Buxtehude sind sie lediglich am Haus Pinkenburg auf Borkum und an einer Schule in der Lüneburger Heide zu sehen. Ursprünglich stammt diese Kunstgattung Italien, wanderte während der Renaissance zunächst in die Schweiz, später nach Österreich und schließlich nach Deutschland. Bei dieser speziellen Technik werden verschiedenfarbige Putzschichten auf die Gebäudefassade aufgetragen. Anschließend ritzt, schneidet oder kratzt der Handwerker das Motiv in den frischen, weichen Putz. Dabei ist Schnelligkeit gefragt: Die Arbeiten müssen erledigt sein, bevor die oberste Putzschicht getrocknet ist. Bei mehrfarbigen Sgraffiti wird es noch schwieriger, da der Bildaufbau umgekehrt gedacht werden muss: Zuerst werden die Details angelegt, die Umrisse werden erst zum Schluss sichtbar.