Museum August Kestner Hannover erhält Glanzstück des späten Klassizismus
Sparkassenstiftung und Sparkasse Hannover übergeben Laves-Vitrine
Pressemitteilung vom 22. Januar 2010
Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Hannover Walter Kleine und Dr. Sabine Schormann, Direktorin der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, überreichten heute Herrn Dr. Wolfgang Schepers, Direktor des Museums August Kestner Hannover, eine Georg Ludwig Friedrich Laves zugeschriebene Vitrine des späten Klassizismus.
Die Niedersächsische Sparkassenstiftung hatte das wertvolle Möbelstück des königlichen Hofbaumeisters 2009, gemeinsam mit der Sparkasse Hannover, angekauft und stellt es dem Museum August Kestner als Leihgabe zur Verfügung.
Laves gehört zu den wichtigsten Architekten des 19. Jahrhunderts im Königreich Hannover und ist der Familie Kestner durch verwandtschaftliche Beziehungen eng verbunden.
„Die Laves-Vitrine ist ein großer Gewinn für das Museum August Kestner und schließt außerdem eine Lücke in der Möbelsammlung des Hauses. Wir freuen uns daher, die Ausstellung des Museums durch unsere Leihgabe bereichern zu können“, so Dr. Sabine Schormann, Direktorin der Niedersächsischen Sparkassenstiftung.
„Wir haben gerne geholfen, die Laves-Vitrine für Hannover zu erwerben. Es handelt sich hierbei nicht nur um eine besonders wertvolle Antiquität, sondern auch um ein bedeutendes Zeugnis der regionalen Kulturgeschichte Hannovers“, begründet Walter Kleine, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Hannover, das Engagement seines Hauses.
„Gerade in Zeiten wie dieser schätzen wir die Unterstützung durch die Sparkasse und die Stiftung besonders. Nach der Schenkung der Münzsammlung Berkowitz können wir innerhalb kurzer Zeit eine weitere bedeutende Erweiterung unserer Sammlungen dankbar präsentieren“, betonte Dr. Wolfgang Schepers.
Die Niedersächsische Sparkassenstiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, Niedersächsische Museen durch Ankäufe bei der Herausbildung und Weiterentwicklung von Sammlungs- und Ausstellungsschwerpunkten zu unterstützen. Im Fokus stehen dabei insbesondere Regional- und Spezialmuseen, die für die Geschichte des Landes Niedersachsen oder für besondere Themen wesentlich und unverzichtbar sind.
Vitrinenschrank
Mahagoni auf Weichholz furniert, verglast, verspiegelt
Entwurf: Georg Ludwig Friedrich Laves
Hannover, um 1830
Leihgabe der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und der Sparkasse Hannover
Durch das Engagement der Niedersächsischen Sparkassenstiftung der Sparkasse Hannover konnte die Möbelsammlung des Museum August Kestner durch diese klassizistische Vitrine des Entwerfers Georg Ludwig Friedrich Laves (1788-1864) bereichert werden. Die Zuschreibung an Laves, der als hannoverscher Hofarchitekt u.a. ab 1817 mit dem Umbau des Residenzschlosses beauftragt wurde, kann durch den Vergleich mit einer Entwurfszeichnung im Stadtarchiv Hannover belegt werden.
Die dreiseitig verglaste Vitrine ruht auf einem hohen Sockelkasten. Halbsäulen mit Kapitellen tragen den Architrav. Darüber setzt ein Gesims mit Eier- und Perlstab an. Die antikisierenden Elemente sind unübersehbar.
Kastenmöbel, wie dieses, erfreuten sich im zweiten Viertel des 19. Jahrhunderts sowohl im höfischen als auch im bürgerlichen Bereich großer Beliebtheit. Sie dienten der Zurschaustellung von Porzellan, Gläsern und Erinnerungsstücken. Auch im Schloss in Herrenhausen befand sich eine vergleichbare Vitrine.
Durch den Entwerfer Laves besitzt dieser Schrank einen besonderen Bezug zum Museum August Kestner. Laves war mit der Nichte August Kestners verheiratet, dessen Sammlung den Grundstock des Hauses bildet.

