Komposition mit Würfel und szenische Klangstücke

Konzert von Schülern und Künstlern an der Anne-Frank-Schule Hildesheim

Pressemitteilung vom 6. Januar 2009

Schülerinnen und Schüler der Anne-Frank-Schule, des Gymnasiums Sarstedt und der Michelsenschule Hildesheim laden zu einem Abschlusskonzert »Zeitgenössische Musik in der Schule« ein. Sie spielen Stücke, die sie unter Anleitung des Ensemble L´Art pour L´Art und des Jazzschlagzeugers Dennis Frehse selbst komponiert haben. Das Ensemble beteiligt sich ebenfalls mit einem Beitrag am Konzert. Es findet am Montag, den 26. Januar um 10.30 Uhr in der Eingangshalle der Ann-Frank-Schule statt.
 
 
Im Rahmen des Projektes »Zeitgenössische Musik in der Schule« der Niedersächsischen Sparkassenstiftung besuchte der Jazz-Schlagzeuger Dennis Frehsedreimal eine 8. Klasse der Anne-Frank-Schule in Hildesheim. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten unter seiner Anleitung mit Unterstützung durch die Fachlehrerin Antje Zimmermann im Musikunterricht das Thema »Improvisation - Kommunikation«:
 
Die musikalische Improvisation ist den verbalen Kommunikationsregeln sehr ähnlich. Die Schülerinnen und Schüler lernen einen neuen Umgang mit Instrumenten und eine musikalische Sprache fernab von Tonalität und technischen Voraussetzungen. Über Improvisation, Interaktion, Klangmalerei und -forschung werden eigenständig kreative Kompositionen mit traditionell gespielten und präparierten Instrumenten sowie ungewöhnlichen Klangerzeugern entwickelt.
 
2001 erhielt Dennis Frehse ein Stipendium vom renommierten Berklee College of Music in Boston/USA. Dort hatte er die Gelegenheit bei Größen wie Joe Lovano, Hal Crook und Dave Samuels zu studieren. Musikalische Reisen führten ihn u. a. nach Japan, Frankreich, Spanien, Tschechien und Luxemburg. Neben diversen Konzerten auch mit Branford Marsalis und Mark Murphy, nahm der Percussionist bereits zwei CDs auf und erhielt mehrere Auszeichnungen, z.B. beim Landes- und Bundeswettbewerb »Jugend Jazzt« 1998 und 1999 sowie den »Quincy Jones Award« 2003 in Boston.
 
 
Das Ensemble L´Art pour L´Artentwickelte miteiner 7. Klasse des Gymnasiums in Sarstedt und der Musiklehrerin Gudrun Habermann im Unterricht das Thema »Klingendes Alltagstheater - Alltägliches Klangtheater«:
 
Das Projekt bezieht sich auf das instrumentale Theater von Mauricio Kagel. Nicht die Vertonung und Aufführung von dramatischen Szenen steht im Vordergrund, sondern vielmehr die Nähe zwischen Instrumentalspiel und Theater. Über grotesk absurde Musiktheaterstücke werden die Schüler angeregt, den Alltag einmal wie ein Konzert zu hören. Neu gefundene Instrumente, Alltagssituationen oder -geräusche können die Grundlage für szenische Klangstücke sein.
 
Ebenso erarbeitet das Ensemble L´Art pour L´Artmit einer 5. Klasse der Michelsenschule in Hildesheim und der Fachlehrerin Annika Rüger das Thema »Kompositionsspiele erfinden«:
 
Analog zu den Regelwerken im Sport oder bei Brettspielen haben auch Kompositions- und Improvisationsspiele eigene Regeln. Die Künstler stellen Kompositionsspiele und ihre Einbindung in die Musikgeschichte vor. Sie helfen dabei, eigene Kompositionsspiele zu erfinden und weiter zu entwickeln. Die Schüler entscheiden, ob der szenische Anteil zu einem raumbezogenen Konzept ausgebaut werden soll.
 
Das Ensemble L’Art pour L’Art, dessen Besetzung sich im Bedarfsfalle aus einem festen Musikerkreis erweitert, wurde 1983 von Matthias Kaul (Schlagzeug), Astrid Schmeling (Flöte) und Michael Schröder (Gitarre) gegründet. Das Ensemble gibt weltweit Konzerte vornehmlich neuer Musik. L’Art pour L’Art befasst sich u. a. mit Musiktheater, visueller Musik und Improvisationsmusik. Das Ensemble führt »outdoor projects« und andere Workshops durch. In Winsen/Luhe und Schreyahn leitet L’Art pour L’Art Kinderkompositionsklassen.
 
 
Zum dritten Mal führt die Niedersächsische Sparkassenstiftung in Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Kultusministerium das Projekt »Zeitgenössische Musik in der Schule« durch. Musiker, Komponisten und Ensembles besuchen den Musikunterricht und erarbeiten gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der 5. bis 13. Klasse Themen der zeitgenössischen Musik. Dabei stehen vor allem die Praxis, das Musik-Erfinden und Experimentieren mit Klängen und Instrumenten im Mittelpunkt. Über diesen direkten Zugang werden auch Schüler angesprochen, die vorher noch kein Instrument gespielt haben.
25 niedersächsische Schulen, darunter drei Förder-, eine Real- und eine kooperative Gesamtschule, haben 13 ausgewählte Künstler und Künstlergruppen zu Gast.
 
»Die Förderung der Neuen Musik als einer lebendigen, experimentellen Kunst liegt uns besonders am Herzen. Das Projekt >Zeitgenössische Musik in der Schule< ermöglicht den Jugendlichen nicht nur den Zugang zur Musik, sondern auch die Begegnung mit der eigenen Kreativität; im Zeitalter der Neuen Medien kommt dies häufig zu kurz.«, so Thomas Mang, Präsident der Niedersächsischen Sparkassenstiftung.
 
Das Projekt findet in Kooperation mit dem bundesweiten Verband deutscher Schulmusiker (VDS), Landesverband Niedersachsen des VDS und dem Zentrum Musik 21 statt.