Zeitgenössische Musik in der Schule

Die Projekte im Schuljahr 2012/13

1. »Aus dem Nichts« Formen zeitgenössischer Improvisation
Willi Hanne und Andreas Burckhardt

Wie entsteht Improvisation – gibt es Regeln für die spontane musikalische Gestaltung und Kommunikation? Mit kleinen Improvisationsspielen und der »Sound-Suche« wird die kreative Offenheit der Klasse angesprochen. Dadurch entstehen Ideen für Klangbilder und musikalische Interaktionen. Über musikalische Gestaltungselemente der Improvisation werden verschiedene Konstellationen für ein improvisiertes Konzert entstehen, das sich im Spannungsfeld von Freiheit und Absprache bewegt.



2. »KlangRaumKlang«
Ansgar Silies

Aus der Bildenden Kunst kommend, hat sich die Klangkunst zwischen der zeitgenössischen Musik und der Bildenden Kunst etabliert. Das Projekt gibt einen Einblick in die inter-disziplinär geprägte Kunstform und erarbeitet eine Klanginstallation. Den Schwerpunkt bildet das Spannungsfeld zwischen Klang, Musik, Material und Raum. Zu einem Klang gehört immer ein Raum – Größe, Aussehen, Temperatur und Materialität haben großen Einfluss auf die Klangwahrnehmung sowie der Klang großen Einfluss auf die Raumwirkung hat.




3. »Ausprobieren, Spielen und Komponieren« Jazz-Workshop
Stefan Schultze und Peter Ehwald von der Band schultzing

Der Rhythmus, auch »Groove« genannt, ist ein bestimmender Faktor im zeitgenössischen Jazz. Über die Improvisation, der rhythmischen Verzahnung, dem Ausprobieren von Klängen und Rhythmen werden die Schüler kompositorisch tätig. Jeder Klang kann Musik sein, wenn er in einen musikalischen Kontext gestellt wird. Vermittelt werden auch grundlegende musikalische Parameter wie Dynamik, Rhythmus, Textur, Dirigieren, Cues und Notation.




4. »Katzenmusik« Musizieren und Komponieren ohne Noten mit und für nichtkonventionelle Instrumente
Axel Fries

Neben dem Erlernen adäquater Spieltechniken von Alltagsgegenständen, dem Bau von Instrumenten sowie der Klangerforschung werden die vielfältigen Methoden der Improvisation vermittelt. Ein Matrixprinzip ermöglicht die Aufzeichnung von Musik und Klangfarben ohne konventionelle Notenschrift. Über die Fähigkeit in musikalischen Strukturen zu denken, wie dem dramaturgischen und formalen Aufbau eines Musikstücks, erstellen die Schüler eine eigene Spielkonzeption.




5. »Sounds of …« Szenische Musik
Duo Conradi-Gehlen

Die Schüler erarbeiten eine szenische und kompositorische Version von John Cages »Sound of Venice« oder der »Song Books«. Beide Werke sind in der Instrumentation relativ frei, sodass die Schüler entweder ein Instrument spielen oder in andere Möglichkeiten der experimentellen Klangerzeugung (Body Percussion, objets trouvée etc.) bzw. szenische Aktionen eingebunden werden. Ob mit oder ohne Notenkenntnisse, im Vordergrund steht die praktische und kreative Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Musik.




6. »Musikalische Gesten« Gebärden in Klang
Eckart Beinke

Eigene Ideen und Themen der Klasse werden ausprobiert, erhört und auch von Nicht-Instrumentalisten in Klang umgesetzt. Ein frei zu wählender Begriff oder Zustand wird so in einer musikalischen Geste beschrieben. Im Wechselspiel zwischen Handeln, Machen, Hören und Reflektieren können musikalische Fachbegriffe und Genres angewendet, die Sinne und Hörgewohnheiten geschärft und die Neugier auf Unbekanntes geweckt werden. Am Ende entwickeln die Schüler eine eigene Komposition von Musikgesten und Klangebärden.




7. »Umgebung, Ökologie und Improvisation«
Thomas Meadowcroft

Die Schallmuster der akustischen Umgebung außerhalb des Klassenzimmers werden aufgenommen, am Computer nachbearbeitet und in strukturierten Improvisationen auch mit akustischen Instrumenten unterstützt, nachgeahmt oder kontrastiert. Auf diese Art wird die Aussage von John Cage »Kunst ahmt die Natur in ihren Funktionsweisen nach« erlebbar. Die Klasse erforscht die Qualität der akustischen Umgebung, unterscheidet zwischen Klang und Musik und entwickelt eigene Musikstrukturen.




8. »Pattern Playground« Minimal Music
Quartett PLUS 1

»Pattern Playground« basiert auf den musikalischen Prinzipien von Terry Riley’s »In C«, einem Minimal-Music-Konzept zwischen Komposition und Improvisation. Zu Beginn entstehen einfache rhythmische Strukturen, durch Body Percussion verfügt jeder über das notwendige Instrumentarium. Auf diesem rhythmischen „Groove“ werden dann sich verändernde und kontrastierende Bausteine entwickelt. Das Erkunden von klanglichen und instrumentalen Möglichkeiten führt schließlich zur Aufführung unserer Komposition.




9. »Graphische Partituren und Bewegung« `Treatise´ von C. Cardew
Lenka Župková, Mikael Honesseau und Reynard Rott

Ausgehend von dem Werk »Treatise« von Cornelius Cardew werden interdisziplinär Klang und Bewegung mit Ausdruckskraft und musikalischer Improvisation entwickelt und in Zusammenhang gebracht. Graphische Notationen und neue Spieltechniken auf Instrumenten ermöglichen einen musikalischen und choreographischen Raum zu erfahren. Es besteht eine unendliche Zahl an Kombinationsmöglichkeiten. Am Ende entsteht eine Komposition, die die Klasse näher an die Kunstform der zeitgenössischen Musik führen wird.



»Regionale Abschlussveranstaltung«
Vom zarten Rauschen von »Bass-Plastiktüten« bis zu satten Bläserbeats waren am 23. April 2013 in der Aula der Wilhelm-Raabe-Schule Hannover die unterschiedlichsten Klänge zu hören, als drei Klassen aus Hannover und der Region eigene Kompositionen präsentierten. Mit dabei waren Schülerinnen und Schüler der ILMASI-Förderschule Garbsen, die gemeinsam mit dem Oldenburger Eckart Beinke ein Stück mit etwas anderen Instrumenten entwickelt haben. Die Schülergruppe um den Australier Thomas Meadowcroft setzte die Geräusche ihrer Umgebung in Instrumentalspiel um und stellte die gesammelten Sounds in einen neuen Kontext. Die Bläserklasse der IGS Hannover-List improvisierte frei unter der Anleitung der Band schultzing. Auch die Künstler selbst ließen sich nicht zweimal bitten: Peter Ehwald von der Band schultzing begeisterte am Saxofon, Thomas Meadowcroft beeindruckte mit dem Spiel von elektronischen Sounds und Alltagsgegenständen.

Bildnachweis:
Fotos: Helge Krückeberg

Projekt 1

Projekt 3

Schultze / Ehwald / schultzing

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Projekt 5

Projekt 7

Projekt 8

Projekt 9

Župková / Honesseau / Reynard Rott

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»Regionale Abschlussveranstaltung«