Zeitgenössische Musik in der Schule
Die Projekte im Schuljahr 2010/11
1. »SCHÖNER DURCH KLANG«
Ensemble L’ART POUR L’ART
Eine eigene Komposition wird einer bemerkenswerten Raumsituation in der Schule gewidmet. Nachdem die Schülerinnen und Schüler den Raum ausgesucht haben, werden sie mit Astrid Schmeling und Matthias Kaul eine eigene Komposition entwickeln, die dem Ort die entsprechende Würde gibt. Die Komposition wird an dem ausgewählten Ort anschließend (ur-)aufgeführt und auf einem Tonträger aufgenommen. Per Bewegungsmelder wird stets diese Komposition erklingen, wann immer sich jemand diesem Ort nähert.
2. »alea iacta est« Graphische Partituren, Bewegung und Objekte
Lenka Župková und Mikhail Honesseau
Interdisziplinär werden Klang, Bewegung und Objekt mit Ausdruckskraft, Bewegungsfreude und musikalischer Praxis entwickelt und in Zusammenhang gebracht. Das Zufallsprinzip des musikalischen Würfelspieles wird die Schülerinnen und Schüler zu einem musikalischen Weiterspielen anregen. Am Ende entsteht eine Collagekomposition, die die Schülerinnen und Schüler näher an die Kunstform der zeitgenössischen Musik führen wird.
3. »Ausprobieren, Spielen und Komponieren« Jazz-Workshop
Stefan Schultze und Peter Ehwald von der Band schultzing
Der Rhythmus, auch »Groove« genannt, ist ein bestimmender Faktor im zeitgenössischen Jazz. Über die Improvisation, der rhythmischen Verzahnung, dem Ausprobieren von Klängen und Rhythmen werden die Schüler kompositorisch tätig. Jeder Klang kann Musik sein, wenn er in einem musikalischen Kontext gestellt wird. Vermittelt werden auch grundlegende musikalische Parameter wie Dynamik, Rhythmus, Textur, Dirigieren, Cues und Notation.
4. »Schwärme« Tanz-Musik-Performance
Gudrun Soujon und Willem Schulz
Das Thema »Schwärme« wird über zahlreiche Möglichkeiten bearbeitet: Sammlungen von Klangmaterial mit Stimme, Körper oder einfachen bzw. selbst gebauten Instrumenten, Bewegungs- und Orientierungsübungen, Lautimitationen, Reaktionsspiele oder musikalische Feldstrukturen und deren Dynamisierung bieten Formverläufe in spontaner und rasanter Interaktion mit fliegendem Wechsel. Daraus entwickelt die Klasse eine strukturierte Komposition aus musikalischen und choreografischen Spannungsbögen.
5. »Improvisationsstrategien durch 'Recycling' der Musikgeschichte«
Thomas Meadowcroft
Die kreative Verwendung (»Recycling«) von Material aus der Musikgeschichte, das schon im Unterricht behandelt wurde, ist Basis für eigene kompositorische Strukturen und freie sowie strukturierte Improvisationen. Die Klasse lernt verschiedene Improvisationstechniken, insbesondere John Zorns »Cobra«, um musikalische Strategien zu entwickeln. Durch gewohnte Formen und Inhalte von klassischer und populärer Musik und deren kreative Aneignung, wird die oft ungewohnte Welt der zeitgenössischen Musik entdeckt.
6. »The sound of nature« Musikalische `Land Art´ hören und selber machen
Prof. Ulrike Volkhardt
Vom Hören wenig bekannter, aber vertraut klingender Alter Musik, die Natur beschreibt, wird die Klasse an Werke von Cage u. a. herangeführt und erarbeiten eine Performance, die sowohl eine vorhandene instrumentale Ausbildung als auch das Neuentdecken von Klang- und Ausdrucksmöglichkeiten instrumental/vokal Ungeschulter nutzt. Natürliche Materialien, Musikinstrumente und visuelle Medien werden in ihrem gestalterischen Potential erkundet und die Wahrnehmung von Naturklängen und deren Möglichkeiten durch Kunst geschult.
7. »In the Flow«
Stephan Meier
Es wird ein Musikstück entworfen, in dem jeder einzelne der Klasse auf seine Weise einzeln zu Gehör kommt, sich in einer kleinen Gruppe artikuliert und/oder im tutti das Gesamte mitgestaltet. Ausdrucksformen der freien Improvisation werden vermittelt und verwendet, als auch das Vokabular der Musik von heute - zwischen klassischem Tonideal und radikal modernem Ausdruck. Die Klasse formt aus dem Divergenten ein Zusammenhängendes und berücksichtigt dabei ästhetisch praktische Komponenten.
8. »Klang eines Bildes«
Thorsten Encke
Dieses Projekt spürt mit der Betrachtung des Bildes »Heroische Bogenstriche; 1938« von Paul Klee dessen klangliche Umsetzung und Übereinstimmungen im Bereich moderner Malerei sowie zeitgenössischer Musik auf, um dem Bild eine klangliche Gestalt in Form einer selbst erarbeiteten Komposition zu geben und aufzuführen. Die Klasse wird angestiftet, ihrer klanglichen Assoziationen bei der Betrachtung der Bildelemente freien Lauf zu lassen, um eine Partitur in selbst entworfener Zeichensprache zu erstellen.
9. »Ich höre, also bin ich« Jedes Ding ein Instrument
Eckart Beinke
Die Nicht-Instrumentalisten gestalten andere Klänge als die Instrumentalspieler und beides wird zusammengeführt. Aus verschiedenen Beispielen von Klängen und den Vorschlägen aus der Klasse entwickelt sich ein Materialpool, der sich durch selbst aufgestellte Regeln der Struktur und Organisation verdünnt. Über das Hören werden eigene Ideen umgesetzt und es entsteht ein Diskurs über Dynamik, Geräusch, Klang, Ton, Puls, Zeit, Tonhöhenorganisation und -gestaltung. Die Grundparameter von Musik werden immer zur Strukturbildung genutzt.
10. »Aus dem Nichts« Formen zeitgenössischer Improvisation
Willi Hanne und Andreas Burckhardt
Wie entsteht Improvisation - gibt es Regeln für die spontane musikalische Gestaltung und Kommunikation? Mit kleinen Improvisationsspielen und der »Sound-Suche« wird die kreative Offenheit der Klasse angesprochen. Dadurch entstehen Ideen für Klangbilder und musikalische Interaktionen. Über musikalische Gestaltungselemente der Improvisation werden verschiedene Konstellationen für ein improvisiertes Konzert entstehen, das sich im Spannungsfeld von Freiheit und Absprache bewegt.

