Zeitgenössische Musik in der Schule
Die Projekte im Schuljahr 2006/07
1. »Ton-Film«
Stephan Meier
Seit Anfang des 20. Jahrhunderts ist die Zusammenarbeit von Live-Musik und Film in ihrer Bandbreite von Kunst bis Popkultur ein fester Bestandteil kulturellen Geschehens. Insbesondere auf dem Gebiet der zeitgenössischen Kunstmusik und des Experimentalfilms entstehen immer wieder qualitativ hochwertige Produktionen. Auf dieser Grundlage wurde mit den Schülern ein eigenes Stück erarbeitet, das aus einem musikalischen, klanglichen und einem visuellen Teil bestand und vor allem auf den kompositorischen Ideen der Schüler fußte.
2. »Wort – Klang – Farbe«
Tatjana Prelevič, Angelina Soller und Inge-Rose Lippok
Sprache, Musik und Bildkomposition wurden bei diesem Projekt miteinander verbunden und formten so eine neue Einheit. Es fand eine Verknüpfung von Textvertonung in Form von Komposition, Collage und Improvisation mit der Visualisierung von Klängen durch Skulptur, Bild und Bewegung statt. Die Schülerinnen und Schüler nutzten dabei archaische Mittel wie Körper, Stimme und Schlaginstrumente.
3. »Kompositionsspiele erfinden«
Ensemble L´Art pour L´Art
Analog zu den Regelwerken im Sport oder bei Brettspielen haben auch Kompositions- und Improvisationsspiele eigene Regeln. Die Künstler stellten Kompositionsspiele und ihre Einbindung in die Musikgeschichte vor. Sie halfen dabei, eigene Kompositionsspiele zu erfinden und weiter zu entwickeln. Die Schüler entschieden, ob der szenische Anteil zu einem raumbezogenen Konzept ausgebaut werden sollte.
4. »Acustica – Neues Musiktheater«
Ensemble L´Art pour L´Art
In Mauricio Kagels »Acustica« erklingt neben Alltagsgerät einiges an selbstgebauten Klangerzeugern. Der umgebende Raum wird in das Stück miteinbezogen. Das Ensemble stellte dieses Musikstück und andere von Tom Johnson, Vinko Globokar und John Cage in einem Konzert vor. Die zugrunde liegenden Modelle boten interessante Ansatzpunkte und Ideen für die Schüler und Lehrer. Unter Einbeziehung ungewöhnlicher Instrumente und Elementen aus dem Theaterbereich entstand eine eigene Komposition.
5. »Komponieren am Computer«
Kirsten Reese
Schüler verwenden täglich elektronische Geräte, die sich immer mehr dazu eignen, selbst Musik mit ihnen zu machen (z.B. mp3-Player und Laptops). Das Projekt ermunterte, kreativ mit diesen Möglichkeiten umzugehen, sich die Technik zunutze zu machen und die Ohren für ungewohnte, elektronisch erzeugte Klänge öffnen. Anhand erster Klangaufnahmen wurden Ideen für die Erarbeitung von Kompositionen/Installationen bis hin zu deren Präsentationsmöglichkeiten entwickelt.
6. »Von der Klassik zur Moderne«
Nomos-Quartett
Seit 250 Jahren schreiben Komponisten Streichquartette. Das Nomos-Quartett zeigte eine moderne Form des Streichquartetts von George Crumb. In einer ausgeweiteten Diskussion wurden Musikzitate, musikalische Traditionen und die Tonsprache des Komponisten herausgearbeitet.
7. »Das Nomos-Quartett arbeitet mit Streicherklassen«
Nomos-Quartett
Am Anfang stand eine kurze Einführung in die Geschichte des Streichquartetts und die Vorstellung graphischer Notation an Beispielen aus Milko Kelemens Streicher-Sinfonietta »Abecedarium«. Mit Hilfe dieser Komposition wurden mit einfachen technischen Mitteln musikalische Strukturen, Notationsweisen, Improvisationen, rhythmische Zusammenhänge und Klangfarben der Moderne vor allem für junge MusikerInnen zugänglich gemacht. Durch diese Anregung wurde eine gemeinsame Komposition von der Streicherklasse erarbeitet.
8. »John Cage und die Folgen«
DUO CONRADI/GEHLEN
Die Schüler erarbeiteten eine szenische Version von Cages »Sounds of Venice«. Das Werk ist in der Instrumentation relativ frei, so dass die Schüler entweder ein Instrument mitbringen konnten oder in andere Möglichkeiten der experimentellen Klangerzeugung (Body Percussion, objets trouvée etc.) bzw. szenische Aktionen eingebunden wurden. Während der Arbeit an dem Stück erhielten die Schüler einen Gesamteinblick in das Schaffen Cages. Die Aufführung der Komposition in einem Abschlusskonzert schloss das Projekt ab.
9. »Reise in den Klang«
Jürgen Grözinger und Natalia Pschenitschnikova
Vorgestellt wurde Giacinto Scelsi als Avantgardekomponist, die französischen »Spektralisten« und die »Elektroniktüftler« der club-orientierten Szene. Über selbstgebaute Geräusch- und Klangerzeuger und die eigene Stimme als Instrument wurde das Hören selbst kleinster Klangveränderungen geübt. Den Umgang mit klassischen Effekten wie Hall, Echo, Ringmodulation und Filter erfuhren die Schülerinnen und Schüler an synthetisch erzeugten wie auch natürlichen Klängen (Stimme).
10. »Zeitgenössischer Jazz«
Dennis Frehse
Improvisation ist ein stilgebendes Element des Jazz. Von der frühen Form des Jazz bis zur zeitgenössischen Spielweise bildet es die Grundlage für das Zusammenspiel. Damit eng verknüpft ist die Komposition, welche traditionell als Plattform für die Improvisation dient. Auch derjenige, der noch nie ein Instrument gespielt hat, konnte in dem Projekt durch atonale und gezielte Improvisation einen spannenden und unterhaltsamen Einstieg in die Musikwelt erhalten. Besonders der zeitgenössische Jazz bietet dafür vielfältige Möglichkeiten.
11. »Original und Cover«
Thomas Meadowcroft
Eine der zentralen Fragen der zeitgenössischen Musik »Was gilt als musikalisches Material?« war Ausgangspunkt für dieses Projekt. Das Kennen lernen und Vergleichen von Popsongs verschiedener Stilrichtungen und den dazugehörigen Cover-Versionen (z.B. anhand von Beatles Songs) leitete zur Entwicklung eigener Cover-Versionen an. Dabei bildete die kreative Verwendung von ausgewählten Song-Elementen die Basis für eigene Kompositionen und/oder Improvisationen der Schüler.
Bildnachweis:
Fotos: Helge Krückeberg

