Museumspreis der Niedersächsischen Sparkassenstiftung

Preisträger 2015

Dommuseum Hildesheim

Das Dommuseum Hildesheim wird mit dem Museumspreis 2015 der Niedersächsischen Sparkassenstiftung ausgezeichnet. Das einstimmig getroffene Urteil der Jury hob vor allem die konsequente, überzeugend ästhetische Präsentation des Domschatzes hervor, der in einen gelungenen Dialog zur historischen Architektur der Antoniuskirche gebracht wurde.
Darüber hinaus überzeugt das Konzept dadurch, wie durch zeitgenössische Kunst das mittelalterliche Erbe für den modernen Besucher des 21. Jahrhunderts visuell erschlossen wird. Ohne die Wirkung der hoch bedeutenden historischen, sakralen Kunstwerke zu schmälern, trägt die zeitgenössische Kunst zur Verständnisbildung bei. Zugrunde lag hier ein über Jahre erarbeitetes Präsentationskonzept, das sich ebenso durch Feinfühligkeit wie Intelligenz, Ästhetik wie qualitativer Umsetzung auszeichnet. Das Dommuseum Hildesheim setzt mit seiner Präsentation des Domschatzes, der Teil des UNESCO-Weltkulturerbes in Hildesheim Maßstäbe, die von deutlich überregionaler Wirkung weit über Niedersachsen hinaus sind.

PS.Speicher Einbeck

Der PS.Speicher Einbeck erhält einen Preis für außergewöhnliches privates Engagement für Museen. Die Jury war überrascht und beeindruckt, mit welcher Leidenschaft Karl-Heinz Rehkopf gesammelt hat, in seiner Heimatregion eine Stiftung gründete und seiner Sammlung ein hervorragend ausgestattetes Haus baute, das seiner Stadt Einbeck auf diese Weise einen wichtigen Impuls gibt. Das ambitionierte Ziel der Zugänglichkeit für eine wachsende Öffentlichkeit, regelmäßiger Wechselausstellungen, aber auch das Angebot wissenschaftlicher Auseinandersetzung findet sich in den Leitsätzen dieser neuen Institution wieder. Bürgerschaftliches Engagement, sowie das Bekenntnis zu Lebendigkeit und Aktualität äußern sich auch in den Einbecker Aktivitäten für Kinder und Jugendliche, z. B. in der Zusammenarbeit mit Schulen.

Museum Lüneburg

Das Museum Lüneburg erhält einen Preis für sein gelungenes Konzept der Zusammenführung von Museen in einem neuen Kompetenzzentrum.
Die Jury war vom Gesamtansatz überzeugt, der in Lüneburg verfolgt wurde. Parallel zu den Überlegungen, das Museum für das Fürstentum Lüneburg grundlegend zu erneuern, erfolgte eine Neuorganisation der städtischen Museen und Einrichtungen in Lüneburg. In einer Stiftung wurden die ehemals von Vereinen getragenen Museen – das Naturmuseum und das Museum für das Fürstentum Lüneburg – ergänzt um die Stadtarchäologie und das Salzmuseum zu einem Museumskompetenzzentrum zusammengefügt.
Dieses Bündeln der Museumsaufgaben und Strukturen erscheint zukunftsweisend, da vielfältige Synergien genutzt werden können. Ein zweiter wichtiger Aspekt ist der interdisziplinäre Ansatz des neuen Museums, der konsequent die regionalen wechselseitigen Beziehungen zwischen Menschen, Kultur und Natur in den Mittelpunkt der Ausstellung rückt.

Bildnachweis:
Preisübergabe, Foto: Chris Gossmann
Dommuseum Hildesheim, Foto: Florian Monheim
P.S Speicher Einbeck
Museum Lüneburg, Foto: Martin Bäuml, Fotodesign, Adendorf