Preis für Denkmalpflege
Preisträger 2010
Landespreis
Park Untergut Lenthe
Landkreis Hannover
Der Park bei Untergut Lenthe ist ein typisches Beispiel für einen kleineren Gutspark im Calenberger Land. Er ist im Wesentlichen durch den überkommenden Baumbestand geprägt, und die Grundstrukturen der alten Gestaltung zeichneten sich in der Topographie ab. Gleichwohl die Eigentümer über lange Jahre hinweg versuchten, den Park auf hohem Niveau zu pflegen, konnten sie sich dennoch dem Erhalt einiger Details nicht widmen.
Deshalb entschlossen sie sich mit Hilfe eines Garten- und Landschaftsplaners zu einer grundlegenden Restaurierung. Dabei konnte neben dem lange Zeit verrohrten Wasserlauf auch ein Großteil des alten Wegesystems nach Befund wieder hergestellt werden. Insgesamt konnte so ein wichtiges Gartendenkmal für kommende Generationen erhalten werden.
Professorenhaus Helmstedt
Landkreis Helmstedt
Auf dem Keller eines Vorgängerbaues aus dem 14. Jahrhundert wurde um 1491 der Kernbau des Hauses errichtet; erste Umbauten folgten um 1560 und 1636; eine straßenseitige Aufstockung nach 1838.
Nach einem missglücken Sanierungsversuch Ende der 1980er Jahre stand das Gebäude mehr als 15 Jahre leer, ein Brandschaden im Treppenhaus gefährdete den Bestand des Gebäudes trotz seiner Lage in der Innenstadt ernsthaft. In dieser Situation fand sich eine Bauherrengemeinschaft aus Helmstedter Bürgern zusammen, die in den Jahren 2008 – 2010 die Sanierung in Angriff nahm.
Soweit möglich, wurde die noch vorhandene Substanz erhalten und repariert. Bei den Bauarbeiten wurde im Erdgeschoss eine wertvolle, reich verzierte Stuckdecke (aus dem Jahr 1594) entdeckt und sorgfältig restauriert. Das Gebäude, ursprünglich für sechs Wohnungen konzipiert, wird derzeit insgesamt von der Jugendhilfe der Diakonie genutzt.
Rübenburg Clauen
Landkreis Peine
Das 19. Jahrhundert brachte einen großen Umschwung in der Landwirtschaft. Mit dem Vormarsch der Zuckerrübe ging ein wachsender Wohlstand einher, besonders in den Dörfern der Börden. Der Wohlstand wiederum ließ zahlreiche neue Wohngebäude, teils in aufwendigen Formen, auf den Höfen entstehen. Diese sogenannten Rübenburgen prägten fortan – bis heute – die Landschaft südlich von Braunschweig und Hannover sowie um Hildesheim herum.
Die Rübenburg in Clauen wurde vorbildlich und behutsam restauriert, viele originale Details wie beispielsweise der Grundriss im Erdgeschoss und die Fliesen wurden erhalten. Durch den rasanten Wandel der landwirtschaftlichen Techniken in unseren Tagen sind derzeit vor allem die landwirtschaftlichen Nebengebäude bedroht. Hier fand der Eigentümer mit dem Einbau von Pferdeboxen auch eine überzeugende Lösung für das Nebengebäude, ein wesentlicher Bestandteil der Hofanlage.
Erdgeschoß Wohnhaus
Stadt Braunschweig
Das Wohn- und Geschäftshaus Magnitorwall 8 wurde 1894 in reichen Formen des Historismus errichtet. Der Laden im Erdgeschoss wurde in der Nachkriegszeit umgestaltet und erhielt dabei glatte, mit Spaltklinker verkleidete Fassaden.
Die Umnutzung des Ladens zu einem Café ab 2008 gab den Eigentümern Marlene und Klaus Jürgen Berg Gelegenheit, diesen bedauerlichen Stilbruch zu reparieren. Der Planung ging eine Foto- und Archivrecherche voraus. Während des Umbaus wurden originale Fassadenteile wie Halbsäulen, Rahmungen und Gesimse unter dem Wandputz freigelegt, soweit erforderlich repariert oder ergänzt. Vollständig verloren gegangene Fassadenteile – wie die Konsolen des Balkons – wurden in Anlehnung an den Befund nachgestellt, der Putz erhielt wieder das originale Fugenbild.
Das Gebäude besitzt mit seiner Ausrichtung zur Promenade und seiner Lage am Eingang in das hier von Kriegszerstörungen verschonte Magniviertel auch eine besondere städtebaulich Bedeutung. Die hier ausgezeichnete Maßnahme beseitigt daher nicht nur eine unbedacht ausgeführte Störung des Baudenkmals selbst, sondern trägt darüber hinaus zu einer Stadtreparatur wirkungsvoll bei.
Gartengeschoß Wohnhaus
Stadt Braunschweig
Im ersten Untergeschoss der 1873/74 errichteten Villa Natalis in Braunschweig, Parkstraße 8 befinden sich ursprünglich als »Gartensaal« bezeichnete Räume. Diese öffnen sich ebenerdig zu einer Terrasse mit Garten am Okerumflutgraben. Die Räume waren durch Zwischenwände getrennt, ihr üppiger Wand- und Deckendekor durch Leitungen und Einbauten beschädigt und verdeckt, die originale Raumfarbigkeit unter weißem Anstrich versteckt.
Mit dem Ziel, hier ein Restaurant einzurichten, wurden ab 2007 ein störender Garagenanbau beseitigt, die Gartensaalräume in ihren ursprünglichen Abmessungen wieder hergestellt, Stukkaturen repariert und Fehlendes ergänzt. Die neue Ausmalung folgt in der Grundfarbigkeit dem zuvor erfassten Befund. Zwei Säulen, vom Ehegatten der Eigentümerin, Christa Hohlbaum, eigenhändig und behutsam freigelegt, zeigen originale Marmorierung und Vergoldung.
Ein neues Fenster mit einer in der Außenwand bündig eingebrachten rahmenlosen Verglasung öffnet den Blick ins Freie. Die Gestaltung von Terrasse und Garten wurde teilweise bewahrt, teilweise in einer ihrer historischen Bedeutung entsprechenden Qualität erneuert.
Fachwerkhaus Hann. Münden
Landkreis Göttingen
Das »Haus zur Windmühle«, Ziegelstraße 66, ein gotischer, um 1400 errichteter Fachwerkbau gehört mit gut erhaltenem Konstruktionsgefüge zu den ältesten Fachwerkbauten Südniedersachsens. Sichtbare und verborgene Bauschäden, eine irritierende Durchbauung der vergangenen Jahrzehnte sowie letztlich langer Leerstand ließen zunehmend am Fortbestand dieses Baudenkmals zweifeln.
Denkmalpflegerischer Fürsorge und dem Wagemut des neuen Besitzers ist es zu verdanken, dass der historische Ständerbau nunmehr statisch-konstruktiv gesichert, modernisiert und im Erscheinungsbild bereinigt ist. Als beliebtes innerstädtisches Hotel wird das Gebäude attraktiv genutzt und kann einer gesicherten Zukunft entgegensehen.
Rittergut Besenhausen
Landkreis Göttingen
In der idyllischen Auenniederung der oberen Leine liegt nahe der Landesgrenze zu Thüringen das ehemals v. Hanstein´sche Gut Besenhausen. Neben dem beherrschenden barocken Herrenhaus und dem Torhaus wird der ehedem wehrhafte Kernkomplex des Gutes vom sog. »Christenhaus« geprägt.
Über lange Jahre fristete dieser zweigeschossige massive Walmdachbau ein durchaus gefährliches »Dornröschendasein«. Der Eigentümer betrieb seine Sanierung auf Grundlage einer bauhistorischen Untersuchung und hielt sehr engen Kontakt zur Denkmalpflege.
Das Ergebnis ist eine zeitgemäße Wohnhausnutzung des Gebäudes: Das wirre Stallambiente im Untergeschoss wurde bereinigt, das obere Wohngeschoss behutsam modernisiert. Mit konservatorischem Respekt vor wichtigen historischen Befunden und Phänomenen – verbunden mit architektonischer Kreativität – entstanden Wohnräume von hervorragender individueller Qualität.
Kartoffeldämpfe Stöckse
Landkreis Nienburg
Eines der jüngsten technischen Kulturdenkmale Niedersachsens aus dem Jahre 1962 steht in Stöckse, Landkreis Nienburg. Diese Anlage ist wahrscheinlich die letzte ortsfeste Dämpfanlage des Landes Niedersachsen. In ihr wurde durch das Garen von Kartoffeln stärkereiches Futter für die Schweinemast gewonnen.
1996 wurde der Betrieb eingestellt. Auf Betreiben des Eigentümers wurde die Anlage im Jahr 2009 unter Denkmalschutz gestellt. Durch die anschließende umfassende Sanierung konnte ein für den Ort imposantes Bauwerk erhalten werden.
Neben der Restaurierung erschien der Jury darüber hinaus das große Engagement preiswürdig, mit dem der Eigentümer durch Öffentlichkeitsarbeit – sei es durch Kontakte mit Schulen, Aufsätzen in Zeitschriften und auf der eigenen Internetseite – das Wissen um die Geschichte dieses besonderen Zweiges der landwirtschaftlichen Industriekultur wach hält.
Brennerei Brelingen
Landkreis Hannover
Im Anbau eines aus landschaftstypischen roten Backsteinen errichteten Stallgebäudes hat sich am Rand des Dorfkerns von Brelingen durch glückliche Umstände eine alte Kornbrennerei mitsamt der technischen Ausstattung aus der Epoche um 1900 erhalten. Bis in die 1970er Jahre hinein wurde hier noch in jedem Herbst der alte Dampfkessel aus den Bergedorfer Eisenwerken bei Hamburg angeheizt, um die aus vor Ort geerntetem Getreide angesetzte Maische als Ausgangsprodukt für die Branntweinherstellung erhitzen und rühren zu können. „Brelinger Korn“ war im nordhannoverschen Raum ein Qualitätsbegriff. Eine grundlegende Erneuerung der veralteten maschinellen Anlagen war nach dem Auslaufen der letzten Kesselfrist wirtschaftlich aber nicht mehr zu vertreten, sodass sich ein jahrzehntelanger »Dornröschenschlaf« auf die historische Brennerei legte.
Seit geraumer Zeit bemühen sich die heutigen Eigentümer um den Erhalt der Brennerei. Dabei wurde besondere Sorgfalt darauf gerichtet, die historischen Benutzungsspuren zu erhalten. Und als liebenswertes Detail wurde das zerbrochene bunte Glasfenster mit der Jahreszahl »1887« über der Eingangstür originalgetreu wiederhergestellt.
Unterer Eisenhammer Exten
Landkreis Schaumburg
Um 1767 wurde von den hessischen Landgrafen der mit Wasserkraft versorgten Unteren Eisenhammer angelegt. Das bis zum Jahre 2004 zur Fertigung von Spaten und Hacken genutzte Gebäudeensemble wird nunmehr unter Regie des Vereins für Heimatpflege und unter Mitwirkung des Besitzers und letzten Betreibers für Interessierte weiter betrieben und somit der Nachwelt als lebendiges Beispiel Extener Eisenfabriken erhalten.
Im Jahr 1902 wurde auf dem mittlerweile Kretzerschen Eisenhammer das Elektrizitätswerk »Extenia« gegründet, welches nicht nur elektromotorisch betriebenen Feder- und Fällhämmer, Eisenscheren und Stanzen, sondern bis Mitte der 1930er Jahre den Ort auch mit Licht und Kraftstrom versorgte.
Schlosserei Obernkirchen
Landkreis Schaumburg
Die Alte Schlosserei wurde von Schlossermeister Carl Bornemann um ein 1816 als Hinterhaus seines eigenen Wohnhauses erbaut. In der Chronik der Firma Bornemann heißt es: »Carl Theodor Adolph, geb. 1789, gründet einen eigenen Schlosserbetrieb. Nachdem er 1815 das Bürgerrecht erhalten hat und 1816 geheiratet hat, erwirbt er das Wohnhaus von Jürgen Scharpe am Rösertor Nr. 113. Im rückwärtigen Teil des Grundstückes lässt er ein neues Werkstattgebäude errichten, ganz auf die Anforderungen eines Schlossereibetriebes ausgerichtet. An der hellen Ostseite mit den Fenstern die Arbeitsplätze und Drehbänke. Auf der gegenüberliegenden, fensterlosen Seite befindet sich die Schmiedeesse und die Ambosse.«
Beispielhaft wird bei dem ausgezeichneten Gebäude die für die Entwicklung Obernkirchens und die heutige Neumarktstraße typische Hinterhausbebauung dokumentiert. Die erhaltene Werksstattausstattung der seit Ende der 70er Jahre ungenutzten Schlosserwerkstatt trägt ein Übriges zum Charme des Denkmals und zur Dokumentation vergangener Handwerkstradition bei.
Fachwerkhaus Bad Münder
Landkreis Hameln-Pyrmont
Das historische Bürgerhaus aus dem Jahre 1752 wurde von der Ortsgruppe Bad Münder erworben, um es dem üblichen Veränderungsdruck im innerörtlichen Bereich zu entziehen.
Für eine Sanierung und Darstellung bot sich aus verschiedenen Gründen der Zeitschnitt der Jahre um 1880 an. Ohne moderne Baumaterialien zeigt das Museumshaus heute minutiös restauriert anschaulich die Lebens- und Arbeitsumstände der kleinstädtischen Bevölkerung in der Gegend des Deisters in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, dies in entsprechendem baulichen Originalzusammenhang.
Besonderes Engagement bewiesen dabei etliche Mitglieder des Heimatbundes, die in zahlreichen handwerklichen Arbeitsstunden persönlich und ehrenamtlich zum Gelingen der preiswürdigen Instandsetzung und Rettung des Gebäudes beitrugen.
Kapelle Gut Schnellenberg
Landkreis Lüneburg
Gut Schnellenberg ist einer der für die Lüneburger Heide typischen Gutshöfe. Hervorzuheben ist die kleine Gutskapelle, ein Fachwerkbau aus der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts. Im Inneren findet sich die für die Gutskapellen typische Ausstattung mit Retabel, Kanzel, Patronatssitz und Gestühl. 1866 erfolgte die letzte Restaurierung. Nunmehr musste, bedingt durch das Auftreten starker Schäden erneut restauriert werden.
Dem Eigentümer, Wasmuth v. Meding und dem Architekten Ejnar Tonndorf aus Oldenburg, ist eine äußerst einfühlsame Restaurierung gelungen. Hervorzuheben ist hierbei, dass die Arbeiten für den Außenstehenden nicht erkennbar sind; die Kapelle sieht aus wie zuvor, die Patina der Geschichte blieb erhalten und doch wurden alle Schäden denkmalgerecht behoben.
Speicher Wettenbostel
Landkreis Uelzen
Treppenspeicher waren für die Lüneburger Heide charakteristisch. Hier blieb das Speicherwesen bis weit in das 19. Jahrhundert hinein lebendig. Heute verschwinden sie immer mehr, da sie, wie viele andere landwirtschaftliche Nebengebäude, nicht mehr praktikabel sind. In das Obergeschoss des Speichers gelangt man in der Regel über eine außen am Giebel angebrachte Treppenanlage, die dem Gebäude seinen Namen gab.
Treppenspeicher sind nur verhältnismäßig kleine Bauten. Sie sind Zeugen für die handwerklichen Fähigkeiten der bäuerlichen Zimmermeister. Die reine Holzkonstruktion sorgte für Trockenheit im Inneren und war so dicht verbohlt, dass die gelagerte Ware vor Mäusen geschützt war. Die Speicher wurden früher zwar in Sichtweite, aber doch mit Abstand zum Wohnhaus gebaut, damit im Falle eines Brandes des Bauernhauses das Feuer nicht auf das gelagerte Gut übergreifen konnte.
Früher standen auf jedem Heidebauernhof mindestens ein, meistens jedoch mehrere Speicher, die alle bestimmten Zwecken dienten: Es wurde Getreide, Buchweizen, Flachs, Garn, Leinen, Wolle, Honig, Fleisch, Speck und Kleidung untergebracht; oft dienten sie außerdem als Schlafplatz für die Knechte.
Harmshof Königreich
Landkreis Stade
Auch vor den Altländer Hofanlagen haben die Umbrüche in der Landwirtschaft nicht halt gemacht. Um am Markt bestehen zu können, mussten veränderte Produktionstechniken eingeführt werden, die wiederum starke Veränderungen an den Hofanlagen erforderten. Durch glückliche Umstände bedingt blieb der Harmshof in Königreich davon verschont.
Über mehrere Jahre hinweg hat der Eigentümer die Gebäude der Hofanlage behutsam restauriert. Er hat dies aus dem Gefühl der Verantwortung für die Geschichte der Alten Landes aber auch aus Respekt vor der Arbeit seiner Vorfahren auf dieser Hofstelle getan. Am Harmshof ist die Entwicklungsgeschichte der Altländer Hofanlagen ablesbar. Zum langfristigen Erhalt wurde ein sanftes touristisches Konzept aufgebaut.
Hofanlage Eppendorf
Landkreis Osnabrück
Die Großzügigkeit von Bischofs Hof in Eppendorf mitten im Teutoburger Wald rührt nicht allein von der landwirtschaftlichen Tätigkeit der Eigentümer im ausgehenden 19. Jahrhundert. Weit wichtiger hatten sich in dieser Zeit die Einkünfte aus Rechten am Kohleabbau und aus den daraus resultierenden Fuhren erwiesen. Sie ermöglichten dem Eigentümer den Bau einer komplett neuen Hofanlage bei der alle Gebäude großzügig und vollständig in Stein ausgeführt werden konnten.
Gleichwohl war die Hofanlage zuletzt sehr mitgenommen und suchte neue Eigentümer.
Als Glücksfall ist es zu werten, dass die heutige Eigentümerin Frau Christina-Maria Pohlmann genau eine solche Hofanlage suchte. Ihr ist eine äußerst qualitätvolle und behutsame Restaurierung gelungen. Die neue Nutzung des historisch bedeutsamen Hofgeländes als Reitanlage mit Appartement-Hotel und Gestüt ist zukunftsweisend.
Traubenhaus
Stadt Delmenhorst
Auf dem Grundstück Oldenburger Straße wurde im Jahre 1854 eine Landhausanlage mit Gebäuden und Garten errichtet. An der Scheidelinie zwischen Nutz- und Ziergarten wurde ein Traubenhaus errichtet (vermutlich um 1870). Dies diente primär dem Anbau von Tafeltrauben, in der Winterzeit wurde es zusätzlich als Kalthaus zur Überwinterung der Pflanzen genutzt.
Der Aufbau des Gebäudes entspricht seinem Zweck: Bei einer Länge von zwölf Metern und einer Tiefe und Höhe von jeweils sechs Metern ist die Längsfront nach Süden ausgerichtet, um eine optimale Sonneneinstrahlung für die Trauben zu garantieren. Lediglich die Nordseite ist in der gesamten Höhe massiv aufgemauert, die übrigen drei Seiten sind vollständig verglast. Unmittelbar auf der Südseite des Sockels beginnt mit einer Neigung von 45 Grad ein Pultdach in Eisen und Glaskonstruktion. Die massive Rückwand der Nordseite ist weiß getüncht, um das einfallende Sonnenlicht besser reflektieren zu können. Der Eingang zum Traubenhaus ist in Form eines kleinen Zwerghauses in Eisen- und Glaskonstruktion repräsentativ gestaltet.
Dreiständerhaus Quakenbrück
Landkreis Osnabrück
Unmittelbar im Zugangsbereich zum alten Kern von Quakenbrück, an der Pfaffenstraße gelegen, steht das Dreiständerhaus an städtebaulich wichtiger Stelle. Zuletzt war das Haus nahezu verfallen. Mit Herrn Wilhelm Renzenbrink hat sich ein im Umgang mit Baudenkmalen sehr erfahrener neuer Eigentümer gefunden, der bereits mehrere Baudenkmale im Nordkreis Osnabrück restauriert hat. Er hat das Haus an der Pfaffenstraße denkmalgerecht saniert und dabei auch energetische Richtlinien umgesetzt. Heute dient das Haus wieder Wohnzwecken.
Hofanlage Ipwege
Landkreis Ammerlad
Bei der Hofanlage Alt-Ipwege handelt es sich um eine große Hofanlage, die schon fast als Gut bezeichnet werden könnte. Außer dem Hauptgebäude (Wohnteil mit angrenzendem Wirtschaftsteil) besteht sie noch aus Brennerei mit Mälzerhaus, Ochsen- und Schweinestall, Holzschuppen und Maschinenschuppen.
Zu Zeiten der wirtschaftlichen Blüte wurde hier der bekannte Ipweger Korn gebrannt. Die dabei anfallende Maische konnte zur Fütterung der Viehbestände genutzt werden. Überhaupt wurde möglichst alles genutzt – heute würde man von »nachhaltigem Wirtschaften« sprechen. Der Wandel in der Wirtschaft hinterließ aber auch in Ipwege seine Spuren, die Brennereirechte wurden verpachtet und auch die originäre Nutzung der anderen Gebäude wurde aufgegeben. Seitdem stehen diese weitestgehend leer und weisen deshalb entsprechenden Sanierungsbedarf auf.
Logierhaus Borkum
Landkreis Leer
Im 19. Jh. änderte sich das Leben der Inselbewohner auf Borkum erheblich. Mit dem Fremdenverkehr kam ein neuer Erwerbszweig für die Insulaner hinzu. Für die Gäste mussten folglich auch Unterkunftsmöglichkeiten bereitgestellt werden. Zu bedenken ist auch, dass die Ferienaufenthalte damals einerseits häufig wesentlich länger als heute andauerten und andererseits auch gesellschaftliche Verpflichtungen erfüllt werden mussten. Wie auch im Harz ergab sich daraus eine eigenständige Bauform, die uns im Logierhaus Kaapstraße 7 in so eindrucksvoller Weise überliefert ist. Mit großem Engagement haben die Eigentümer das Logierhaus mit viel Liebe zum Detail wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt.

