Preis für Denkmalpflege
Preisträger 2008
Landespreis
St. Magdalenen-Kapelle
Steuerwald, Stadt Hildesheim
Die St. Magdalenen-Kapelle wurde Anfang des 14. Jahrhunderts im romanischen Stil erbaut und gehörte zur ehemals bischöflichen Burganlage Steuerwald in Hildesheim. Nach der Säkularisierung 1803 und der Umwandlung in eine staatliche Domäne wurde die Amtspfarrei Steuerwald aufgehoben und die Kapelle nur noch vereinzelt kirchlich genutzt. Sie diente später u. a. auch als Lager und Schmiede. Nach langer Zeit des Leerstandes haben sich Herr Caspers und Freundeskreis der Kapelle angenommen. Seit dem konnte das zu diesem Zeitpunkt stark verwahrloste Gebäude durch kontinuierliche Sanierungsmaßnahmen in seinen Ursprungszustand zurückversetzt werden. Nicht nur die Kapelle als solches, sondern auch die nähere Umgebung, wie Burgmauern und Nebengebäude, wurden in die Aufräum- und Sanierungsarbeiten des Freundeskreises einbezogen. Lobenswert sind das große persönliche Engagement der Preisträger, aber auch die Einbindung der fachlichen Kompetenz der Denkmalschutzbehörden sowie der sensible Umgang mit der vorhandenen Bausubstanz. Hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang die Restaurierung des Apsisfensters und des Geläuts.
Wohnhaus
Stadt Hildesheim
Das dreigeschossige Wohnhaus in der Moltkestraße 9 wurde vom Dombaumeister Richard Herzig als Familienwohnhaus errichtet. Der zweistöckige Anbau an der Gartenseite des Gebäudes stammt aus den 1890er Jahren. In den vergangenen zwei Jahren wurde das Wohnhaus Moltkestraße 9 von der Familie der Urenkelin Frau Beate Lutter in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Albrecht/Schrader und dem Amt für Denkmalpflege mit hohem Eigenleistungsanteil umfassend saniert und den heutigen Wohnansprüchen angepasst. Dabei gelang die weitgehende Wiederherstellung der ursprünglichen Straßenfassade, des Treppenhauses (Farben, Fußböden) sowie der repräsentativen Wohnräume im ersten Obergeschoss samt Böden, Deckenmalerei, Kachelofen, Möbeln und bleiverglastem Erker.
Alte Bürgermeisterei
Neubruchhausen, Landkreis Diepholz
Mit der Alten Bürgermeisterei verbinden viele Neubruchhäuser einen Teil ihrer persönlichen Geschichte: Denn hier wurden in der Vergangenheit Amtsgeschäfte getätigt und Ehen geschlossen. Nun haben die jetzigen Eigentümer mit intensiver Betreuung durch die Kreisdenkmalpflege das Gebäude sensibel und detailgetreu saniert und damit ein Stück neubruchhausener Geschichte nachhaltig bewahrt. Bei der Restaurierung der Alten Bürgermeisterei wurde darauf geachtet, die historische Raumstruktur im Wesentlichen zu erhalten. Hingegen wurden nachträglich erfolgte Veränderungen rückgängig gemacht, die das historische Erscheinungsbild störten. Erhaltenswerte Materialien, z. B. die alten Dachpfannen, konnten glücklicherweise wieder verwendet werden.
Feldscheune
Neubruchhausen, Landkreis Diepholz
Die reetgedeckte Feldscheune in Neubruchhausen gehört zum überregional bekannten Scheunenviertel des Ortes. Fast alle Scheuneneigentümer bemühen sich seit langem, ihre schönen aber kaum wirtschaftlichen Gebäude zu erhalten. So auch der Eigentümer der Feldscheune: Bereits vor zehn Jahren hatte er eine Neueindeckung des Daches vornehmen lassen und das Gebäude somit vor weiterem Verfall gesichert. Dennoch mussten vor kurzem auch Arbeiten an der Gründung und den Fachwerkwänden vorgenommen werden, denn die Wände hatten sich inzwischen zum Teil bedenklich aus dem Lot bewegt. Die unterschiedlichen Ausfachungsarten wurden dabei beibehalten, so dass sich die Scheune weiterhin mit Lehm- und Backsteinausfachungen sowie waagerechten und senkrechten Verbohlungen zeigt.
Alte Vikarie
Ostercappeln, Landkreis Osnabrück
Die ehemalige Vikarie befindet sich im Ortskern von Ostercappeln und wurde im Auftrag des Osnabrücker Domherrn Klecker als Wohnung für den Vikar errichtet und 1695 als Stiftung an die katholische Kirchengemeinde gegeben. Der auf 1679 datierte Bruchsteinbau blieb bis 1978 im Dienst der Kirche, davon 150 Jahre als Gemeindehaus und Gemeindebibliothek. Es folgten über zwei Jahrzehnte des Leerstands, ein zweifacher Eigentümerwechsel und schließlich der langsame Verfall des nachweislich ältesten Wohnhauses Ostercappelns. 2004 erwarb die Gemeinde die stark baufällige Vikarie und ließ sie als Außenstelle herrichten. Unter weitgehender Wahrung der noch vorhandenen Substanz und des historischen Grundrisses konnten nun moderne Diensträume geschaffen und damit ein für Ostercappeln bedeutendes Baudenkmal vor dem Abriss bewahrt werden.
Ehemaliges Heuerhaus
Schleptrup, Landkreis Osnabrück
Das am Waldrand gelegene, ehemalige Heuerhaus wurde Ende des 18. Jahrhunderts als Zweiständebau errichtet. Alle Außenwände bestehen aus Bruchstein, lediglich das Dreieck des Wirtschaftsgiebels ist in Fachwerk ausgeführt. Das zuletzt verwahrloste und verwohnte Anwesen wurde nach Erwerb durch die jetzige Eigentümerin mit viel Engagement behutsam unter Beachtung denkmalpflegerischer und auch energetischer Belange zu eigenen Wohnzwecken saniert. Die ursprüngliche Grundrissaufteilung des Hallenhauses wurde dabei wieder herausgearbeitet. Damit ist das ehemalige Heuerhaus ein gelungenes Beispiel für die Weiternutzung eines historischen Gebäudes, das neben der besonderen Atmosphäre eines Altbaus auch heutigen modernen Wohnansprüchen gerecht wird.
Hof Sickmann
Langen, Landkreis Osnabrück
Der Hof Sickmann verkörpert den klassischen Typ der Artländer Hofanlage und besitzt ein mächtiges Haupthaus (1811 errichtet), einen rechteckigen Wirtschaftshof sowie einen Hauswirtschaftshof mit Speicher, Stall und Garten (1697 errichtet). Die landwirtschaftliche Nutzung wurde 1979 aufgegeben und der Hof vermietet. Nach langer Zeit des Leerstands stellte der Eigentümer 2003 einen Abbruchantrag. Den jetzigen Besitzern gelang es ein Jahr später mit Hilfe der Samtgemeinde Artland, des Landkreises Osnabrück und der Denkmalbehörden, einen Pachtvertrag mit dem Eigentümer auszuhandeln. Im Rahmen der erfolgten Sanierung wurde der ehemalige Schweinestall ausgebaut, Kammerfach und Fleet des Haupthauses dienen Wohnzwecken und teilweise auch als Architekturbüro. Die Diele wird zu Ausstellungszwecken und anderen Veranstaltungen genutzt.
Bauernhaus
Weihe, Landkreis Harburg
Das Bauernhaus in Weihe ist ein für die Region typischer Hof in Einzellage. Nachdem sich neue Eigentümer für das Haus gefunden hatten, konnte mit der Restaurierung begonnen werden. Die Fachwerksanierung sowie die Ausmauerung der Gefache zeigen, dass hier mit hohem handwerklichen Anspruch gearbeitet wurde. Vorbildlich ist auch die Erneuerung der Fenster, deren Flügel in alter Weise direkt am Fachwerk angeschlagen sind. Auch im Inneren des Gebäudes ist eine gute Abstimmung zwischen der traditionellen bäuerlichen Baukultur und den heutigen Wohnwertmaßstäben gelungen. Die Außenraumgestaltung des Bauernhauses Weihe fügt sich ebenfalls harmonisch in die Landschaft ein.
Eickesches Haus
Einbeck, Landkreis Northeim
Das Eickesche Haus gehört zweifelsohne zu den bedeutenden Baudenkmalen Einbecks und darüber hinaus des ganzen Landes. Kaum eine Publikation über die Geschichte des Fachwerkhauses in Deutschland kommt ohne eine Abbildung des reich verzierten Hauses in Einbeck aus. Dass das Haus, dessen Zustand durchaus kritisch war, heute wieder in alter Pracht zu bewundern ist, ist Ergebnis bürgerschaftlichen Engagements. Wenn sich nicht ein Kreis interessierter Bürger gefunden hätte und eine Stiftung mit dem nötigen Kapital gegründet hätte, wäre es nicht zur Rettung gekommen. So haben, neben den öffentlichen Zuschüssen, Mitteln von Stiftungen – wie auch die Niedersächsische Sparkassenstiftung – und vor allem das bürgerschaftliche Engagement der Bürger Einbecks hier ein deutliches Zeichen gesetzt.
Fachwerkhaus
Wahmbeck, Landkreis Northeim
Inmitten des Ortskerns von Wahmbeck befindet sich mit dem Fachwerkhaus Weserstr. 3 eines der ältesten und wertvollsten Wohn-Wirtschaftsgebäude der Region. Das Haus wurde 1635 in Ständerbauweise errichtet und trägt noch heute sein archaisches Dachwerk. Mit der typischen Grundrisszonung und der von Wohn- und Wirtschaftsräumen flankierten Diele stellt das Fachwerkhaus mittlerweile eine außerordentliche Rarität dar. Seit 2000 konnten zahlreiche Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden, wie z. B. die Ausbesserung des Fachwerkgefüges. Wesentlicher Garant für den Sanierungserfolg ist die unkonventionelle Nutzungsperspektive des Baudenkmals als »Haus Land-Leben«: Hier werden zukünftig Kurse für Holz- und Wollverarbeitung sowie Tagungen und Seminare stattfinden. Für entsprechende Gemütlichkeit und Atmosphäre wird eine kleine Kaffeestube sorgen.
Gasometer
Moringen, Landkreis Northeim
In Moringen befindet sich der älteste erhaltene Teleskop-Gasometer Niedersachsens. Der 1906 durch die Berlin-Anhaltische Maschinenbau AG gefertigte Gasometer war bis zum Anschluss an das Fernwärmenetz (1965) in Betrieb. Im Zuge der Restaurierungsmaßnahmen wurden Behälterhülle und Deckel saniert, die in den vergangenen Jahrzehnten durch Korrosion und andere Witterungseinflüsse schadhaft geworden waren. Zusätzlich erhielt der Gasbehälter eine Schutzüberdachung mit integrierten Solarzellen, die ein wetterfestes Display mit Strom versorgen. Transparente Paneelen dienen als Wetterschutz der Fassade und formen somit eine Art Vitrine: Hier befindet sich auch das Display, auf dem die Geschichte des Gasbehälters sowie Informationen zur Gaserzeugung präsentiert werden.
Flebbe-Haus
Stadt Braunschweig
Das Flebbe-Haus wurde 1951-54 für den Kaufmann Heinz Flebbe nach Plänen des Architekten Prof. Friedrich Wilhelm Kraemer als Geschäfts- und Bürohaus errichtet. Sein Entwurf ist beeinflusst von amerikanischen Vorbildern. Dies gilt auch für die Fassade in Form der »curtain-wall« (Vorhangfassade), die hier zum ersten Mal in Deutschland zu bewundern war. Nach vier Jahren Leerstand erwarb 2006 der Braunschweiger Unternehmer Fritz Knapp das Gebäude mit dem Ziel, hier ein Modehaus einzurichten. Noch im selben Jahr wurde das Flebbe-Haus als Denkmal eingestuft, und erfahrene Architekten sorgten engagiert mit dem Bauherren für die denkmalgerechte Sanierung. Dabei galt es, möglichst viel alte Substanz zu bewahren: Treppen wurden aufgearbeitet, die elegante Ummantelung von Stützen im Erdgeschoss freigelegt, Leuchten im Treppenhaus repariert und Wände von störendem Kunststoffputz befreit.
Jakob-Kemenate
Stadt Braunschweig
Die Jakob-Kemenate entstand in der Mitte des 13. Jahrhunderts und weist typische Elemente mittelalterlicher Baukunst auf. Im Jahr 2001 erwarb das Ehepaar Prüsse das Gebäude und ließ es in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro OM Architekten BDA und dem Künstler Jörg Plickat zu einem ambitionierten Kulturprojekt ausbauen. Im Rahmen der Restaurierung konnten die historischen Gebäudeteile erhalten und repariert werden. Jüngere Eingriffe wurden nur dann zurückgeführt, wenn sie den historischen Raumeindruck störten. Im Jahr 2006 wurde die Jakob-Kemenate eingeweiht und hat sich seitdem als Ort für Ausstellungen, Vorträge und vielfältige Veranstaltungen im Kulturleben Braunschweigs etabliert. Mit einer von den Eheleuten Prüsse gegründeten Stiftung wird die Nutzung und Erhaltung der Kemenate auf Dauer gesichert.
Gulfhof Terwisch
Neuburg, Landkreis Leer
An einem Altarm der Jümme reizvoll gelegen, befindet sich der auf 1828 datierte Gulfhof Terwisch. Er wurde 2001 von der jetzigen Eigentümerin erworben, nachdem die Vorbesitzerin aus Altersgründen den Hof verlassen musste. Bis zu diesem Zeitpunkt war das Gulfhaus von Um- und Ausbauten weitgehend verschont geblieben und beeindruckte durch den erhaltenen Originalzustand. Jedoch war die Zeit nicht gänzlich spurlos an dem Gebäude vorübergegangen, was einen Teileinsturz des Sparrendaches im Scheunenbereich zur Folge hatte. Mit erheblichem ideellen und finanziellem Engagement ist es der jetzigen Eigentümerin gelungen, den Hof für eigene Wohnzwecke instand zu setzen. Im Scheunen- und Stallbereich wurden drei Ferienwohnungen eingebaut. Das imposante, jedoch bereits stark angegriffene hölzerne Ständerwerk, konnte dabei erhalten werden.
Herrenhaus
Groß Denkte, Landkreis Wolfenbüttel
Um die Mitte des 19. Jahrhunderts entstand am Ortsrand von Groß Denkte durch den braunschweigischen Rittmeister v. Pawel ein stattliches Herrenhaus. Der zweistöckige, verputzte Massivbau wurde im sogenannten Rundbogenstil erbaut und erlebte während der Eigentümerschaft der Familie v. Löbbecke seine Blütezeit. Aus dieser Zeit stammen wunderschöne Stuckarbeiten sowie kostbare Wandvertäfelungen. Nach dem Ende des 2. Weltkriegs zeigten sich zunehmend dramatische Gebäudeschäden. Im Jahr 2003 stellte sich die Eigentümerin der Herausforderung einer kostspieligen und aufwendigen Sanierung: Insbesondere die kunstvoll gestaltete, von Stuckdecken, Bodenbelägen, historischen Türen sowie Wand- und Deckenbemalungen geprägte »innere Seele« des Herrenhauses konnte erhalten werden. Auch die Erhaltung des denkmalgeschützten Gutsparks war erfolgreich.
Küstenmotorschiff »Iris-Jörg«
Wischhafen, Landkreis Stade
Das Küstenmotorschiff »Kümo« Iris-Jörg gehört zu den letzten seiner Art und steht beispielhaft für ein Stück Transportgeschichte. Mit seinen klappbaren Masten und dem Plattboden verkörpert es einen ganz besonderen Schifftyp: Das für den Transport von Grubenholz gebaute »Kümo« verkehrte einst zwischen Finnland und dem Ruhrgebiet, weshalb es auch eine extra Kajüte für die Rheinlotsen besitzt. Die Iris-Jörg, ihr Name erinnert an die beiden Kinder des Kapitäns und Eigners, ist wichtiger Bestandteil des Küstenschiffahrtsmuseums in Wischhafen.
Michaelishaus
Stadt Göttingen
Das Michaelishaus wurde 1737 von Klosterbaumeister Joseph Schädeler zunächst als Gasthaus errichtet und trug den Namen »Londonschänke«. Der Wohn- und Lehraufenthalt des Orientalisten Professor Johann Daniel Michaelis (1767 bis 1791) verlieh dem Gebäude schließlich den Namen »Michaelishaus«. In den Jahren 2002 und 2003 stelle man fest, dass das Michaelishaus dringender Sanierungsmaßnahmen bedurfte. Aber erst 2005 fand sich im Göttinger Architekten Jürgen Schenk ein Investor für den historischen Gebäudekomplex. Schenk ließ das Michaelishaus liebevoll restaurieren, und nach Beseitigung der Bauschäden und anderen Maßnahmen wird das Michaelishaus heute überwiegend geschäftlich genutzt. Die Raum- und Ausstattungsstrukturen – vom Vestibül bis zum Treppenhaus, von den Türblättern bis zu den Dielen – konnten dabei bewahrt werden.
Tapetenzyklus
Hoya, Landkreis Nienburg (Weser)
Das Herrenhaus Hoya beherbergt eine Panorama-Bildtapete mit dem Titel »Vues du Brasil«. In dieser Vollständigkeit ist sie nur hier in Hoya erhalten. Die Tapeten wurden etwa Ende 1829 von der elsässischen Manufaktur »Jean Zuber et Cie« nach Entwürfen von J. J. Deltil (1791-1863) handgedruckt. Als Vorlage diente das Lithographiewerk »Malerische Reise in Brasilien« von Johann Moritz Rugendas, basierend auf der Durchquerung Brasiliens durch Alexander von Humboldt. Die Wandtapeten des 1830 errichteten Herrenhauses waren erstaunlich gut erhalten. Jedoch erforderte der Zustand der Tapetenbahn an der Nordwand des Gebäudes dringenden restauratorischer Handlungsbedarf: Hier führten Risse in der Fachwerk-Außenwand dazu, dass die Tapete sich ablöste und Falten warf. In diesen sammelten sich Putzteilchen, die mit ihrem Gewicht das Papier zu zerreißen drohten.
Gefängnis
Otterndorf, Landkreis Cuxhaven
Gefängnisse können durchaus als schwieriger Denkmaltyp bezeichnet werden, denn nur selten findet sich eine neue Nutzung, die dem Gebäude angemessen ist, und genauso selten findet sich wohl ein Eigentümer, der ein ansprechendes Nutzungskonzept mitbringt. Daher ist es für die Denkmallandschaft Niedersachsens ein besonderer Glücksfall, dass der jetzige Eigentümer, Dr. Ulrich Nöhle, das Otterndorfer Gefängnis seit Kindertagen vom äußeren Ansehen her kannte und überdies ein großes Maß an Erfahrung mit der Restaurierung von Denkmalen mitbrachte. Nur durch sein persönliches Engagement konnte dieses wichtige Baudenkmal für die Öffentlichkeit erhalten werden. Das Gefängnis Otterndorf soll zukünftig als Ort für Ruhesuchende sowie als Seminareinheit für Führungskräfte der Wirtschaft dienen.
Johanniterkapelle
Bokelesch, Landkreis Cloppenburg
Versteckt zwischen hohen Eichen liegt die Kapelle St. Antonius Eremit, ein kleiner einschiffiger Backsteinbau aus dem späten 13. Jahrhundert. Sie ist das letzte bauliche Zeugnis des Johanniterordens im friesischen Raum und das einzige erhaltene Gebäude des im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Klosters der Johanniterkommende Bokelesch. Zwischen 2002 und 2008 konnten dank des Engagements des damaligen Ortsgeistlichen, der örtlichen Kirchengemeinde und eines inzwischen gegründeten Fördervereins umfassende und dringend nötige Sanierungsarbeiten vorgenommen werden. Im Zuge dieser Maßnahmen konnten das Außenmauerwerk sowie im Innenraum das gotische Fußbodenniveau wiederhergestellt werden. Gerettet und nachhaltig saniert wurden auch die im Schiff freigelegte Holzbalkendecke von 1677 sowie die alten bleiverglasten Fenster.
Landhausgarten
Osterwald, Landkreis Hameln-Pyrmont
Osterwald war über viele Jahre hinweg Sitz einer königlich hannoverschen Werkinspektion, die für den Steinkohlebergbau der hier umging. Für diese Dienststelle wurde ein eigenes, gut gestaltetes Dienstgebäude errichtet. Nachdem die Berginspektion aufgelöst wurde, ging das Gebäude in die Hände einer Industriellenfamilie aus Hildesheim über, die es dann als Sommersitz nutzte. Vor dem Landhaus wurde ein Garten angelegt, der neben der gärtnerischen Ziergestaltung auch einen Wirtschaftsteil und ein kleines Naturschwimmbad umfasste. Die derzeitigen Eigentümer haben viel Mühe und Sachverstand darauf verwendet, den gestalteten Teil des Gartens sach- und fachgerecht zu restaurieren. Erschwerend bei dieser Maßnahme war die Tatsache, dass vor Jahren bereits Teile des Gartens für den Bau eines neuen Einfamilienhauses abgetrennt worden waren.
Bildnachweis:
Fotos: Jutta Brüdern, Braunschweig

