Preis für Denkmalpflege

Preisträger 2000

Landessieger
Gulfhof, Groothusen / Landkreis Aurich

Gulfhof Groothusen 2000

Das »Swanenhuus« gehört zur Gruppe der kleinen Gulfhöfe. Als er 1834 erbaut wurde, benutzten die Bauherren die benachbarte alte Burg Groothusen als Steinbruch. Das Besondere an dem Haus und an der Restaurierung ist das große Bestreben, das Originale zu erhalten und vor allem auch zu nutzen. Das Mauerwerk wurde nicht großflächig erneuert. Nur da, wo akute Schäden sind, wird behutsam restauriert. Verformungen im Mauerwerk, die die Geschichte und das Alter des Hauses zeigen, werden nicht zurückgebaut. Das Denkmal konnte mit einer ihm gemäßen Nutzung für die Zukunft gesichert werden.

Gutspark, Remeringhausen / Landkreis Schaumburg

Gutspark Remeringhausen 2000

Historische Parks und Gärten sind Kulturdenkmale von hohem Rang, so auch der Gutspark von Remeringhausen. Der Ostseite des Gutes vorgelagert ist der rund 12 Morgen große Landschaftsgarten mit seinem alten Baumbestand, der eine barocke Gartenanlage ersetzte. Dabei kam es zu einer bewussten Stilmischung von achsialen, barocken Elementen mit geschwungenen Elementen des englischen Stiles. Und darin liegt in Verbindung mit dem guten Erhaltungszustand die besondere historische und denkmalpflegerische Bedeutung von Remeringhausen. Die nötig gewordene Restaurierung läßt nunmehr wieder die qualitätvolle Gartengestaltung erkennen.

Pfarrhaus, Schwagstorf / Landkreis Osnabrück

Pfarrhaus Schwagstorf 2000

Im Jahre 1903 bekam Schwagstorf ein neues Pfarrhaus. Bis 1992 diente es den dortigen Pfarrern als Wohnhaus. Nachdem die Diözese sich von dem Haus getrennt hatte, begann der Verfall. Der neuen Eigentümerin ist es zu danken, dass das Haus restauriert wurde. Mit viel Liebe zum Detail ging man dabei vor, wenn es darum ging, die historischen Fenster, Türen und Fliesen zu erhalten. Der Grundriss wurde beibehalten und läßt die Großzügigkeit des Pfarrhauses erkennen. Heute dient es einem Sprachheilkindergarten als Heimstatt.

Hofspeicher, Langen / Landkreis Osnabrück

Hofspeicher Langen 2000

Mit großem Engagement wurde der Speicher auf der Hofanlage in Langen restauriert. Er stammt aus der ersten Hälfte des 17. Jh. und diente der Lagerung von Korn. Seit vielen Jahren wird der 1-geschossige Wandständerbau nicht mehr genutzt. Mit seiner Restaurierung konnte das gesamte Ensemble der Hofanlage als historische Quelle gesichert werden. Der Eigentümer hat eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass auch Denkmale, die nicht mehr unmittelbar genutzt werden, restauriert werden können und müssen.

Ziegelei, Bevern / Landkreis Rotenburg (Wümme)

Ziegelei Bevern 2000

Gab es noch vor einem Menschenalter landauf landab unzählige Ziegeleien, so ist ihre Zahl heute zu Gunsten der Branchenriesen sehr stark zurückgegangen. In Bevern wurden von 1535 bis 1974 Ziegel gebrannt. Der Eigentümerin ist es zu danken, dass die Ziegelei am Rande der Feldmark mit Arbeiterhaus, Ringofen, Maschinenhaus, Trockenschuppen, Bagger, Maschinenpark und Tonkuhle erhalten blieb. Die Ziegelei in Bevern gilt als eine der hochrangigen Anlagen dieser Art in Deutschland. Gemeinsam mit einem Förderverein gelang die Restaurierung und die Umwandlung zum Museum.

Gräfenhof, Jork / Landkreis Stade

Gräfenhof Jork 2000

In vergangenen Zeiten war der Gräfe der oberste Verwaltungsbeamte des Alten Landes. Verständlich also, dass er 1632 /33 beim Bau seines Hofes auf Größe und Gediegenheit achtete. Als der schwedische Gouverneur Graf Königsmarck den Hof übernahm, fügte er einige Teile im Inneren hinzu. Seit dem Ende des 18. Jh. ist der Hof im Besitz der heutigen Eigentümer. Ziel der jetzigen Restaurierungsmaßnahme war die Sicherung und Wiederherstellung des Gebäudes. Besondere Aufmerksamkeit wurde der barock geprägten Eingangshalle gewidmet.

Wohnhaus, Stadt Braunschweig

Wohnhaus Stadt Braunschweig 2000

Das Wohnhaus Bismarckstraße 6 in Braunschweig ist 1890 errichtet worden. Aufgrund langjähriger unterlassener Pflege wies das Gebäude innen und außen zuletzt gravierende Schäden auf. Mit hohem Aufwand haben die neuen Eigentümer repariert, instand gesetzt und Verlorenes rekonstruiert. Dabei wurden die zwischenzeitlich geteilten Wohnungen wieder in den Ursprungszustand versetzt, die großzügig angelegten Raumfolgen wurden wiedergewonnen. Es ist in vorbildlicher Weise gelungen, dieses für die Stadt Braunschweig wertvolle Baudenkmal für die Zukunft zu bewahren und es einer sinnvollen, ja sehr attraktiven Nutzung zuzuführen.

Wassermühle, Bademühlen / Landkreis Rotenburg (Wümme)

Wassermühle Bademühlen 2000

Seit über einhundert Jahren im Besitz der Wassermühle in Bademühlen, hat sich die Eigentümerfamilie auch dann noch um die Mühle gekümmert, als der Betrieb ruhte und die Mühle als Abstellraum diente. Der Krieg hatte sie beschädigt, und die Technik wurde mit den Jahren in Mitleidenschaft gezogen. Doch blieb soviel an originaler Substanz erhalten, dass die Restaurierung in den letzten Jahren möglich wurde. Nach deren Abschluss ist die Wassermühle am Rande des großen Mühlenteiches Ziel für Schulklassen und Wanderer.

Backhaus, Vehs / Landkreis Osnabrück

Backhaus Vehs 2000

Ein besonderes persönliches Engagement bei der Pflege eines Denkmales bewies die Eigentümerein einer Artländer Hofanlage in Vehs. Über Jahre hinweg hat sie kontinuierlich Schritt für Schritt mit Maßnahmen für den Erhalt ihrer Hofanlage gesorgt. Eindrucksvoll hat sie unter Beweis gestellt, wie wichtig der persönliche Einsatz in der Denkmalpflege ist. Besonderes Augenmerk galt dabei der Restaurierung des abseits gelegenen Backhauses.

Mahl- und Sägemühle, Blenhorst / Landkreis Nienburg (Weser)

Mahl- und Sägemühle Blenhorst 2000

Die wassergetriebene Mahl- und Sägemühle sollte mit der vorhandenen, aber nicht mehr funktionsfähigen Technik instand gesetzt werden. Dazu zählte auch ein äußerst seltenes Horizontalsägegatter aus dem Jahre 1876. Mit großem Elan und ständig wachsendem Interesse konnte der Eigentümer, mit der tatkräftigen Unterstützung seiner Familie und des von ihm gegründeten Mühlenvereins, in beispielhafter Weise ein gefährdetes technisches Baudenkmal retten. Die Mühle – und dabei besonders das Sägegatter – werden bei vielfältigsten Anlässen öffentlich vorgeführt.

Rohwollelager der »Nordwolle«, Stadt Delmenhorst

Rohwollelager Stadt Delmenhorst 2000

Entlang der Bahnstrecke von Bremen nach Oldenburg entstanden ab 1884 die riesigen Anlagen der Norddeutschen Wollkämmerei und Kammgarnspinnerei. Nach Ende der Produktionstätigkeit der Nordwolle wurde nach neuen Nutzungsmöglichkeiten gesucht. Für das Rohwollelager bot sich eine solche Möglichkeit mit der Nutzung als Medien- und Veranstaltungszentrum. Hierbei waren die offene Konstruktion des 86 x 66 m großen Lagers sehr dienlich. So konnte mit der Restaurierung und einigen behutsamen Veränderungen ein bedeutendes Denkmal der Industriegeschichte erhalten werden.

Bürgerhaus, Stadt Goslar / Landkreis Goslar

Bürgerhaus Stadt Goslar 2000

Direkt gegenüber dem Siemenshaus steht das interessante Bürgerhaus. Es bedurfte viel Mutes und Geldes, um die Sanierung durchzuführen. Die Standfestigkeit der Kemenaten wurde durch den Einbau eines vom Keller bis zum Dach reichenden Stahlgerüstes hergestellt. Das Fachwerk wurde durch den Austausch von neuerem Fichtenholz durch das ursprüngliche Eichenholz saniert. Entsprechend den bauhistorischen Untersuchungen wurde auch die farbliche Fassung des Fachwerkes durchgeführt. Durch den Einbau von sechs Wohnungen wurde eine adäquate Nutzung gefunden, die die Zukunft des Denkmals sichert.

Seilwinderhaus, Stadt Hannover

Seilwinderhaus Hannover 2000

Das Seilwinderhaus, ein Stahlskelettbau mit Tuffsteinfassade, wurde in den ersten Jahren des 20. Jhs. als Büro- und Geschäftshaus errichtet und im 2.Weltkrieg stark beschädigt. Eigentümer und Architekt entschieden sich für die denkmalgerechte Wiederherstellung der Fassade. Ladengeschäft und Schaufenster erhielten die alte Höhe in der historischen Wandebene zwischen den Pfeilern zurück, so dass der Bau wieder auf dem Boden steht und die Fassade in ihrer ursprünglichen ausgewogenen Proportionierung ablesbar ist. Die rekonstruierten Leuchtenbänder und der bronzene Schriftzug »Seilwinderhaus« haben das Bild vervollständigt.

Galeriegebäude Herrenhausen , Stadt Hannover

Galeriegebäude Herrenhausen 2000

Das Galeriegebäude wurde in den Jahren 1694 bis 1698 als Orangerie und Festsaal erbaut. Es ist mit seinen Ausmalungen und Stuckierungen heute der bedeutendste Bau im Großen Garten. Abfallende Deckenteile führten 1997 zu grundlegenden Untersuchungen von Statik und Konstruktion der gewölbten Saaldecke. Aufgrund des Besorgnis erregenden Zustandes musste die Decke sofort provisorisch gesichert werden. Durch Einsatz modernster Technologie wurde die vollständige Erhaltung und Sicherung der Decke ermöglicht.

Bauernhaus, Isernhagen N.B. / Landkreis Hannover

Bauernhaus Isernhagen 2000

Am Anfang war ein Volkshochschulkurs. Aus ihm heraus wurde ein Verein gegründet mit dem Ziel, in einem Fachwerkgebäude ländliches Leben und Arbeiten darzustellen. Mit dem Wöhler-Dusche-Hof konnte ein geeignetes Haus gepachtet werden. Nach eingehenden bauhistorischen Untersuchungen und einer Schadensanalyse wurden störende Einbauten entfernt und zerstörte Fachwerkteile und Ausfachungen ersetzt. So hat ein Wohnwirtschaftsgebäude des späten 16. Jh. seinen ursprünglichen Charakter zurückerhalten, wobei spätere Veränderungen als Dokument erhalten blieben.

Gulfhof, Ditzum / Landkreis Leer

Gulfhof Ditzum 2000

Der »Hof Homfeld« in Ditzum wurde um 1770 erbaut, in späteren Jahren erfolgten Umbauten. Ziel der Restaurierung war es, den Zustand um 1900 darzustellen. Zu diesem Zwecke wurde beispielsweise das Dach mit alten handgeformten Hohlziegeln eingedeckt, die alten Schornsteine wurden rekonstruiert und die Fenster aus jener Zeit wurden aufgearbeitet bzw. rekonstruiert. An ortsbildprägender Stelle in Ditzum gelegen, erinnert das Haus an das bäuerliche Element in der Geschichte von Ditzum.

Fachwerkhaus, Stadt Hildesheim

Fachwerkhaus Hildesheim 2000

Das stattliche Fachwerkhaus Brühl 31 stammt mit seinen Anfängen aus dem Jahr 1468. Die Restaurierung hat bei weitestgehendem Substanzerhalt die im Laufe der Jahrhunderte entstandenen Veränderungen erhalten. Im Inneren entstanden bezahlbare Mietwohnungen mit heutigem Komfort und Spuren der Geschichte: die ursprüngliche geringe Raumhöhe wurde beibehalten, historische Fenster wurden aufgearbeitet. Das Tonnengewölbe im Keller wird durch die geplante gastronomische Nutzung der Öffentlichkeit zugänglich sein.

Fachwerkhaus, Buxtehude / Landkreis Stade

Fachwerkhaus Buxtehude 2000

In einer Ecke des St. Petriplatzes steht ein kleines Fachwerkhaus aus der Mitte des 16. Jh. Vom Äußeren her eher einfach gehalten, birgt das Haus in seinem Inneren einen wahren Schatz: in den Räumen des Obergeschosses wurden bei den Restaurierungsarbeiten zahlreiche höchst qualitätvolle Wand- und Deckenmalereien aus der Renaissance freigelegt. Mehr als die Hälfte dieser Malereien sind nach der Restaurierung wieder sichtbar, der Rest wurde konserviert und schützend verkleidet. Zur Substanzerhaltung des Hauses wurden zahlreiche Holzteile erneuert, die Fundamentierung wurde verbessert und ein neues Treppenhaus wurde eingebaut.

Burgwächterhaus, Bad Gandersheim / Landkreis Northeim

Burgwächterhaus Bad Gandersheim 2000

Das Burgwächterhaus in Bad Gandersheim sollte in ein Cafe und eine Goldschmiede mit Wohnung umgebaut werden. Doch nach sechs Wochen kam die bittere Enttäuschung. Die Firma verwendete denkmalunverträgliche Materialien und arbeitete nicht denkmalgerecht. Ein sechsmonatiger Baustop war die Folge. In Absprache mit der Denkmalpflege wurde eine neue Firma gesucht, die wieder alles herausriss und von Neuem begann. Doch diesmal mit Erfolg. Im Cafe sind die Reste eines alten Wehrturmes der Burg Gandersheim sichtbar. So wird der Besuch des Hauses zum Ausflug in die Vergangenheit.

Bauernhaus, Leiferde / Landkreis Gifhorn

Bauernhaus Leiferde 2000

Wenn man sich der Hofstelle Twegte 5 mit dem Vierständer-Hallenhaus nähert, fällt kaum auf, dass sie restauriert wurde. Und genau das ist das Besondere an dieser Maßnahme. Hier fand keine Generalüberholung vom Keller bis zum Dachfirst statt. Nur was wirklich schadhaft war wurde repariert oder ausgetauscht. Der Grundriss wurde zum überwiegenden Teil beibehalten und nur an wenigen Stellen für eine Wohnnutzung geändert. Alle Nebengebäude wie Scheune und Schweineställe wurden erhalten. Die Spuren der Geschichte sind an der Hofanlage ablesbar geblieben.

Käseglocke, Worpswede / Landkreis Osterholz

Käseglocke Worpswede 2000

Eines der ungewöhnlichsten Gebäude in Worpswede ist die sogenannte »Käseglocke«. Der Schriftsteller Edwin Koenemann hat sie 1926 errichtet. Das Innere des Rundbaus mit dem charakteristischen zentralen Kamin birgt zwei Etagen, die von Koenmann selbst eingerichtet wurden. 1995 erwarb der Verein »Freunde Worpswedes« das Rundhaus und führte umfangreiche Restaurierungsarbeiten durch. Dem Engagement des Vereins »Freunde Worpswedes« ist es zu verdanken, dass mit der Käseglocke ein hochrangiges Baudenkmal erhalten werden konnte. Zukünftig soll das Haus der Öffentlichkeit zugänglich sein. Möbel von Hoetger und Vogeler werden, zusammen mit einer Sammlung von Worpsweder Kunsthandwerk, im Inneren zu sehen sein.

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Bildnachweis:
Fotos: Jutta Brüdern, Braunschweig