Preis für Denkmalpflege
Preisträger 1997
Turnhalle, Stadt Braunschweig
Die Turnhalle des Braunschweiger Männerturnvereins wurde ganz im Stil des ausgehenden 19. Jh. gestaltet; konstruktiver Ingenieurbau mit historischem Dekor. Mit den jüngst durchgeführten Restaurierungsmaßnahmen konnte das historische Erscheinungsbild der Halle im Inneren weitestgehend wieder hergestellt werden.
Inselbahn, Borkum, Landkreis Leer
Seit 1866 befördert die Borkumer Kleinbahn Passagiere auf rund 7,5 km über die Insel. Die Tenderlokomotive hatte fast zwei Jahrzehnte auf dem Denkmalsockel gestanden, bis sie die Eigentümerin im Reichsbahnausbesserungswerk Meiningen instand setzen ließ. Die Kleinbahn ist mitsamt ihren Wagen, Lokomotiven und Geleisen ein eingetragenes Denkmal.
Bauernhaus, Mücklingen, Landkreis Lüneburg
Das Haus aus dem 19. Jh. in Mücklingen liegt am Dorfrand. Bei der Restaurierung kamen alte Techniken zum Einsatz. So wurde beispielsweise im Inneren eine Wärmedämmung aus Lehm aufgebracht. Die Groot Dör, prägendes Element in der Fassade eines jeden Bauernhauses, wurde beibehalten.
Windmühle, Heise, Landkreis Cuxhaven
Obwohl in der Windmühle in Heise schon lange kein Mehl mehr berufsmäßíg gemahlen wird, kann man in dem Galerieholländer Technikgeschichte erleben, denn im Gegensatz zu vielen anderen "hohlen" Windmühlen ist hier die Mühlentechnik komplett erhalten und funktionsfähig.
Ringlokschuppen, Holzminden, Landkreis Holzminden
Früher beherbergte der Ringlokschuppen aus Sollingsandstein Dampflokomotiven in seinen 12 Ständen - heute sind es Omnibusse. 1975 errichtet, ist er ein besonders frühes Beispiel für diesen Bautyp. Bei seiner Umnutzung vom Lok- zum Busschuppen erfolgte eine gründliche Restaurierung, bei der der gesamte historische Bestand erhalten blieb.
Schachtanlage, Stadt Osnabrück
Die Umnutzung des Haseschachtgebäudes am Piesberg in Osnabrück zu einem Museum für Industriekultur besticht durch die Konsequenz, mit der bei der Planung und Realisierung auch das denkmalgeschützte Haseschachtgebäude selbst als ein integraler Bestandteil des Museums behandelt wird. Das Interesse jedes noch erkennbare Detail zu erhalten zeichnet diese Maßnahme aus.
Fabrikgebäude, Stadt Osnabrück
Das 1886 errichtete Fabrikgebäude hatte zehn Jahre leer gestanden, bevor eine Architektengemeinschaft es übernahm. Obwohl die Abrissgenehmigung vorlag, haben die Architekten das Wagnis begonnen. Kein historisches Bauteil wurde entfernt, auch wenn dabei Nutzungseinschränkungen in Kauf genommen werden mussten.
Bauernhaus, Reileifzen, Landkreis Holzminden
Das im Jahre 1755 erbaute Vierständer-Durchgangsdielenhaus ist für den ganzen Oberweserraum typisch. In der Vergangenheit wurde es umgebaut, es erhielt An- und Einbauten. Die jetzige Eigentümerin hat sehr viel getan, um das Haus wieder in seinen Ursprungszustand zu versetzen.
Baumhaus, Stadt Stade
Das 1773 erbaute Haus des "Baumschließers", der an dieser Stelle den Hafen sperren konnte, war durch Schwamm und Fäulnis stark im Bestand bedroht. In mühevoller Eigenleistung hat der Eigentümer die ganze Außenhaut des Hauses erneuert, wobei auch der Grundriss sowie die alten Türen und Treppen erhalten werden konnten.
Bürgerhaus, Hornburg, Landkreis Goslar
Das 1569 errichtete "Neidhammelhaus" gehörte zu den bedeutendsten Fachwerkhäusern in Hornburg. Bei einem Brand 1972 konnte allein die Fassade des dreigeschossigen Hauses gerettet werden. 1996 wurde die bis dahin eingelagerte, denkmalgeschützte Fassade vor einen Neubau gesetzt und konnte so an Ort und Stelle erhalten bleiben.
Ziegelei, Wardenburg, Landkreis Oldenburg
Obwohl 1990 die Abbruchgenehmigung für das 1966 stillgelegte Gebäude erteilt wurde, wurde die alte Ziegelei durch den Förderverein restauriert. So konnten die Ofenanlage, das Maschinenhaus und die Trockenschuppen saniert und damit ein technisches Denkmal der Nachwelt erhalten werden.
Bürgerhaus, Bodenwerder, Landkreis Holzminden
Bei der Restaurierung wurde die Fassade des Kramergildehauses zimmermannsgerecht in den Idealzustand zurückgeführt. Zur Erschließung der einzelnen Stockwerke wurde seitlich ein neuer Gebäudeteil gebaut, der Treppenhaus, Küchen und Badezimmer enthält. Dadurch konnte eine Totalentkernung vermieden werden.
Bauernhaus, Schätzendorf, Landkreis Harburg
Bei dem Vollhof handelt es sich um eines der wenigen Bauernhäuser aus dem 16. Jh., die in der Lüneburger Heide noch erhalten sind. Die tragende Konstruktion im Inneren des Hauses aus der Zeit um 1550 ist fast ganz erhalten. Die gesamte Konstruktion zeigt den Holzreichtum des Erbauers und seiner Nachfolgegeneration.
Bahnhof, Bederkesa, Landkreis Cuxhaven
Der Bahnhof, wie er dutzendfach im Land existierte, wurde 1896 als Serienbau einer preußischen Landstation erbaut, nur dass dieser vollständig erhalten geblieben war. Einem Verein ist es zu verdanken, dass die bestandsgefährdete Anlage, ein Zeugnis der Technik- und Verkehrsgeschichte im ländlichen Raum, erhalten blieb.
Bauernhaus, Alt-Ahrbeck, Landkreis Hannover
"Reparieren vor Ersetzen" ist der Grundsatz der Eigentümerin bei der Restaurierung der großen Hofanlage mit ihrem geschlossenen Gebäudebestand aus drei Jahrhunderten. Historische Dachpfannen und Ziegel wurden wiederverwendet, die originalen Fenster wurden aufgearbeitet und die Gefache, wo nötig, mit Lehmfüllungen und Lehmputzen versehen.
Mühle, Erbprinzentanne, Landkreis Goslar
Die im 16. Jh. errichtete "Mittelmühle" arbeitete als Kornmühle, wurde zur Sägemühle umgebaut und diente später als Kurhaus. Seit 1986 stand das Gebäude leer, der Zustand war so schlecht, dass eine Restaurierung nicht mehr möglich erschien. Doch der neue Eigentümer sanierte das Bauwerk grundlegend.
Bürgerhaus, Goslar, Landkreis Goslar
Um 1560 wurde die "Eulenburg" als zweigeschossiges Fachwerkgebäude errichtet. Nach einer gründlichen Schadensermittlung wurden substanzgefährdende moderne Baustoffe entfernt, die Fassade mit denkmalgerechten Materialien restauriert und nach Befund farblich neugefasst.
Bildnachweis:
Fotos: Jutta Brüdern, Braunschweig

