Sammlungen
Sammlung Felix Nussbaum
Seit langem hatte die Stadt Osnabrück Werke des Sohnes der Stadt, des jüdischen Malers Felix Nussbaum, gesammelt, den die Nazis 1944 umgebracht hatten. Die Sammlung führte aber wegen des völligen Platzmangels im dortigen Kulturhistorischen Museum ein durchaus umstrittenes Schattendasein. Da war es ein Glücksfall, dass die Niedersächsische Sparkassenstiftung 1994 die Sammlung mit inzwischen 120 Werken Felix Nussbaums von der Stadt Osnabrück kaufte - um sie dort zu belassen, wo sie war. Aber mit der Kaufsumme wurde die Stadt Osnabrück in die Lage versetzt, ein eigenes Haus für die Sammlung zu bauen. Mit diesem intelligenten Coup der Sparkassenstiftung und zusätzlichem finanziellen Einsatz der Niedersächsischen Lottostiftung wurde ein Bau-Wettbewerb ausgeschrieben, an dem sich 296 Architekten beteiligten. Das Preisgericht entschied sich für den Amerikaner Daniel Libeskind, der zur gleichen Zeit mit dem Bau des Jüdischen Museums in Berlin begann.
Libeskind »stellt das Museum in einen übergeordneten Zusammenhang, der versucht, das Leben und Werk Nussbaums zu verräumlichen«, schrieb das Preisgericht in seinem Votum für Libeskind.
Seither ist die Sammlung im Gesamtkunstwerk dieser »Architektur ohne Ausweg« ein grandioser und stets mahnender Anziehungspunkt für Osnabrück.
Bildnachweis:
Felix Nussbaum, Selbstbildnis mit Keilrahmen, 1935, Öl auf Leinwand, © VG Bild-Kunst, Bonn 2009


