Ausstellungen
Bisherige Ausstellungen
Bilanz in zwei Akten. Sammlung Niedersächsische Sparkassenstiftung
Aus Anlass ihres 20-jährigen Bestehens präsentierte die Niedersächsische Sparkassenstiftung im Jahr 2006 erstmals in einem zusammenfassenden Überblick ihre hochkarätige Kunstsammlung. Die zweiteilige Jubiläumsausstellung, kuratiert von Heinz Liesbrock (Josef Albers Museum, Quadrat Bottrop), Dieter Schwarz (Kunstmuseum Winterthur) und Thomas Weski (Haus der Kunst, München), zeigte ein breites Spektrum international bedeutender Künstler. Schwerpunkt der Präsentation bildeten die Ankäufe der letzten Jahre: Unter den 30 Positionen von Thomas Scheibitz über Tacita Dean bis Garry Winogrand, von Thomas Ruff und Sigmar Polke über Jerry Zeniuk bis zu Gerhard Richter, befanden sich Arbeiten aus den Jahren 1963 bis heute.
Landschaft. Fotografien von Robert Adams, Joachim Brohm, Laurenz Berges, Bernhard Fuchs und Simone Nieweg
Landschaft: Wie sie durch den Menschen verändert wurde, zeigten Fotografien von Robert Adams, Joachim Brohm, Laurenz Berges, Bernhard Fuchs und Simone Nieweg in einer Ausstellung der Niedersächsischen Sparkassenstiftung. Erstmals waren darin Werke aus der in Deutschland einzigartigen Sammlung zeitgenössischer Fotografie der Stiftung an sechs verschiedenen Orten Niedersachsens zu sehen.
Kuratoren der Ausstellung waren Heinz Liesbrock und Thomas Weski.
Während die Tradition der Landschaftsmalerei nach 1945 fast gänzlich abbrach, fand das Thema in der künstlerischen Fotografie zu neuen Ausprägungen. Im Mittelpunkt standen die Eingriffe des Menschen in die Natur und die enge Verschränkung von Landschaft und urbanem Raum.
Junge Kunst aus der DDR - Eine Atelierreise
»Junge Kunst aus der DDR - Eine Atelierreise« war noch vor der Wendezeit eine wichtige Ausstellungstour durch 15 Städte Niedersachsen und der ehemaligen DDR. Sie zeigte künstlerische Positionen außerhalb des offiziellen, auch im Westen bekannten DDR-Kunstberiebs. Zweifellos waren es auch diese Künstler einer jüngeren und dort nicht gelobten Generation, die mit ihrer aneckenden Kunst zum Aufbruch der Menschen in der ehemaligen DDR beigetragen haben.
Junge Kunst aus Niedersachsen
Zwei Mal gab es Ausstellungen mit »Junger Kunst aus Niedersachsen«. Bei diesen nannten fünf unabhängige Jurorinnen und Juroren jeweils zwei Künstlerinnen und Künstler aus Niedersachsen, deren noch unbekanntem Schaffen sie eine größere Aufmerksamkeit wünschten.
Hannoversche Maler der Neuen Sachlichkeit
Aus den Beständen der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, angereichert aus den Sammlungen der Stadtsparkasse Hannover und des Sprengel Museum Hannover entstand 1991 die Wanderschau »Hannoversche Maler der Neuen Sachlichkeit«. Sie konnte wesentliche Werke dieser Künstlergruppe, die keine war, aus den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts zeigen.
Die Sprache der Farbe
Die Sammlung der Niedersächsischen Sparkassenstiftung setzt einen ihrer Schwerpunkte im Bereich der sogenannten Farbmalerei. Damit ist eine malerische Richtung gemeint, die alle Ebenen des Bildes, die Form, den Raum, die Bewegung und das Licht, aus der Gestaltung der Farbe entwickelt. Diese Betonung der Farbe als künstlerisches Mittel läßt sich neben älteren Positionen in der Geschichte der Malerei besonders in der klassischen Moderne beobachten, etwa bei Paul Cézanne und Claude Monet. Sie wird dann in der amerikanischen Nachkriegsmalerei zu einem herausragenden Thema. Maler wie Barnett Newman, Mark Rothko, Ad Reinhard oder Clifford Still gewinnen aus der Konzentration auf die Farbe eine Definition der Malerei, die sich unmittelbar an die visuelle Kapazität des Betrachters wendet und sie in außerordentlicher Weise fordert. Dieses radikale Verständnis der Farbe, das auch als eine Emanzipation der amerikanischen Kunst gegenüber der Tradition Europas zu verstehen ist, findet seit den späten sechziger Jahren besonderen Anklang auch in Deutschland. Mehrere Generationen von Malern lassen sich innerhalb dieser Tradition verstehen. Ihre zentralen Vertreter sind mit wichtigen Arbeiten auf Papier und Leinwand in der Sammlung der Niedersächsischen Sparkassenstiftung vertreten. Eine Auswahl von Arbeiten auf Papier dieser Künstler wurde 1993-94 in neun niedersächsischen Institutionen vorgestellt, u.a. in Wilhelmshaven, Meppen, Lüneburg, Celle und Göttingen. Die gezeigten Künstler waren Gotthard Graubner, Raimund Girke, Johannes Geccelli, Ulrich Erben, Bernd Minnich, Ricardo Saro, Dieter Helis und Sabine Funke.
Zeitströmungen
Seit 1988 entsteht in Hannover für die Niedersächsische Sparkassenstiftung eine der wichtigsten Sammlungen zeitgenössischer Kunst des Landes. Sie konzentrierte sich in den ersten Jahren zunächst auf deutsche Kunst seit etwa 1970, ihre Schwerpunkte waren Malerei, Skulptur und Zeichnungen auf Papier. Dabei sind ausdrücklich individuelle Positionen, nicht breitere Strömungen gesammelt worden. Inzwischen gehören der Sammlung auch ausgesuchte internationale Positionen an, und sie wurde erweitert um die Medien Fotografie und Video. Die Kuratoren der Sammlung waren und sind Carl Haenlein, Heinz Liesbrock, Ludwig Zerull und Thomas Deecke, der für den verstorbenen Joachim Büchner in das Gremium kam. Seit 2000 gehören dem Ankaufsgremium auch Dieter Schwarz und Thomas Weski an.
1995, anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens, wurde die Sammlung erstmals in einer breiteren Auswahl der Öffentlichkeit vorgestellt. Die von Heinz Liesbrock konzipierte Ausstellung wurde zunächst im Sprengel Museum Hannover gezeigt, danach im Neuen Museum Weserburg, Bremen, und in der Kunsthalle Rostock. So wurden die Schwerpunkte der ersten, siebenjährigen Ankaufsphase vedeutlicht. Dies sind zunächst skulpturale Arbeiten, etwa von Jochen Gerz, Rebecca Horn, Klaus Kumrow, Thomas Lehnerer, Christiane Möbus, Hermann Pitz, Reiner Ruthenbeck, Thomas Schütte und Thomas Virnich; weiter Arbeiten auf Papier, etwa von Gerhard Altenbourg, Georg Baselitz, Carlfriedrich Claus, Hermann Glöckner, Sigmar Polke, Gerhard Richter, Emil Schumacher, Volker Stelzmann und Max Uhlig; schließlich Leinwandbilder aus dem Bereich der »Farbmalerei«, so von Ulrich Erben, Johannes Gecelli, Raimund Girke, Gotthard Graubner, Bernd Minnich und Ricardo Saro.
Lehrer und Schüler
Mit »Lehrer und Schüler« sollte ein Ausstellungstypus kreiert werden, den die Stiftung sicher in Zukunft auch noch weiter verfolgen wird. Alfred Winter-Rust war drei Jahrzehnte Professor für Malerei an der Braunschweiger Kunsthochschule. Lienhard von Monkiewitsch, Giso Westing und Peter Chevallier waren zu verschiedenen Zeiten seine Schüler. Sie sind inzwischen selbst zu bedeutenden Künstlern, nicht nur in Niedersachsen, avanciert. Die Ausstellung versuchte in 13 Orten zu zeigen, was künstlerische Lehre bedeuten kann.
Begegnungen -
Max Ernst, Lyonel Feininger, Carl Wilhelm Kolbe d. Ä. und Dieter Roth
Treffen mit Max Ernst: um diese Jahrhundertfigur der Kunst und seine skeptisch-visionären Bildwelten kreist die Ausstellung der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, die in Zusammenarbeit mit der Lyonel Feininger Galerie Quedlinburg, der Kulturstiftung Dessau
Wörlitz und dem Sprengel Museum Hannover zustande kam.
Die Ausstellungsreihe umfasste insgesamt 200 Werke. Ölbilder, Arbeiten auf Papier und eine Skulptur stammen aus dem Konvolut der Arbeiten von Max Ernst, die die Niedersächsische Sparkassenstiftung, die Norddeutsche Landesbank und die Gesellschaft zur Förderung der kommunalen Infrastruktur und der Fremdenverkehrswirtschaft mbH 1997 erwarben, und die als Leihgaben im Sprengel Museum Hannover bewahrt werden. Das Sprengel Museum Hannover ergänzte die Max Ernst Kollektion um weitere wichtige Leihgaben aus eigenem Bestand. 40 Radierungen sowie Zeichnungen und Druckplatten wählte die Kulturstiftung Dessau Wörlitz aus ihrem Kolbe - Besitz aus. 77 Arbeiten - mit dem Schwerpunkt Radierung, Holzschnitt, Aquarell - zeigt die Lyonel Feininger Galerie aus dem Bestand des Museums. 60 Arbeiten von Dieter Roth kamen aus dem Sprengel Museum Hannover und der Sammlung Feelisch, Remscheid.
"Begegnungen" war die Schau überschrieben - ein Titel, der durchaus wörtlich zu nehmen war. Denn an jedem der beteiligten Orte begegnete Max Ernst einem anderen Künstler, trafen sich seine so vielgestaltigen Imaginationen mit den bildnerischen Erfindungen anderer. In ihrer Folge schlug die Ausstellung einen weiten Bogen vom 18. Jahrhundert bis in unsere Gegenwart. Sie stellte Max Ernst u.a. mit Höhepunkten eines malerischen Oeuvres aus den späten 20iger Jahren vor und vermittelte mit wichtigen Werkausschnitten ein lebendiges Bild der beteiligten Künstler.
Max Ernst (1891 - 1976) und Lyonel Feininger (1871 - 1956) in der Feininger Galerie Quedlinburg vom 28. November 1999 bis zum 12. März 2000:
Das ist die Begegnung des "Zauberers" der kaum spürbaren Verrückungen und seines Universums der schweifenden Phantasie mit den irrlichternden Traumerzählungen und den transzendenten Raumgefügen des Karikaturisten und späteren Bauhauskünstlers, die die konkrete Welt von Mensch, Natur und Architektur hinter sich lassen.
Max Ernst und Carl Wilhelm Kolbe d. Ä. (1759 - 1835) in der Galerie am Grauen Haus und im Floratempel der Wörlitzer Anlagen vom 15. April 2000 bis zum 12. Juni 2000:
Das ist das unvermutete Zusammentreffen des Malers surrealer Walddickichte mit dem Zeichner und Radierer der Goethezeit, der aus präziser Beobachtung der Natur Bilder eines neuen Arkadien schuf - und dazu die gesehene Wirklichkeit in phantastisch anmutende Landschaften zu überhöhen verstand.
Max Ernst und Dieter Roth (1930 - 1998) im Sprengel Museum Hannover vom 8. November 2000 bis zum 28. Januar 2001:
Das ist der Dialog zweier vagabundierender Geister und Formerfinder; eine einander nicht unverwandte poetisch-anarchische Haltung, die innerhalb der Rothschen Anverwandlungen von Realität in kühnen Metamorphosen des Materials gipfelt.
Bildnachweis:
Thomas Schütte, NO YES, 1997 (Aquarell auf Bütten, 38,5 x 28,4 cm), Sammlung Niedersächsische Sparkassenstiftung © VG Bild-Kunst, Bonn 2005
Joachim Brohm, Gelsenkirchen, 1982, C-Print, © VG Bild-Kunst
Wolfgang Smy, Drei im Gleichschritt, 1986, © VG Bild-Kunst, Bonn 2004
Ralph Kull, Der Tisch des Architekten, 1993, Installation, © Ralph Kull
Erich Wegner, Paar beim Picknick, 1926, Aquarell, © Niedersächsische Sparkassenstiftung
Ulrich Erben, Drei Farben, 1990, Acryl auf Karton
Sigmar Polke, o.T., 1981, Gouache, © Niedersächsische Sparkassenstiftung
Alfred Winter-Rust, o.T., 1992, Öl/Tempera auf Leinwand, © Niedersächsische Sparkassenstiftung
Max Ernst, Selbstporträt, ca. 1938, © VG Bild-Kunst, Bonn 2004

